Gasalarm in Enzberg: Feuerwehr rückt aus

Otto-Erlenmaier-Haus in Enzberg evakuiert – Bewohner müssen drei Stunden in der Kälte ausharren

Von Lukas Huber Erstellt: 10. Januar 2018, 18:03 Uhr
Gasalarm in Enzberg: Feuerwehr rückt aus Die Feuerwehrleute forschen im Otto-Erlenmaier-Haus nach der Ursache für den Gasalarm. Vorsorglich ist auch der Rettungsdienst vor Ort. Foto: Huber

Mühlacker-Enzberg. Wegen eines Gasalarms im Otto-Erlenmaier-Haus in Enzberg musste am Mittwochmorgen die Feuerwehr ausrücken. „Eine Mitarbeiterin der Sparkasse hat einen stechenden Geruch wahrgenommen“, berichtete vor Ort an der Dr.-Simons-Straße Einsatzleiter Matthias Donath, der mit seiner Mannschaft um 9.30 Uhr verständigt worden war.

Zunächst hätten die Einsatzkräfte versucht zu lokalisieren, wo der Geruch herkomme, sagte Donath. Eine nicht ganz einfache Angelegenheit, weil das Gebäude groß und verwinkelt sei. Messungen im Heizungskeller hätten schließlich eine erhöhte Kohlenstoffmonoxid-Konzentration ergeben. Dabei handelt es sich um gefährliches Atemgift, weil es leicht über die Lunge aufgenommen wird. Da das Gas farblos und geruchslos ist und die Atemwege nicht reizt, wird es in der Regel kaum wahrgenommen. Während der Ursachensuche habe der Schutz der Bewohner im Fokus gestanden, so Donath. Also seien die Räumlichkeiten des Wohn- und Geschäftshauses, in denen sich rund 20 Menschen befunden hätten, evakuiert worden. Die gute Nachricht, die Donath gegen 10.30 Uhr verkündete: keine Verletzten. „Besonders gefährlich wäre ein solcher Vorfall in der Nacht, wenn die Bewohner schlafen.“ Dann könne sich das Gas, ohne dass es jemand bemerke, im Gebäude verteilen.

Neben den rund 20 Feuerwehrkräften, die auch noch damit beschäftigt waren, das Gebäude zu entlüften, wurden ein Mitarbeiter der Stadtwerke Mühlacker und ein Heizungsbauer zur Ursachensuche herangezogen. Ersterer habe ausgeschlossen, dass Erdgas ausgetreten sei, und Letzterer, dass das Kohlenmonoxid durch eine Störung an der Heizungsanlage frei geworden sei. Letztendlich stellten die Experten fest, dass der Grund für den Alarm an einer fehlenden Belüftung des Heizungskellers lag. „In solchen Räumen ist eine Zuluftöffnung notwendig“, erklärte Donath am Nachmittag. Gebe es die nicht, funktioniere die Heizung zwar problemlos weiter, sie sauge aber die frische Luft im Raum an, während die Gaskonzentration steige. In dem betroffenen Raum gebe es – vermutlich für die Zuluft – ein Bohrloch, das verstopft sei, und ein Fenster, das eigentlich offen stehen müsse. Offenbar habe es aber jemand geschlossen. Damit ein solcher Vorfall künftig verhindert wird, hat die Feuerwehr das Fenster ausgehängt und ein Gitter an der Stelle angebracht.

Um 12.30 Uhr, also drei Stunden nach der Alarmierung, rückten die Einsatzkräfte wieder ab. „Zu diesem Zeitpunkt durften dann die Bewohner auch das Gebäude wieder betreten.“

Lukas Huber

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