Gewerbe: Gebiet Hart wieder im Gespräch

Möglicherweise kommt auch das Areal bei Lienzingen als Firmenstandort in Betracht – Bürger-Info wird auf April verschoben

Von Thomas Sadler Erstellt: 27. Februar 2015, 00:00 Uhr
Gewerbe: Gebiet Hart wieder im Gespräch Oberbürgermeister Frank Schneider präsentiert eine Karte mit Bereichen, die für ein neues Mühlacker Gewerbegebiet im Gespräch waren oder immer noch sind. Foto: Sadler

Bei der Suche nach einer geeigneten Fläche für Gewerbe in Mühlacker hat sich eine neue Situation ergeben: Möglicherweise stehen nun zwei denkbare Areale, auf denen sich Firmen ansiedeln können, zur Wahl: neben Lug-Fuchsensteige/Biegeläcker nämlich vielleicht auch noch der Bereich Hart.

Mühlacker. Schon seit vielen Monaten läuft die Suche nach einem Standort für ein neues Gewerbegebiet. Und die Zahl der ernsthaft infrage kommenden Gelände ist sukzessive geschrumpft. So seien, wie Oberbürgermeister Frank Schneider gestern bei einem Pressegespräch zurückblickte, die Bereiche Hartwald-Osttangente und Hochberg aus artenschutzrechtlichen Gründen, sprich, weil dort zahlreiche schützenswerte Tierarten vorkommen, ausgeschieden. Ein weiteres Gebiet, die Ziegelhäule, sei ein Naturschutzgebiet und scheide deshalb sowieso aus. Da nach einer Bewertung des Landschaftsökologen Thomas Köberle auch für die Hart artenschutzrechtliche Hürden einem Gewerbegebiet im Wege zu stehen schienen, blieb vorerst nur noch Lug-Fuchsensteige/Biegeläcker, also eine landwirtschaftliche Fläche südlich der B10 und des bestehenden Gewerbe- und Industriegebiets Waldäcker. Für diesen Standort spricht, dass die Äcker sich nicht in einem Grünzug befinden und auch artenschutzrechtlich kein Problem wären. Allerdings wehren sich Bauern entschieden gegen eine Bebauung der dortigen wertvollen Ackerböden.

Indes ist nun plötzlich noch ein weiterer Bereich wieder im Gespräch. Wie OB Schneider am Donnerstag mitteilte, habe der Experte Dr. Gunther Matthäus vom Büro Detzel&Matthäus, der für die Stadt bereits mehrere Gelände mit kundigem Blick auf die jeweilige Tierwelt unter die Lupe genommen hat, bei einer weitergehenden Untersuchung festgestellt, im Bereich Hart sei die artenschutzrechtliche „Schranke“ nicht so hoch, dass sie unüberwindbar wäre.

Was nicht heißt, dass die Hart nun plötzlich ein völlig unproblematischer potenzieller Standort für Unternehmen wäre. Zwar gibt es hier keine so guten Böden wie südlich der B10, doch liegt der Bereich innerhalb eines regionalen Grünzugs, der vor einer Bebauung durch Betriebe erst mal aufgehoben werden müsste. Und darüber hinaus, so OB Schneider, befinde sich die Hart in der Nähe der Lienzinger Wohnbebauung.

Um mehr Sicherheit zu bekommen, möchte der Rathauschef als Nächstes mit dem Landratsamt Enzkreis und dem Regierungspräsidium sprechen, um günstigstenfalls eine Bestätigung von Matthäus’ Einschätzung zu erhalten, dass die Hart-Hindernisse nicht zu hoch sind und die Hart neben Lug-Fuchsensteige/Biegeläcker als zweites mögliches Gewerbe-Areal in Betracht kommt.

Weil dies freilich seine Zeit braucht, wird die für den 11. März vorgesehene Bürger-Information um etwa einen Monat verschoben. Sie soll nun, so der Oberbürgermeister, am 15. oder 22. April im Uhlandbau stattfinden.

In einem weiteren Schritt, denkt Frank Schneider schon einmal voraus, gelte es, das Gebiet Hart über einen Zeitraum von einem Jahr ausgiebig längerfristig faunistisch zu untersuchen. Ebenfalls eine Erkundung der Fauna sei wohl auch in den Gewannen Lug-Fuchsensteig/Biegeläcker ins Auge zu fassen.

„Wir brauchen ausreichend Gewerbefläche – und zwar 20 Hektar plus“

OB Frank Schneider

Nach Lage der Dinge dürfte die Suche nach einem neuen Gewerbegebiet noch einige Zeit in Anspruch nehmen und etliche Diskussionen in verschiedenen Gremien nach sich ziehen. Doch egal, auf welches Gebiet letztlich die Wahl des Gemeinderates fällt – falls er sich überhaupt für ein großes Gebiet auf einer der im Gespräch befindlichen Flächen entscheidet –, eins steht für OB Frank Schneider schon jetzt fest: „Wir brauchen ausreichend Gewerbefläche – und zwar 20 Hektar plus“, macht er deutlich, dass es seiner Auffassung nach mit einem Mini-Gebietle nicht getan ist, um alteingesessene Firmen zu halten und neue hinzuzugewinnen und so Arbeitsplätze zu sichern und höhere Gewerbesteuereinnahmen als zuletzt zu verbuchen.

Thomas Sadler

Redakteur E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

Thomas.Sadler@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen
Gartenhütten abgebrannt

Gartenhütten abgebrannt

Mühlacker-Enzberg (pol/cb). Die österliche Ruhe hatte für zahlreiche Angehörige der Feuerwehr am Sonntagabend ein Ende, als ein Brand im dicht bebauten Ortskern von Enzberg die Floriansjünger auf den Plan rief…. »