„Gelungene Werbung für unsere Weine“

Die Premiere des Glühweinfests auf dem Mühlacker Kelterplatz ist so erfolgreich verlaufen, dass eine Wiederholung wahrscheinlich ist

Von Norbert Kollros Erstellt: 29. Januar 2018, 00:00 Uhr
„Gelungene Werbung für unsere Weine“ Das Publikum beim ersten Glühweinfest in Mühlacker genießt auf dem in anheimelndes Licht getauchten abendlichen Kelterplatz die Stimmung. Foto: Kollros

„Wann hat’s schon mal an einem 26. Januar abends so viele Menschen auf dem Kelterplatz gegeben?“ Die Frage eines Besuchers sagt eigentlich alles aus über diesen Abend: Trotz Nieselregens wurde das erste Mühlacker Glühweinfest, organisiert vom Citymarketing, gleich auf Anhieb ein absoluter Erfolg.

Erfolgreiches Heimspiel: Rock- und Pop-Ohrwürmer covert das Trio von „Angel’s Share“ mit Michael Wiechert, Andreas Brandt und Eckhard Sommer (v.li.) samt Spontan-Sängerin Esther Lenke.Erfolgreiches Heimspiel: Rock- und Pop-Ohrwürmer covert das Trio von „Angel’s Share“ mit Michael Wiechert, Andreas Brandt und Eckhard Sommer (v.li.) samt Spontan-Sängerin Esther Lenke.

Mühlacker. Er war ja schon mitunter ein bisschen belächelt worden, der Citymanager Rolf Watzal, als er vergangenen Herbst die Idee entwickelte, an einem Januar-Abend ein solches Fest zu wagen. Trotzdem: Alsbald hatte er die Zusage von neun Weinerzeugern – Genossenschaften, Weingüter und ein Apfelwinzer – sowie zwei Caterern, die bei dieser Premiere dabei sein wollten und auch bereit waren, ein Standgeld im unteren dreistelligen Bereich zu berappen.

Mit diesem Geld sollte die Musik finanziert werden, ohne die ein Fest jedwelcher Art gar nicht mehr geht. Und auch damit bewies Watzal ein gutes Händchen: Den ersten Teil des Abends übernahmen „Les For me-dables“ aus dem Raum Nürtingen, ein Quartett im Stil französischer Straßenmusikanten mit der beschwingten Musikalität der großen Chansonniers von Jaques Brel bis Gilbert Bécaud oder dem unvergesslichen Charles Aznavour.

Das eine oder andere Besucherpärchen wagte sogar einen Tanz, viele andere swingten mit zu den eingängigen Melodien des Quartetts um Sänger und Gitarrist Marc Deply bei den Ohrwürmern wie „Nathalie“ oder „Accordéon“. Mit Acoustic-Cover – Rock und Pop der 60er bis 80er Jahre – führte das musikalische Trio „Angel’s Share“ samt weiblicher Gesangsverstärkung die Stimmung auf dem Kelterplatz in weitere Höhen. Einheizende Rhythmen, mehrstimmige Gesänge und die mitreißenden handgemachten Interpretationen bekannter Titel ließen beim Publikum das „bisschen“ Schmuddelwetter in den Hintergrund treten.

Die Weinstände und dazwischen die Stände der beiden Caterer ließ Rolf Watzal in Anlehnung an eine Wagenburg aufbauen, innerhalb derer sich die Menschen auch bei weniger starkem Besuch nicht verloren hätten. Dazwischen loderten Holzscheite in Feuerschalen, und war das Festgelände gegen 19 Uhr noch etwa zur Hälfte gefüllt, herrschte zwei Stunden später drangvolle Enge.

„Es sieht nach einer Wiederholung aus im nächsten Jahr“, fasste Organisator Rolf Watzal seine Eindrücke tags darauf zusammen. Es sei ein „sehr harmonisches Fest“ gewesen „mit richtig intimem Flair“ und ohne unliebsame Zwischenfälle. Auch die Weinbaubetriebe wollten das nächste Mal wieder dabei sein, war das Ergebnis seiner Umfrage.

Dies bestätigte auch Stefan Exner, Vorsitzender der WG Sternenfels: „Ich kann’s mir gut vorstellen“, sagte er, denn man habe den Eindruck gewinnen können, dass die Besucher „Lust auf eine solch gute Veranstaltung verspüren“. Trotz der eher widrigen Wetterbedingungen, vor denen man aber auch im Sommer nicht gefeit sei, „hat’s viel Spaß gemacht“.

Vormittags sei die Stimmung noch „sehr auf dem Tiefpunkt“ gewesen, blickte Frank Jaggy vom gleichnamigen Schönenberger Weingut zurück. Man habe eben kurzfristig reagiert, große Schirme als Regenschutz herbeigeschafft, und dann sei’s „super gelaufen“, auch die Musik habe gestimmt. Zudem habe man mit dem Weingut Häußermann kooperiert und sich gegenseitig beim Ausschank unterstützt, „und auch das hat Spaß gemacht, und dieses Hand-in-Hand hat doch den einen oder anderen Besucher sogar verblüfft“.

„Ein sehr schönes Fest, wir sind zufrieden“, bilanzierte auch Hans Meffle, Aufsichtsratschef vom „Amthof 12“ der Weingärtner Oberderdingen-Knittlingen. Auch seine Genossenschaft werde wieder dabei sein. „Überraschend lange“ hätten es die Besucher auf dem Platz ausgehalten, viele bis zum „Zapfenstreich“ um Mitternacht, und auch der Publikumsquerschnitt sei ein guter gewesen. Im Ausschank war freilich längst nicht nur Glühwein aus jeweils eigener Herstellung, alle Betriebe hatten auch eine Auswahl an Flaschenweinen mitgebracht. Beim einen Ausschank lief dann das heiße Produkt besser, beim anderen war’s umgekehrt. „Eine gelungene Werbung für unsere Weine“: So lautete eine Aussage, die für alle Betriebe galt.

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