Feuerwache: Preise für die besten Ideen

Karlsruher Planungsbüro überzeugt mit seinem Entwurf – Nach Sommerpause beschäftigt sich Gemeinderat mit dem Neubau

Von Thomas Sadler Erstellt: 23. Juli 2016, 00:00 Uhr
Feuerwache: Preise für die besten Ideen Erster Preisträger: Die Planer Tim Feigenbutz (li.) und Philip Pannier (re.) präsentieren mit Oberbürgermeister Frank Schneider ihr Modell für den Bau der neuen Feuerwache. Foto: Sadler

Mühlacker bekommt eine neue Feuerwache. Wie soll das wichtige Gebäude gestaltet werden? 22 Entwürfe von Planern liegen vor. Den ersten Preis hat das Büro Feigenbutz Architekten BDA aus Karlsruhe erhalten. Pläne und Modelle sind in der heutigen Feuerwache an der Rappstraße zu besichtigen.

Mühlacker. Vier Preise und eine Anerkennung hat das Preisgericht, das am Donnerstag von morgens bis spätnachmittags tagte und dem Architekten sowie Vertreter von Verwaltung, Gemeinderat und Feuerwehr angehörten, unter Vorsitz von Professor Gerd Gassmann nach einem Ausschlussverfahren, bei dem die anderen Ideen aussortiert worden waren, vergeben. Der erste Preisträger erhält ein Preisgeld von 18000 Euro; insgesamt werden an die fünf bestplatzierten Teilnehmer des europaweit ausgeschriebenen teiloffenen Realisierungswettbewerbs 55000 Euro verteilt.

In einem nächsten Schritt, kündigte Oberbürgermeister Frank Schneider an, der ebenfalls Mitglied des Preisgerichts war, werde die Verwaltung Vergabegespräche mit den Preisträgern führen. Dann kommt das Thema zügig auf die Tagesordnung des Gemeinderats, der entscheiden muss, welcher Wettbewerbsbeitrag in die Tat umgesetzt wird, sprich, ob auch er, wie das Preisgericht, das Karlsruher Büro für am besten hält – wovon, wie am Freitag zu hören, war auszugehen sei, was freilich nicht ausschließt, dass es im Detail noch zu Änderungen gegenüber dem Entwurf von Tim Feigenbutz kommen kann.

Weiterer Schritt auf dem Weg zu einer neuen Feuerwache: Im Februar 2017, so Hansjörg Förnzler vom städtischen Hochbau, müsse der Zuschussantrag gestellt werden. Wann der Bau anläuft, ist indes noch nicht sicher. Frühestens im Herbst nächsten Jahres, so Förnzler. Wobei Oberbürgermeister Frank Schneider sich nicht festlegen wollte – nicht zuletzt weil viele Baufirmen ausgelastet und schwer für einen Auftrag zu gewinnen seien.

Noch nicht klar ist auch, wie viel genau die neue Feuerwache, die am Senderhang gegenüber dem früheren Opel-Schott-Areal mit einer Alarmausfahrt auf die B10 gebaut werden soll, kosten wird. Die Vorstellung, die den Planern, die beim Realisierungswettbewerb mitmachten, vorgegeben wurde, beträgt circa acht Millionen Euro.

Am Freitag stellten Preisgerichtsvorsitzender Gerd Gassmann, OB Schneider und die Planer die fünf ausgezeichneten Entwürfe, die im großen Saal der Feuerwache zu sehen sind, der Presse vor.

Die Arbeit des ersten Preisträgers zeigt ein dreigeschossiges Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. Der Baukörper ist laut Tim Feigenbutz teilweise im südöstlichen Bereich des Grundschnitts über zwei Geschosse hinweg eingegraben, was ermögliche, die Übungsfläche in die bereits bestehende Höhenlage der Umgebung zu integrieren.

Der Entwurf besticht nach Auffassung des Gerichts „bei zugleich klarer Struktur durch seine konsequente Trennung geforderter Funktionen bei gleichzeitig höchster städtebaulicher Kompaktheit des Gebäudes“, wobei die Gebäudefläche kleiner sei als bei allen anderen Entwürfen.

Im zweiten Obergeschoss befinden sich repräsentative Schulungs- und Öffentlichkeitsräume in Verbindung mit begrünten Dachflächen und einer Terrasse. Als positiv erachtet das Preisgericht weiter die Trennung der Einsatzleitzentrale, des Funkraums und der EDV-Räume, „die ungestört von an- und abrückenden Einsatzkräften im ersten Obergeschoss untergebracht sind.

„Vorbildlich getrennt“ sei zudem der Werkstattbereich, der über eine eigene Ein- und Ausfahrt und genügend Platz zum Wenden verfüge. Die Zufahrt ist teilweise überdacht und biete einen Schutz beim Be- und Entladen bei Regen. „Überzeugend gelöst“ sei auch die mögliche doppelseitige Nutzung des Hochregallagers vom Werkstatt- und Fahrzeugbereich aus.

Der Entwurf enthält außerdem zwei unterschiedliche, aber gleichzeitig nutzbare Übungsbereiche, die städtebaulich passend am östlichen Ende des Grundstücks angeordnet seien. „Hier können zwei Feuerwehreinheiten gleichzeitig ohne gegenseitige Störung trainieren“, heißt es im Protokoll der Preisgerichtssitzung weiter. Und dann gibt es noch einen Turm, der in Übungsszenarien eingebunden werden kann.

Als vorteilhaft wurde beim Rundgang am Freitagvormittag noch festgestellt, dass der Entwurf von Tim Feigenbutz und seinen Kollegen vergleichsweise viele Fenster, die das Innere mit reichlich Tageslicht versorgen können, aufweist.

Die Ausstellung der 22 Pläne und Modelle ist noch knapp zwei Wochen, bis einschließlich Donnerstag, 4. August, in der Feuerwache für die Öffentlichkeit zugänglich

Weiterlesen
Der Zauber des Bänkleins bei der Burg

Der Zauber des Bänkleins bei der Burg

Diesen Sonntag feiert das Ehepaar Stiefel aus Iptingen seinen 54. Hochzeitstag und lädt dazu Familie und Freunde ins „Il Castello“, die Gaststätte bei der Burg Löffelstelz, ein. Der Schauplatz SIE… »