Kostümfreunde haben ihren Spaß

Traditionelle Faschingsveranstaltungen locken Hunderte verkleideter und geschminkter Besucher an

Von ulrike Stahlfeld, Volker Henkel und Tobias Rieger Erstellt: 3. März 2014, 00:00 Uhr
Kostümfreunde haben ihren Spaß Haben es in die Halle geschafft: Insgesamt feiern rund 450 Gäste beim Turnkraftwerk in Lomersheim. Foto: Stahlfeld, Fotomoment, Rieger

Das Faschingswochenende haben Kostümfreunde aller Altersgruppen in der Region ausgiebig genießen können – aufwendig verkleidet und passend geschminkt waren sie in Lomersheim, Iptingen, Enzberg oder am Wullesee bei Dürrmenz unterwegs.

Mühlacker/Wiernsheim. Nachdem am Schmotzingen Donnerstag die ein oder andere Krawatte abgeschnitten worden ist, nahm das Faschingstreiben über das Wochenende noch einmal zu – dabei wurden Alt und Jung gleichermaßen angesprochen. Und so fanden gleich mehrere Faschingspartys statt, die in bewährter Tradition von unterschiedlichen Vereinen gestemmt werden. Am Aschermittwoch ist dann erst einmal wieder alles vorbei. Doch bis es so weit ist, steht morgen noch der Faschingsdienstag an. Und schon an Halloween – also am 31.Oktober – geben sich Verkleidete dann wieder die Klinke in die Hand.

Hundert Meter lange Menschenschlange in Lomersheim

Die närrische Zeit läuft auf ihren Höhepunkt zu und so feierten am Samstag noch einmal rund 450 Gäste ausgelassen bei der 14. Faschingsparty des „Turnkraftwerks“ in der Festhalle von Lomersheim. Um auf jeden Fall dabei zu sein, harrten etliche Narren schon vor Saalöffnung in einer langen Schlange aus. 100 Meter, so schätzt Jürgen Mahler die Länge der Warteschlange, die sich am frühen Samstagabend vor der Lomersheimer Festhalle gebildet hatte. Eingefleischte Party-Fans wussten aus den Vorjahren, dass bei einer vollen Halle, jeder weitere Gast abgewiesen wird. Deshalb ging es im Vorfeld darum, sich rechtzeitig das Ticket für den närrischen Abend zu sichern.

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Jürgen Mahler saß gemeinsam mit Charlene Kraut und Anke Heinrich an der Kasse. Das Trio wunderte sich keinesfalls über den Ansturm. Charlene Kraut: „Unser Fasching ist chillig und lustig.“ Acht Leute vom Security-Dienst sorgten dafür, dass diese ungezwungene Atmosphäre nicht gestört wird. „Seit die Security da ist, gibt es bei uns keinen Stress mit Alkohol“, betonte Jürgen Mahler. In den letzten Jahren habe es höchstens einige Einzelfälle gegeben.

Mit 25 Leuten war der Verein „Turnkraftwerk“ im Saal im Einsatz, um seinen Gästen bis zwei Uhr morgens Party pur zu bieten. Auf der Bühne oben tat die regionale Band „Besser“ ihr Übriges, um die Stimmung der Narren weiter anzuheizen. Nachdem in den vergangenen drei Jahren eine Band aus Thüringen engagiert worden war, hatte man nun auf eine regionale Band gebaut, was laut Mahler auch finanzielle Gründe hatte.

Die Jungs von „Besser“ indes gaben sich äußerst heimatverbunden und traten in Trikots vom TSV Phönix Lomersheim auf. Auch andere Narren hatten sich in einen Einheitslook geworfen. Yannic, Tanja, Marcel und Jacqueline kamen als Schlumpf-Quartett: „Dann sieht man, dass wir zusammengehören.“ Yannic kommt fast jedes Jahr nach Lomersheim: Man trifft hier alte Bekannte. Die Stimmung passt.“ Und bei manch einem fing die Party nicht erst am Abend in Lomersheim an. Vanessa, Nadine, Maxi, Sara und Anja hatten sich bereits am Nachmittag getroffen, um sich als fünf identische Mäuschen zu verkleiden. Vom Rock über die Perlenkette bis hin zur Schleife im Haar – die Fünf glichen sich wie ein Ei dem anderen.

Narren feiern bei ausverkaufter Prunksitzung in Iptingen

500 Faschingsfans kamen am Samstagabend zur mittlerweile 21. Prunksitzung des SV Iptingen. In der Iptinger Kreuzbachhalle waren die „Caipirinha Fäzzer „zum ersten Mal dabei. Morgens um 8 Uhr begann der Tag für die Aktiven der „Caipirinha Fäzzer“, denn schon allein das Schminken dauert drei Stunden. Jedes Gesicht wird unterschiedlich geschminkt. Schwarz und Grün sind immer dabei. Farben, die für die „Caipirinha Fäzzer“ stehen. Es folgte eine Fahrt von eineinhalb Stunden von ihrem Heimatort bei Sinsheim nach Iptingen.

