Frühjahrsputz geht in die Endphase

Vorbereitungen auf die Freibadsaison laufen auf Hochtouren – Kleine Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten werden erledigt

Von Anna Hähnle und Theresa Mammel Erstellt: 25. April 2019, 00:00 Uhr
Frühjahrsputz geht in die Endphase Das Nichtschwimmer-Becken ist zwar noch leer, soll aber vor Saisonstart noch mit Wasser gefüllt werden. Fotos: Mammel

Kristallklares Wasser, frisch gemähte Liegewiesen und saubere Duschen: Wenn das Mühlacker Freibad am 1. Mai seine Pforten wieder öffnet, muss alles blitzeblank sein. Dafür sorgt ein Team der Bäderbetriebe, das seit knapp zwei Monaten auf Hochtouren daran arbeitet, alles in Schuss zu bringen.

Mühlacker.Auf den ersten Blick könnte man meinen, das Freibad sei schon startklar für die Sommersaison: Hellblau schimmert das Wasser im Schwimmerbecken, und die spiegelglatte Wasseroberfläche verleitet gar dazu, den Sprung ins kühle Nass zu wagen. Doch dann nähert sich der große Rasenmäher und setzt der Idylle ein Ende: Denn das Team um die stellvertretende Betriebsleiterin der Mühlacker Bäder, Kristin Gebauer, steckt gerade in der heißen Endphase, um das Freibad für den Saisonstart herauszuputzen. „Und da steckt weit mehr dahinter, als nur die Schwimmbecken“, sagt sie, während sie von einer Leiter vom Dach über den Umkleidekabinen heruntersteigt.

„Ich muss kontrollieren, ob die Solaranlage auf dem Dach noch richtig liegt. Durch den Wind kann sie verrutschen“, erklärt sie, was sie in schwindelerregender Höhe macht, um die Solaranlage wieder startklar zu bekommen. Damit soll das Wasser auf eine natürliche Weise erhitzt werden, wenn in einer Woche die ersten Mutigen ins Becken springen. Während das große Schwimmerbecken schon fertig geputzt und befüllt ist, liegt das Nichtschwimmerbecken noch im Trockenen. Das Becken, in dem bis zuletzt noch das Wasser vom Winter gewesen sei, werde zuerst komplett entleert. Es werde in der kalten Jahreszeit im Becken gelassen, um es vor Schäden aller Art zu schützen. „Nun werden die Edelstahlbecken mit Hochdruckreiniger ausgewaschen, mit einem speziellen Edelstahlreiniger gesäubert und schließlich befüllt und gechlort“, so Gebauer, die eine Ausbildung als Fachangestellte für Bäderbetriebe und einen Meistertitel hat.

Diese Prozedur, die in allen Becken nötig sei, geschehe ein bis zwei Wochen vorher, damit man die Wasserwerte noch rechtzeitig überprüfen und das Wasser erwärmen könne. Dass es darüber hinaus noch vieles zu tun gibt, zeigt sich dem Betrachter schnell, wenn er zwei Wochen vor Saisonstart den Blick über das Gelände schweifen lässt: Hier und da wird geschrubbt und gewischt, ein Gärtner ist beschäftigt und am Spielplatz wird geschraubt. Die Reinigung spielt auf dem ganzen Gelände eine große Rolle. Egal, ob Umkleiden oder Spielplätze, alles muss sauber sein, damit die Badegäste bei der Eröffnung zufrieden sind. Der Gärtner, der auch während der Saison halbtags im Freibad angestellt ist, kümmert sich um den Zustand der Büsche und Pflanzen. Selbst die Duschen haben spezielle Vorbereitungen nötig, denn Temperatur und Laufzeit müssen eingestellt werden.

Es sind viele Kleinigkeiten, die das Team kurz vor der Freibaderöffnung Zeit kosten: Sei es, dass an manchen Wänden die Farbe abblättert, dass die Fliesen an einigen Stellen kaputt sind, dass das Volleyballfeld aufgedeckt und die Schaukeln montiert werden müssen. Immerhin spielt das Wetter mit: „Wenn es eine Woche vor Eröffnung schneit, ist es oft schwer, das Wasser auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen“, nennt Kristin Gebauer Tücken der Vorbereitung. Doch dieses Jahr sehe es gut aus. „Wir liegen im Zeitplan, und wenn wir so weitermachen, steht einem guten Saisonstart nichts mehr im Wege.“

Mit der Eröffnung gehen dem Team die Aufgaben aber noch lange nicht aus, eigentlich geht es dann erst richtig los: „Wenn viel los ist, steht man als Bademeister dauernd unter Strom.“ Und auch, wenn die Besucher das Freibad gegen 20.15 Uhr verlassen haben, ist noch kein Feierabend angesagt: Kristin Gebauer muss dann die Wasserwerte, Chemikalien und auch die Technik überprüfen, um sicherzugehen, dass alles in bester Ordnung ist. Auch die Reinigungskräfte machen sich nach dem Betrieb an die Arbeit, um Toiletten, Umkleiden und Duschen zu säubern. Parallel reinigt der automatische Beckensauger über die Nacht die Schwimmbecken. „An heißen Tagen bin ich abends immer total platt, weil die Arbeit sowohl körperlich als auch mental anstrengend ist“, berichtet Kristin Gebauer vom Bäderalltag, den sie dennoch schätze. Ihr Job als stellvertretende Betriebsleiterin sei nämlich sehr vielfältig. „Ich sitze nicht nur die ganze Zeit im Büro, um Termine oder Ähnliches zu organisieren, sondern ich bin auch oft draußen an der frischen Luft“, sagt die 25-Jährige, der die große Abwechslung in den verschiedensten Aufgabenbereichen gefällt. „Ich muss einerseits die Technik überprüfen, andererseits organisiere ich vieles.“ Auch an der Kasse helfe sie gern aus, wo sie mit Menschen zu tun habe, und sie scheue sich nicht, auch einmal einen Putzlappen in die Hand zu nehmen.

Einen Kartenvorverkauf wird das Freibad indes in diesem Jahr nicht anbieten (unsere Zeitung hat berichtet). Grund dafür ist, dass ein neues Kassensystem in Betrieb genommen wird. „Das bisherige System war veraltet, und für kaputte Teile gibt es keine Ersatzteile mehr“, so Gebauer. Nicht nur deshalb sei die Umstellung notwendig, auf lange Sicht solle dadurch auch der Einlass erleichtert werden, in dem der Eingangsbereich umgestaltet werde und die Besucher das Freibad mit den Karten selbständig durch ein Drehkreuz betreten könnten. Die Umgestaltung des Eingangsbereichs soll aber erst in den nächsten Jahren erfolgen. „Das heißt konkret: Die Umstellung des Kassensystems auf moderne Kassen mit Touch-Funktion und moderneren Eintrittskarten ist eine vorbereitende Maßnahme, der Eingangsbereich bleibt dieses Jahr noch so, wie er bisher war“, klärt Gebauer auf. Der Erwerb der Karten in dieser Saison sei dann am dem 1. Mai möglich – einem Badesommer steht also nichts im Wege.

An heißen Tagen, gesteht Kristin Gebauer, habe sie selbst manchmal Lust, ins Wasser zu springen – was aber nicht geht. Lösungen gegen die Hitze gibt es anderweitig: Schützende Kleidung, Schatten und ab und zu die Arme nass machen helfe bei Hitze. Obwohl die Mitarbeiter während der Betriebszeit nicht schwimmen dürfen, müssen sie sich im Wasser fit halten. Denn spätestens alle zwei Jahre müssen sie ihre Rettungsfähigkeit nachweisen.

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