Premiere macht Appetit auf mehr

Das erste „Music & Streetfood“-Festival in Lomersheim trifft auf Anhieb den Nerv der zahlreichen Besucher

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 22. Juli 2019, 00:00 Uhr
Premiere macht Appetit auf mehr Erfolgreiche Veranstaltung: Rund 1000 Besucher kommen am Samstag zum ersten „Music & Streetfood“-Festival nach Lomersheim. Foto: Stahlfeld

In Lomersheim weiß man, was die Besucher von einem gelungenen Open-Air-Konzert erwarten. Im Mühlacker Stadtteil feierte am Samstag das „Music & Streetfood“-Festival Premiere. Aus dem Stand lockte es über 1000 Besucher an.

Mühlacker-Lomersheim. „Einfach gigantisch.“ Paul Kessler, langjähriger Vorsitzender des RKV Lomersheim, kann es kaum in Worte fassen, was sich da auf dem nach ihm benannten Platz abspielt. In Scharen kommen die Menschen, um hier an einem schönen Sommertag zu entspannen und zu feiern. „Wir sind ein bisschen stolz darauf“, sagt der Erste Vorsitzende Stefan Kessler.

Normalerweise üben sich auf dem Paul-Kessler-Platz sportliche Autofahrer in Geschicklichkeit und lenken ihr Fahrzeug zielstrebig und sicher durch einen Parcours. Zielstrebig und sich ihrer Sache zurecht ziemlich sicher sind auch die beiden Organisatoren dieses ungewöhnlichen Open-Air-Konzerts vorgegangen.

Kai Fischer (Enz-Bar-Mobil) und Damian Schütze („Weltempfänger“) haben nicht nur den RKV gebeten, ihnen das Gelände zur Verfügung zu stellen. Sie beweisen auch ein glückliches Händchen bei der Auswahl der auftretenden Gruppen.

Damian Schütze, Lisa Eisele und Sebastian Schweigert von „Weltempfänger“ starten quasi als Lokalmatadoren auf der kleinen Bühne mit dem Musikprogramm. Nahtlos geht es auf der großen Bühne mit „Parade“ aus Pforzheim weiter. Die Musiker haben gerade ihre erste EP veröffentlicht. Mit Simon Weidicke, Jenny Schmidt und Björn Koschnike von der ebenfalls in der Region bekannten „2am – acoustic lounge“, der aus Berlin angereisten Emily Roberts und der Singer-Songwriterin Elena Seger aus Stuttgart geht es für die Besucher musikalisch entspannt in den Abend. Es dämmert schon etwas, als der Headliner „Quiet Lane“ aus Birkenfeld mit Folk und Alternative Rock startet. Das Gewitter ist da glücklicherweise schon an Lomersheim vorbeigezogen. Die Musik, die abwechselnd auf einer großen und einer kleinen Bühne zu hören ist, bildet an diesem Tag jedoch nur einen Teil des Erfolgsrezepts. An einer Seite des Platzes gibt es Verpflegungsstände im Streetfood-Style. „Wir wollen eine gute Qualität haben“, so Kai Fischer, der selbst das Enz-Bar-Mobil betreibt, und meint damit sowohl die Musik als auch das Essen. Handgemachtes Essen zu handgemachter Musik – und das an einem Ort, der ganz unterschiedliche Möglichkeiten bietet.

Das rund 40-köpfige Team, bestehend aus Angehörigen, Freunden und Verwandten der beiden Ideengeber, hat die benachbarte Wiese in eine lauschige Lounge unter schattenspendenden Bäumen verwandelt. Hierhin können sich am Samstag diejenigen zurückziehen, die es etwas ruhiger mögen. Schließlich pilgern bereits pünktlich zur Eröffnung am Nachmittag vor allem viele Familien mit Kindern zu einer Veranstaltung, die es in dieser Größe in Lomerheim gewiss nicht alle Tage gibt.

Vorsorglich haben die Organisatoren auf dem Gelände von Elumatec und dem Bauernhof Aichele Parkplätze ausgewiesen. So bleibt die Lage direkt vor dem Veranstaltungsort entspannt. Die Gäste bewältigen das letzte Stück zu Fuß.

Kai Fischer und Damian Schütze hatten nur knapp zweieinhalb Monate Zeit, um ihre Idee zu realisieren. Unter anderem haben sie das Mühlacker Tagblatt als Medienpartner ins Boot geholt.

Die beiden scheinen einen Nerv getroffen zu haben. Natürlich kommen am Samstag viele Lomersheimer. Sie sind neugierig, wollen sich dieses Ereignis direkt vor der Haustür nicht entgehen lassen. Es kommen aber auch Auswärtige wie Markus und Verena Gayer aus Dürmenz. „Uns gefällt es sehr gut“, betonen sie und wollen bei einer Wiederholung auf jeden Fall wieder dabei sein.

Die steht am Samstagabend für Damian Schütze und Kai Fischer außer Frage. Sie freuen sich über die „tolle Resonanz“. Auch den Künstlern habe es gefallen, berichten sie. Sie hoffen, dass sich das unter den Musikern herumspricht, schließlich haben sie noch viel vor. „Es soll überregional ausstrahlen“, so Fischer und zieht Vergleiche zum Happiness-Festival in Straubenhardt. Außerdem gibt es 2020 einen besonderen Anlass: Der RKV Lomersheim wird 110 Jahre alt, und wer weiß, vielleicht wird dann an zwei Tagen gefeiert.

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