Der Frohe Faschingsclub Gerlingen und der SV Iptingen als Veranstalter der Prunksitzung in Iptinger haben die „Caipirinha Fäzzer“ bei einer Faschingsveranstaltung im vergangenen Jahr kennengelernt. „Die Einladung haben wir gerne angenommen“, so Tina Winterkorn von den „Caipirinha Fäzzer“. Fasching und Karneval müsse man „lieben“. Körperlich ist so ein Faschingstag nicht ohne. „Wenn die auf der Bühne stehen, geht es ab“. „Wir sind ein ganz toller Haufen“, meinte Tina Winterkorn. Das lässt die körperlichen Anstrengungen vergessen.

Um 19.30 Uhr zogen die „Caipirinha Fäzzer“ mit allen anderen Gruppen der Prunksitzung in die Kreuzbachhalle ein. Das Publikum stand auf und reckte immer wieder die Arme. Der in Iptingen wohnende Siggi Mayer als Vorstand des FFC Gerlingen und Marco Euchenhofer eröffneten die Prunksitzung im Giraffenkostüm. 25Programmpunkte von verschiedenen Faschingsvereinen folgten. Auch die Aktiven des SV Iptingen brachten mit „Zumba“ und „Schwarzlicht“ Schwungvolles auf die Bühne.

Der Auftritt von Carolin Wagner zeigte die Professionalität beim Tanzen. Sie ist die amtierende württembergische Meisterin bei den Tanzmariechen. Gelenkig und in sportlicher Höchstform brachte sie die Besucher zum Jubeln.

Die Prunksitzung war im Vorfeld schon an einem Tag ausverkauft. Wie Uwe Hinterseer sagte, hat der Verein vor zwei Wochen ein Weißwurstfrühstück am Sportplatz veranstaltet. Alle Karten wurden laut dem Vorsitzenden des SV Iptingen dabei verkauft. Am Samstag gab es noch 50Stehplatzkarten. Er selbst liebt die mit dem FFC Gerlingen veranstalteten Prunksitzungen. „Die Stimmung geht von Null auf 180“.

Kostümvielfalt beim Familienfasching in Enzberg

Von wegen typische Rollenverteilung: Feuerwehrfrauen beziehungsweise treffender formuliert Feuerwehrmädchen, Indianer, Polizistinnen und Piratinnen tummelten sich am Sonntag in der Enzberger Festhalle beim Familienfasching. Veranstaltet und bewirtet vom Enzberger Musikverein ist die Feier für die ganze Familie seit Jahr und Tag eine feste Institution im Enzberger Narrentreiben. Natürlich schlüpften die Kinder auch in traditionelle Rollen, wie Ritter und Prinzessinnen, sowie Cowboys und Superhelden. Frei von jedem Motto durfte jeder sich jeder verkleiden, wie es ihm gefiel.

So legte die elfjährige Kassandra eine Ritterrüstung an, um in der Festhalle auf Drachenjagd und Prinzessinnenrettung zu gehen. Nicht alle Mädchen wollten die geschlechtertypische Kostümierung aufbrechen, so waren auch Hexen, Pippi Langstrumpf und Rotkäppchen anwesend.

Auch die Eltern waren herzlich eingeladen, sich in Schale zu werfen und ihre Kinder bei der Kostümprämierung ordentlich anzufeuern. Bis 18 Uhr durften sich Jung und Alt bei Musik von DJ Tom austoben, Kaffee und Kuchen des Musikvereins genießen und einen bunten, gemütlichen Faschingssonntag verbringen.

244 Minuten Spiel, Musik und Narretei beim Musikverein

244 Minuten Spiele, Musik und jede Menge Narretei – beim Kinderfaschingsball des Musikvereins Mühlacker hatten gestern rund 150 Kinder und Erwachsene jede Menge Spaß. Im MV-Vereinsheim am Wullesee ging es einen Nachmittag lang richtig rund.

Jede Menge feine Prinzessinnen, stolze Indianer, kleine Teufel und lustige Clowns bevölkerten schon kurz nach dem Startschuss die Tanzfläche und übten mit Svenja Wenz den Ententanz. Doch das Team um den Vorsitzenden Markus Rößle hatte noch mehr unterhaltsame Spiele vorbereitet.

„Die Reise nach Jerusalem“ und vor allem die Kostümprämierung in verschiedenen Altersklassen sorgten für Spannung bei den Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter. Recht närrisch ging es auch auf der Bühne zu. Dirigent Christian Weber hatte eine richtige Narrenbande um sich geschart. Musikerinnen und Musiker vom Jugendorchester verstärkt mit Aktiven des Blasorchesters stimmten durchgehend flotte Hits an. Es herrschte gute Laune bei den großen und kleinen Narren. Und während die Erwachsenen den Fasching mit Sekt begossen, griffen die kleinen Narren je nach Geschmack zur Monsterbrühe oder zum Nixentrunk, um den Durst zu löschen.

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