Im Video: Unterwegs mit der Mobilen Jugendarbeit Mühlacker

Austausch: Beim „Streetworken“ geht es locker zu

Von Lukas Huber Erstellt: 8. Juli 2017, 00:01 Uhr
Im Video: Unterwegs mit der Mobilen Jugendarbeit Mühlacker Monika Jerkovic (Mitte) und Nathalie Pavan von der Mobilen Jugendarbeit sprechen beim Streetworken in der Innenstadt junge Einwohner an. Foto: Recken

Mit der Videokamera hat das Mühlacker Tagblatt Nathalie Pavan, Stefanie Thäter und Monika Jerkovic von der Mobilen Jugendarbeit bei ihrer Arbeit auf der Straße – neudeutsch: Streetworken – begleitet. Dabei suchen sie in der Regel Jugendliche an deren Treffpunkten auf, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Warum gehen Sie streetworken ?
Nathalie Pavan: Das hat mehrere Gründe. Der wichtigste ist die Kontaktaufnahme mit den Jugendlichen. Einerseits lernt man neue Leute kennen, andererseits trifft man welche, die man vielleicht schon längere Zeit nicht getroffen hat. Es geht in gewisser Weise um ein Sehen und Gesehenwerden, um zu zeigen, dass wir da sind.

 

Dabei geht es aber nicht um Kontrolle, oder ?
Nein, wir sind nicht ordnungspolitisch unterwegs. Uns ist es einfach wichtig, Präsenz zu zeigen, auch bei der Bevölkerung. Ein Beispiel: Wenn es Probleme gibt, weil Jugendliche jemanden stören, wünschen wir uns, dass die Leute uns zuerst ansprechen. Wir können dann vermitteln, bevor die Polizei oder das Ordnungsamt eingeschaltet wird – auf eine freundliche Art und Weise. Umgekehrt können natürlich auch die Jugendlichen auf uns zukommen, wenn es irgendwo Unstimmigkeiten gibt.

Wie läuft das Streetworken in der Regel ab ?
Wir gehen immer zwei- bis dreimal die Woche – meistens dienstags und freitags – raus und klappern in Mühlacker und allen Stadtteilen die verschiedenen Plätze ab, von denen wir wissen, dass sich dort Jugendliche aufhalten. 2016 waren wir insgesamt 66-mal unterwegs.

Wo gibt es solche Brennpunkte ?
Brennpunkte würde ich sie nicht nennen, das klingt so nach Frankfurt oder Stuttgart. Eher Treffpunkte. Häufig findet man Jugendliche in Mühlacker im Bereich der Drehscheibe oder an der Friedrichstraße. Aber auch in den Stadtteilen gibt es solche Orte. Beispiele dafür sind das Jugendhaus in Enzberg oder die Hütte neben der Lebenshilfe in Lomersheim.
Wie viele Leute betreut die Mobile Jugendarbeit ?
Es sind insgesamt etwa 250 Personen, die bei uns im Büro an der Bahnhofstraße Einzelneratungen bekommen. 153 davon – also der Großteil – sind männlich, 97 weiblich. Beim Streetworken sind wir im vergangenen Jahr 740 Mal mit Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsene ins Gespräch gekommen.

Was sind typische Anliegen der Jugendlichen ?
Meistens geht es um den Übergang von der Schule ins Berufsleben. Wir helfen ganz oft den Leuten dabei, Bewerbungen zu schreiben. Das Streetworken eignet sich dafür, vorzufühlen. Die Jugendlichen kommen auch mit verschiedenen Anfragen zu uns wie zum Beispiel zu einer Bolzplatzerneuerung, oder sie wollen Aktionen starten oder Turniere organisieren. Das kommt auch oft im Gespräch zustande…

Lukas Huber

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