Kindergarten-Eltern haben Bedenken

Geplanter Umbau des Gemeindezentrums St. Johannes in eine Flüchtlingsunterkunft stößt auf Kritik

Von Thomas Eier Erstellt: 31. Mai 2016, 00:00 Uhr
Kindergarten-Eltern haben Bedenken Kritische Fragen: Nadine Bräuner-Oser (li.) und Daniela di Stefano (2. v. re.) vom Elternbeirat mit den Müttern Claudia Pfeil und Nicole Laun (re.) vor dem Kindergarten/Gemeindezentrum. Foto: Disselhoff

Mühlacker. Die Eltern des Kindergartens St. Johannes im Mühlacker Wohngebiet Heidenwäldle sehen die Pläne, das benachbarte Gemeindezentrum in eine Unterkunft für 20 bis 25 Flüchtlinge umzuwandeln, kritisch. Der Eindruck, wonach die neue Nutzung keine Probleme mit sich brächte, sei falsch, sagt die Elternbeiratsvorsitzende Nadine Bräuner-Oser.

Einen Hinderungsgrund sehen die Eltern, die vor der Beratung des Kirchengemeinderats am Donnerstag rund 150 Unterschriften gesammelt haben, vor allem im Punkt Brandschutz, sei doch das bisherige Gemeindezentrum nur durch eine dünne Wand vom Kindergarten getrennt, die im Falle eines Feuers in der potenziellen Flüchtlingsunterkunft keine Absicherung bieten würde. Im Übrigen, argumentiert Nadine Bräuner-Oser, fielen durch die neue Nutzung die Räume für die Sprachförderung des Kindergartens weg. „Wir haben einen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund von mehr als 80 Prozent“, betont die Elternsprecherin die Bedeutung des Angebots, das durch die Pläne der Kirchenführung infrage gestellt sei.

Die Verbindungstür zwischen Kindergarten und Gemeindezentrum müsste, würde dort eine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet, abgeriegelt werden, während sie gleichzeitig als Fluchtweg diene, geben die Elternvertreter zu bedenken. Ebenfalls noch unbeantwortet sei die Frage, ob der Spielplatz des Kindergartens auch von Flüchtlingskindern mitbenutzt werden solle. Auch der Umstand, dass laut Bräuner-Oser die zusätzlichen Sanitäranlagen und Duschen, die für die Unterbringung von Asylsuchenden notwendig würden, direkt vor dem Kindergarten platziert werden sollten, wird kritisch gesehen.

Kritik üben die Eltern des katholischen Kindergartens, den in drei Gruppen mehr als 70 Kinder besuchen, insbesondere an der Informationspolitik des Dekanats, das bislang die Probleme bewusst ausgespart und die Einwände der Eltern ignoriert habe. „Wir haben mit der Feuerwehr und der Stadtverwaltung gesprochen“, berichtet Nadine Bräuner-Oser, und der Eindruck, den Dekan Claus Schmidt vermittle, sei nicht korrekt. Kritische Stimmen würden ignoriert und den Kirchengemeinderäten wichtige Fakten – zum Beispiel zum Thema Brandschutz – vorenthalten, lautet der Vorwurf. „Deshalb wollen wir vor der Entscheidung am Donnerstag nochmals die Mitglieder des Kirchenrats anschreiben“, kündigt Bräuner-Oser an.

Thomas Eier

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