Feueralarm im Hochhaus

Einsatzkräfte vermuten eine Brandstiftung

Von Thomas Eier Erstellt: 26. Oktober 2018, 00:00 Uhr
Feueralarm im Hochhaus Von dem Kinderwagen, der im Treppenhaus im vierten Stock abgestellt und mutmaßlich absichtlich angezündet worden war, bleibt nur eine geschmolzene Masse übrig. Foto: Eier

Ein Feuer in einem Hochhaus im Wohngebiet Heidenwäldle in Mühlacker hat am Donnerstagabend einen Großeinsatz der Rettungskräfte ausgelöst. Als Ursache wird Brandstiftung vermutet.

Mühlacker. Was wäre wenn … Nicht zuletzt einem glücklichen Zufall und der Geistesgegenwart eines Hausbewohners ist es nach Einschätzung der Feuerwehr zu verdanken, dass nicht Schlimmeres passiert ist. „Er hat klasse reagiert“, stellte Einsatzleiter Matthias Donath fest, als sich die erste Aufregung rund um das Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße gelegt hatte. Wichtig war, dass das Feuer im Treppenhaus früh entdeckt wurde, bevor es sich ausbreiten konnte – und dass der Bewohner das Richtige tat, indem er sofort mit mehreren Eimern Wasser löschte.

Brand im Hochhaus: Bei dieser Meldung, die um 19.03 Uhr einging, gilt bei der Feuerwehr die höchste Alarmstufe. Deshalb rückten neben einem kompletten Löschzug der Abteilung Mühlacker inklusive der Drehleiter auch die Abteilungen Lienzingen und Enzberg aus. Zusätzlich wurde die Drehleiter der Feuerwehr Knittlingen in Bereitschaft versetzt. Vor Ort stellte sich dann rasch heraus, dass es sich nicht um den vermuteten Wohnungsbrand handelte, sondern um eine mutmaßliche Brandstiftung, durch die ein Kinderwagen, der im vierten Stock im Treppenhaus abgestellt wurde, in Flammen aufgegangen war.

Obwohl der Einsatz am Ende glimpflich abging, ist der Vorgang keinesfalls harmlos. Weil der dichte Qualm im Gebäude wie in einem Kamin nach oben strömte, wurden vorsorglich alle Wohnungen ab dem vierten Stockwerk geräumt und durch die Feuerwehr überprüft. Der Rettungsdienst, der mit einem Rettungswagen, einem Krankenwagen und einem weiteren Soforthelfer vor Ort war, befragte und untersuchte vorsorglich rund 30 Bewohner. Nach Auskunft von Bereitschaftsleiter Oliver Schurlik vom Roten Kreuz hatte aber niemand eine ernsthaftere Rauchvergiftung erlitten: „Nur einer der Bewohner hat über ein Kratzen im Hals geklagt.“

Gebe es in dieser Hinsicht Bedenken, machte Einsatzleiter Matthias Donath deutlich, könne es so weit kommen, dass die Feuerwehr verschlossene Haustüren aufbrechen müsse, um sicherzustellen, dass niemand bewusstlos in seiner Wohnung liege. Wie viele Menschen auf welchem Stockwerk wohnen, und wer von ihnen daheim sein könnte und wer nicht, vermochte auf Nachfrage der Feuerwehr allerdings auch der stellvertretende Hausmeister nicht zu sagen.

Der Kinderwagen, den nach ersten Vermutungen jemand absichtlich angesteckt hatte, wurde völlig zerstört ins Freie gebracht. Während die Bewohner nach und nach ins Haus zurückkehren konnten, übernahm die Polizei die Ermittlungen.

Thomas Eier

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