Lienzinger Bier findet sogar Abnehmer in Berlin

Verein stellt neuen Hopfenschaugarten im Hart vor – Baden-Württembergische Landesvertretung will Etterdorfbräu ausschenken

Von Lukas Huber Erstellt: 27. Juli 2019, 00:00 Uhr
Lienzinger Bier findet sogar Abnehmer in Berlin Heinz Roller (v. re.), Roland Straub und Ulrich Jänisch (li.) vom Vorstand des Bierkeller- und Kulturvereins präsentieren dem Oberbürgermeister Frank Schneider den neuen Lienzinger Hopfenschaugarten. Foto: Huber

Mühlacker-Lienzingen. Vor fast genau einem Jahr, am 17. Juli 2018, wurde der Lienzinger Bierkeller- und Kulturverein mit dem Ziel gegründet, Heimat- und Brauchtumspflege zu betreiben. Und seither seien viele Projekte angestoßen worden, sagte der erste Vorsitzende Roland Straub bei einer Veranstaltung am Freitagnachmittag. Eins davon wurde dabei der Öffentlichkeit präsentiert: der neue Hopfenschaugarten in der Hart. Er gehört zu dem facettenreichen Bürgerprojekt, das von der Stadt mit 10000 Euro gefördert wird und für das sich der Verein einsetzt. Es trägt den sperrig wirkenden Titel „Aufarbeitung und Bewahrung der Lienzinger Wildhopfen Tradition. Pflege und Erhalt der Wildhopfenbestände. Naturschutz des Lienzinger Schmie- und Scherbenbachtals. Dokumentation der Lienzinger Hopfen- und Brauereigeschichte.“

Einfach war das Anlegen des Schaugartens, der in eine Wildblumenwiese eingebettet ist, indes keineswegs. Als die Ehrenamtlichen im März angefangen hätten, die Pflanzen einzusäen, seien auch Nadelstämme eingesetzt worden, an denen sie hochwachsen sollten, berichtete Straub. „Viele davon sind aber bei einem Sturm am 24. April abgebrochen.“ Die neue Lösung lag in deutlich robusteren Bambusstäben, an denen sich die insgesamt rund 40 Wild- und Zuchtpflanzen, die in zwei Reihen parallel angeordnet sind, seither langsam nach oben hangeln. Inzwischen haben manche davon Höhen von bis zu neun Metern erreicht. Eine Tücke sei auch, dass die Gewächse sehr pflegeintensiv sind, so der Vereinsvorsitzende. „Man sagt, der Hopfen will seinen Herrn täglich sehen.“

Nur zum Anschauen soll der Garten allerdings nicht dienen. Am 21. September steht die Ernte der Zapfen sowohl in der neuen Anlage als auch in der freien Natur – genau: im Bereich des Schmiebach- und des Scherbentalbachs – an. Die Früchte werden dann unter anderem dafür verwendet, um das „Etterdorfbräu Lienzingen 1882 Wildhopfen Edition“ zu brauen, das bei der Biermanufaktur Engel in Crailsheim hergestellt wird und seit einigen Monaten im Handel ist. „Die Nachfrage danach ist riesengroß, wir kommen fast nicht hinterher“, sagte Roland Straub.

Die neue Spezialität findet indes nicht nur im Raum Mühlacker Abnehmer. Nach einem Artikel im Mühlacker Tagblatt, berichtete Heinz Roller, Senior-Chef des gleichnamigen Getränkemarkts in Ötisheim, habe sich ein alter Mühlackerer , der in Berlin lebe, bei ihm gemeldet. Ihm seien Probeflaschen geschickt worden, und die habe er in die baden-württembergische Landesvertretung gebracht. Laut Roland Straub dauerte es dann nicht lang, bis der Anruf aus der Behörde kam: „Weil es sich bei unserem Bier um eine Spezialität aus unserem Bundesland handelt, wollen sie es künftig in der Landesvertretung ausschenken.“ Außerdem hätten sie den Informationsflyer zur Brauerei- und Hopfengeschichte im Mühlacker Stadtteil angefragt. Der sei allerdings noch nicht fertig. Die erste Ration des Etterdorfbräus jedenfalls werde voraussichtlich Anfang September in die Bundeshauptstadt geliefert. „Das ist für uns ein Riesenerfolg.“

Dass sich die Vertretung des Landes für das Produkt interessiert, freut auch Oberbürgermeister Frank Schneider, der den Garten am Freitag selbst in Augenschein nahm. „Dass das Bier nach Berlin kommt, ist eine super Sache, denn so kommt auch Mühlacker und Lienzingen dorthin.“

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