Einsatz für Birnbaum mit Drehleiter

TV-Team dreht in Lomersheim rund drei Stunden lang für einen Beitrag in der RTL-Sendung „Mario Barth deckt auf“

Von Thomas Sadler Erstellt: 28. August 2014, 00:00 Uhr
Einsatz für Birnbaum mit Drehleiter Achtung, Blick nach oben! Ein Pfeil, den die Feuerwehrdrehleiter – den Einsatz zahlt das TV-Team – transportiert, macht auf den Baum aufmerksam. Foto: Fotomoment

Ein Fernsehteam mit einem prominenten Moderator, spannende Interviews und zum Schluss noch ein Einsatz der Feuerwehrdrehleiter: In Lomersheim war gestern Nachmittag was los. Grund für den Trubel: Dreharbeiten zu dem berühmten Kreisel-Birnbaum für die RTL-Sendung „Mario Barth deckt auf“.

Mühlacker-Lomersheim. Der Namensgeber der Sendung, Mario Barth, ist zwar nicht erschienen, dafür gibt sich ein anderer TV-Promi die Ehre: Joachim Llambi, der als „Spürhund“ nach Lomersheim gekommen ist, um sich für die „investigative Comedy-Show“, wie RTL das Format charakterisiert, des Schicksals des wohl bekanntesten Birnbaumes Deutschlands anzunehmen. Wird er gefällt, oder darf er stehenbleiben? Derzeit liegt der Streitfall, wie mehrfach berichtet, beim Petitionsausschuss des Landtags.

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Zunächst umrundet Llambi zusammen mit Uwe Graße von der im Auftrag des Fernsehsenders tätigen Firma Constantin Entertainment, der die Dreharbeiten leitet, in dem Cabrio. in dem Llambi angereist ist, den Baum im Kreisel, um sich selbst ein Bild von der angeblichen Gefahr zu machen. Danach inspiziert Llambi mit einem Kameramann und einem Tontechniker das Birnbaumareal zu Fuß. Da gleichzeitig aber der alltägliche Verkehr weiterfließt, kommt es schon mal zu Störungen, etwa wenn ein Traktor lautstark vorbeituckert. Also: Die eben gedrehte Szene samt Kommentar wiederholen. Ungefähr 30 Interessierte – Erwachsene jeden Alters und Kinder, die das Ganze offensichtlich genießen – zählt Uwe Graßes Kollegin Ann-Kathrin Königstedt gegen 16.30 Uhr. „Es dauert noch ein wenig, bis es zum Birnbaum geht“, bittet sie die Neugierigen um Geduld. Dafür bekämen sie später die Gelegenheit, ihre Meinung mitzuteilen.

Joachim Llambis erster Interviewpartner ist Hans-Ulrich Wetzel, Verleger und Herausgeber des Mühlacker Tagblatt. Dieser erinnert an den Ötisheimer Kreisverkehr, dessen künstlerische Dekoration ebenfalls auf behördlichen Widerspruch stieß, und stellt fest, die Menschen hätten inzwischen nur wenig Verständnis für die steigende Zahl von Verordnungen aus der Bürokratie. Was den Lomersheimer Birnbaum angehe, hofften viele Einwohner auf eine positive Entscheidung des Petitionsausschusses, so Hans-Ulrich Wetzel, dem der betagte Baum ebenfalls am Herzen liegt. Danach melden sich die CDU-Stadträtin Gisela Schmid-Beck, die darauf hinweist, wegen des Baumes sei noch kein Unfall passiert, und der frühere Stadtrat Hermann Gommel, der sich ebenfalls für den Baum starkmacht, zu Wort.

„Wieso wird das Ortsschild nicht umgestellt?“, fragt Interviewer Llambi, der auch kurz auf den Heimatverein sowie die Mahnwachen eingeht und sich selbst als Freund des Baumes outet, mit Blick auf eine Geschwindigkeitsreduzierung: Oder: Warum wird das erlaubte Tempo, zumindest aus Richtung Mühlhausen, bei der Zufahrt zum Kreisverkehr nicht auf 30 km/h reduziert und der Baum im Gegenzug geschont? Dies zum Beispiel könnte sich Reimund Elbe vom ADAC Württemberg durchaus vorstellen. Nach seiner Meinung fällt der heiß umkämpfte Birnbaum „nicht in die höchste Gefährlichkeitsstufe“, wie Elbe unserer Zeitung sagt. Zum einen sei der Baum kein spitzer oder scharfkantiger Gegenstand, und zum anderen sei er schon von weither zu sehen. Das Filmteam machte sich dazu übrigens den Spaß, mit einem großen, mit der Drehleiter hochgehievten Pfeil auf den Baum hinzuweisen. Was weiter dafür spreche, das Gewächs bewahren zu können, so der ADAC-Experte im Gespräch mit dem MT weiter, sei die Tatsache, dass die auf der Kreiselinsel stehenden Büsche bei einem etwaigen Unfall abfedernd wirken würden.

Etwa drei Stunden dreht und interviewt das Fernsehteam. Was Ann-Kathrin Königstedt und ihre Kollegen bedauern: Weder das Verkehrsministerium des Landes noch andere Behörden und Ämter hätten sich vor Ort äußern wollen.

Apropos Temposenkung: Um weder Fernsehleute noch Zuschauer einem erhöhten Risiko auszusetzen, hat die Stadtverwaltung gestern an mehreren Zufahrten zum Kreisverkehr Tempo 30 angeordnet.

Das Ergebnis des mehrstündigen Drehs wird im Fernsehen gerade mal fünf bis sieben Minuten lang zu sehen sein. Der Ausstrahlungstermin stehe noch nicht fest, auf jeden Fall noch in diesem Jahr, so war am Mittwoch zu erfahren.

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