Bolzplatz wirbelt Staub auf

Stadträte diskutieren erneut über die Anlage im Lomersheimer Wohngebiet Hagen

Von Thomas Eier Erstellt: 7. Mai 2015, 00:00 Uhr
Bolzplatz wirbelt Staub auf Sorgt erneut für Diskussionen – dieses Mal nicht wegen des Lärms: der Bolzplatz im Lomersheimer Wohngebiet Hagen. Foto: Huber

Mühlacker-Lomersheim. Über die Frage, ob Bolzplätze in Wohngebieten ein Segen oder Fluch sind, lässt sich – je nach Interessenlage und Familienstand – trefflich streiten. Diskussionen gab und gibt es nicht nur im Stöckach, sondern auch im Hagen in Lomersheim, wo es weniger um den Lärm geht als um die Tatsache, dass die spielenden Kinder zu viel Staub aufwirbeln. Jedenfalls habe es, wie das Tiefbauamt mitteilt, in den vergangenen Jahren immer wieder entsprechende Beschwerden von Anwohnern gegeben.

Grund genug für den Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats, sich erneut mit dem Bolzplatz zu befassen, der wegen seiner Nähe zu den Wohnhäusern schon vor Jahren für Kopfzerbrechen sorgte. Sogar eine Verlegung stand im Raum.

Jetzt ging es um die rein technische Frage, welcher Untergrund der richtige wäre, um die „Staubaufwirbelungen“ zu vermeiden. Mit jedem Tag in der warmen Jahreszeit, an dem der Bolzplatz genutzt wird, schwindet die empfindliche Rasendecke, und was bleibt, sind Sand und Dreck. Die Begründung im Fachjargon des Tiefbauamtes: „Das Begrünen der Schotteroberfläche durch eine Substratauftragung und Ansaat hat sich als nicht ausreichend dauerhaft erwiesen.“ Vorschlag: Der Schotter weicht einem „durchwurzelungsfähigen Material“, der Platz wird neu eingesät. Nachteil: Es bleibt beim anfälligen Rasen, und bei einer Einsaat im März 2016 müsste der Platz für drei Monate gesperrt werden.

Weil ein Tartanbelag nach allgemeiner Auffassung in der Anschaffung und in der Pflege zu teuer wäre, schien die Strategie, die Amtsleiter Fritz Schick vertrat, den Stadträten als einziger Weg zu einer Verbesserung – bis Jürgen Metzger, Gartenbauexperte in Reihen der SPD-Fraktion, eine neue Variante ins Spiel brachte: einen Kunstrasenplatz in einfacher Ausführung mit simplem Unterbau. Sein CDU-Kollege Wolfgang Schreiber verwies gleich auf ein konkretes Beispiel in Roßwag, wo ein Platz entsprechend umgebaut worden sei. Thomas Knapp (SPD) kannte weitere Beispiele aus Pforzheim. Allerdings konnte auf Anhieb niemand die Kosten für die Version Kunstrasen beziffern.

Den Tagesordnungspunkt erst mal absetzen? Neue Informationen einholen?

Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Frank Schneider wurde als „Signal nach außen“, das den Willen zu Verbesserungen demonstrieren soll, beschlossen, vorerst 12000 Euro für die Variante mit Rasen einzuplanen; unter dem Vorbehalt allerdings, dass bis zu den Haushaltsplanberatungen im Herbst weitere Infos über die Kosten für einen einfachen Kunstrasenplatz eingeholt werden sollen.

Zusätzlich zur Diskussion um den Belag hatte der ortskundige Lomersheimer Stadtrat Ulrich Hagenbuch dem beiliegenden Luftbild vom Bolzplatz noch einen weiteren Aspekt entlockt: Zwei Autos parken an einer Stelle, an der die Einfahrt eigentlich verboten ist, um – in diesem Fall aus Lärmschutzgründen – Erwachsene vom Kicken im Wohngebiet abzuhalten.

Thomas Eier

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