Innovatives Hausprojekt im Aischbühl

Mehr als 40 Firmen beteiligen sich an einer Kooperation für mehr Wohngesundheit – OB Schneider wirbt für Baugebiet mit Ausblick

Von Thomas Sadler Erstellt: 1. Oktober 2016, 00:00 Uhr
Innovatives Hausprojekt im Aischbühl Strahlende Gesichter beim Baggerbiss (v.li.): OB Frank Schneider, Johannes Schwörer, Britta Warmbier sowie Bauherr und Projektinitiator Norbert Weimper mit Ehefrau Christine. Foto: Sadler

Die Bauplätze im Mühlacker Gebiet Aischbühl sind begehrt. Jetzt entsteht an der Ludwigstraße ein Holzfertighaus, bei dem „Wohngesundheit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit“ im Mittelpunkt stehen sollen. Am Freitag wurde der erste Baggerbiss vorgenommen.

Mühlacker. 15 Bauplätze biete das Neubaugebiet Aischbühl, sagte Oberbürgermeister Frank Schneider kürzlich bei einer Besichtigung aktueller Baustellen. 13 von ihnen waren in städtischer Hand, und alle seien verkauft. Insgesamt seien mehr als 50 Anfragen von Kaufinteressenten für diese Grundstücke eingegangen, freute sich der OB.

Nun soll ein weiteres Haus im Aischbühl entstehen. Wie beim offiziellen Startschuss vor der Presse betont wurde, werde bei dem Vorhaben die Gesundheit der künftigen Bewohner großgeschrieben, was schon die Bezeichnung „Schwörer Healthy Home Projekt Mühlacker, Deutschland“ zum Ausdruck bringen soll.

Ein „healthy home“, ein gesundes Heim, möchte Norbert Weimper, der gleichzeitig Initiator des Projekts, Baufachjournalist und Bauherr ist. Der Aufbau des geplanten Hauses ist für Dezember vorgesehen, und acht Wochen später will Norbert Weimper mit seiner Ehefrau Christine einziehen, wie er am Freitag nach dem symbolischen Start der Erdarbeiten gegenüber unserer Zeitung angekündigt hat. Ab Mitte Oktober möchte das Ehepaar im Internet über das Bauvorhaben berichten (bau-blogger.de). Das „Schwörer Healthy Home“, das in Mühlacker entstehe, sei europaweit das erste „Healthy Home“, hob der aus dem Kreis Calw kommende Weimper die Besonderheit des Projekts in der „schwäbischen Toskana“ hervor. Mehr als 40 Markenhersteller und Firmen aus der europäischen Bauindustrie, auch aus Mühlacker, beteiligen sich als Partner an dem Projekt, mit dem, so Weimper, ein ökologisches und gesundes Zuhause“ angestrebt werde. Dazu beitragen sollen zum Beispiel eine Brennstoffzellenheizung mit Solarstromspeicher, eine elektrochrome Verglasung für automatische Abdunkelung, eine Wohnraumlüftung mit über 90 Prozent Wärmerückgewinnung und eine funkgesteuerte Einbruchschutzanlage.

Er sei voller Vorfreude auf das Projekt, sagte Johannes Schwörer, Geschäftsführer von Schwörer Haus, beim ersten Baggerbiss. Die Unternehmen, die an dem Kooperationsprojekt beteiligt seien und von denen gestern zahlreiche Vertreter auf dem Grundstück anwesend waren, zählten zu einer „innovativen Baubranche“. Healthy-Home-Häuser würden allesamt auf Emissionen in den Gebäuden untersucht, so Schwörer, der sich übers Internet über die kommunalpolitischen Pläne der Rathausspitze, auch in Bezug auf die Ausweisung neuer Baugebiete, informiert hatte und OB Frank Schneider als „innovativen und weitsichtigen Oberbürgermeister“ lobte. Der so Gewürdigte hob die Lage des geplanten Einfamilienhauses an der Ludwigstraße hervor, von wo die künftigen Bewohner einen schönen Blick über die Stadt hätten, und freute sich über die zu erwartenden Neubürger.

Britta Warmbier von Velux Deutschland ging im Namen der Partner auf die Kriterien ein, die das geplante Haus erfülle. Es biete ausreichend Tageslicht, frische Luft, angenehme Temperaturen sowie eine angemessene Luftfeuchtigkeit und ermögliche erholsamen Schlaf, rührte sie die Werbetrommel. Laut Projektinitiator Weimper erfährt das Haus „ein bisher einzigartiges Prüf- und Validierungsverfahren betreffend Wohngesundheit“ durch ein mit dem TÜV zusammenarbeitendes Institut.

Interessant ist indes auch die Vorgeschichte des Baugebiets Aischbühl. Ursprünglich war eine Fläche von 6,4 Hektar vorgesehen, wobei auch Entwürfe für ein verkleinertes Areal mit 4,5 Hektar angefertigt wurden. Am Ende blieb dann – unter dem Protest eines Teils des Gemeinderats – nur noch ein geschrumpftes Gebiet von 0,84 Hektar im östlichen Bereich übrig. Gründe für die starke Reduzierung waren die erwarteten hohen Kosten für Erschließung und Lärmschutz, Bedenken wegen des Arten- und Naturschutzes und der Umstand, dass auch in der früheren Ziegelei Platz für eine künftige Wohnbebauung vorhanden ist.

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