Großeinsatz nach Verpuffung in Lomersheim

„Massive Rauchentwicklung“ ruft Feuerwehr und Rettungskräfte in Lomersheim auf den Plan

Von Maik Disselhoff Erstellt: 6. Februar 2019, 00:07 Uhr
Großeinsatz nach Verpuffung in Lomersheim 51 ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr bekämpfen einen Brand und seine Folgen auf einem Gärtnereigelände in Lomersheim. Fotos: Disselhoff

Die Feuerwehr ist am Dienstagabend wegen eines Feuers auf dem Gelände einer Gärtnerei in Lomersheim alarmiert worden. Der Brand war zwar schnell gelöscht, trotzdem standen die Einsatzkräfte vor einer kniffligen Aufgabe.

Mühlacker-Lomersheim. Gleich mehrere Passanten hatten den Qualm über der Gärtnerei, die am Lomersheimer Ortseingang aus Richtung Mühlhausen liegt, entdeckt und die Feuerwehr alarmiert. Das berichtete der stellvertretende Kreisbrandmeister Manfred Wankmüller, der ebenfalls nach Lomersheim herbeigeeilt war, im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei eine „massive Rauchentwicklung“ gemeldet worden. Vor diesem Hintergrund rückte die Feuerwehr mit 51 freiwilligen Helfern in neun Fahrzeugen nach Lomersheim aus. Einsatzleiter Matthias Donath von der Wehr in Mühlacker berichtete, dass es auch Passanten gewesen seien, die die Kräfte der Feuerwehr vor Ort eingewiesen hätten.

Gebrannt habe es im Heizungskeller eines Werkstattgebäudes, so Donath. Im Bereich eines Kesselhauses habe sich ein Feuer entzündet. Nach ersten Erkenntnissen hat vermutlich eine Verpuffung zu dem Brand geführt. „Durch die Verpuffung wurde die Tür des Ofens aufgedrückt, worauf sich umliegendes Material entzündete“, sagte Donath, der auf Nachfrage anmerkte, dass es keine Verletzten gegeben habe. Die Taktik der Feuerwehr sah folgendermaßen aus: Unter Atemschutz hätten Einsatzkräfte das Feuer von verschiedenen Seiten angegriffen und gelöscht. Nach rund einer Stunde war der Brand gelöscht, die Mission jedoch längst nicht beendet. „Das kann sich jetzt noch mehrere Stunden hinziehen“, erklärte Donath. Der Grund: Die Feuerwehr musste mögliche Glutnester mit der Wärmebildkamera aufspüren. Auch die Drehleiter erfüllte im Nachgang des erfolgreichen Löschangriffs eine wichtige Funktion. Kreisbrandmeister Wankmüller sagte, dass Feuerwehrleute vom Korb der Drehleiter aus an der Dachhaut des Werkstattgebäudes eine Temperatur von 150 Grad gemessen hätten. „Wir müssen das Dach von außen öffnen, um herauszufinden, woher die Hitze kommt.“

Die Gärtnerei, die inmitten von Feldern liegt, stellte die Feuerwehr auch logistisch vor eine Herausforderung, wie Donath erklärte: „Wir müssen bei der Wasserversorgung weite Wegstrecken überbrücken.“ Ein Hydrant in über 300 Meter Entfernung musste angezapft und das Löschwasser durch einen Schlauch zur Gärtnerei geleitet werden. Für eine starke halbe Stunde wurde ein Teil der Illinger Straße dafür von der Polizei gesperrt, die mit vier Streifen Präsenz zeigte. Das Großaufgebot an Feuerwehrkräften begründete der Kreisbrandmeister mit der Lage zu Beginn des Einsatzes, die sich auf dem „verwinkelten Gelände“ unübersichtlich dargestellt habe. „Und es war zunächst ja auch schwer einzuschätzen, was hinter der enormen Rauchentwicklung steckt.“

Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war mit vielen Helfern nach Lomersheim ausgerückt. Unter anderem waren zwei Rettungswagen, ein Notarzt und die komplette Bereitschaft aus Mühlacker mit 33 Einsatzkräften vor Ort. Es gab zwar keine Verletzten, trotzdem wurden die Helfer des DRK gebraucht. „Wir sind zur Absicherung des Feuerwehreinsatzes da, etwa für den Fall, dass Helfer eine Rauchgasvergiftung erleiden“, sagte Oliver Schurlik, Leiter der Bereitschaft Mühlacker.

Weiterlesen

Schachtdeckel soll nicht mehr klappern

Mühlacker-Lomersheim (pm). Kein gewöhnlicher Schachtdeckel ist es, der im Bereich der Wohngebäude Mühlackerstraße 84 und 86 in Lomersheim seit einigen Jahren für Lärm sorgt und den Nachtschlaf von einigen Anwohnern… »