Familiendrama endet tödlich

Syrer ersticht seine von ihm getrennt lebende Ehefrau – Mutmaßlicher Täter wird am Bahnhof festgenommen

Von Lukas Huber, Thomas Sadler und Thomas Eier Erstellt: 3. März 2018, 00:00 Uhr
Familiendrama endet tödlich Im Umfeld des Mehrfamilienhauses an der Hermann-Hesse-Straße und der Fußgängertreppe, die Richtung Schubartweg führt, sichern Beamte der Kriminalpolizei die Spuren. Foto: Eier, Sadler, Huber

Ein Familiendrama mit tödlichem Ausgang hat am Freitagnachmittag gleich an zwei Schauplätzen in Mühlacker starke Polizeikräfte auf den Plan gerufen. Ein 41-jähriger Syrer, der in einem Haus an der Hermann-Hesse-Straße seine 37-jährige, von ihm getrennt lebende Ehefrau mit dem Messer attackiert und tödlich verletzt hatte, wurde kurz danach in der Nähe des Bahnhofs festgenommen.

Mühlacker. Die Szene, als die drei Kinder, die ihre Mutter verloren haben, aus der Wohnung zum Fahrzeug des DRK-Ortsvereins Mühlacker gebracht werden, lässt niemanden kalt; weder die Einsatzkräfte noch die Nachbarn, die an der Ecke Hermann-Hesse-Straße, Uhlandstraße und Hauptmannstraße sichtlich betroffen den Einsatz beobachten. Gegen 16.30 Uhr, teilten am Abend das Polizeipräsidium Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft Pforzheim mit, habe sich die minderjährige Tochter des mutmaßlichen Täters bei der Polizei gemeldet und vom Angriff des Vaters auf die Mutter berichtet. Während das Opfer wenige Meter vom Haus entfernt auf der Fußgängertreppe zwischen Hermann-Hesse-Straße und Schubartweg/Lindachstraße zusammenbrach, flüchtete der Täter mit einem der gemeinsamen Söhne zu Fuß.

Es habe einen Hinweis gegeben, hieß es vor Ort, dass der 41-Jährige, der nach Informationen unserer Zeitung nicht in Mühlacker lebte und nicht im Enzkreis gemeldet ist, in Richtung Bahnhof unterwegs sei. Ein Großaufgebot, so Polizei und Staatsanwaltschaft, habe nach dem Mann gefahndet, der tatsächlich in der Nähe des Bahnhofs gefasst wurde. „Mit etwa sechs Beamten hat die Polizei einen Mann draußen auf dem Vorplatz zu Boden gebracht“, schilderte eine Mitarbeiterin eines Geschäfts die Szene. Die Festnahme habe für großes Aufsehen gesorgt. Die Tatwaffe hatte der Mann offenbar noch bei sich.

Zur selben Zeit lief am Tatort die Spurensicherung an, wobei die Feuerwehr Mühlacker bei einbrechender Dunkelheit den Einsatzort absicherte und ausleuchtete. Zu den Hintergründen der Tat wurde zunächst nichts bekannt. Wie die Hauseigentümerin gegenüber dem Mühlacker Tagblatt berichtete, handle es sich bei dem Opfer um eine aus Syrien stammende, alleinerziehende Mutter, die mit drei ihrer vier Kinder – ein Mädchen und zwei Jungen – in einer Erdgeschosswohnung des Mehrfamilienhauses gelebt habe. „Eine sehr nette Familie“, sagte die geschockte Vermieterin. „Mit sehr lieben Kindern.“ Der Vater, bestätigten Nachbarn, habe nicht bei der Familie gelebt, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen war. Alle vier Kinder des Paares, hieß es, seien vom Jugendamt in Obhut genommen worden.

Im Umfeld sorgte die Nachricht von der Bluttat, die sich angesichts des großen Aufgebots an Einsatzkräften rasch verbreitete, für große Betroffenheit. Neben mehreren Polizeistreifen und der Feuerwehr waren am Tatort der Rettungsdienst, Mitarbeiter der DRK-Krisenintervention und ein Notfallseelsorger im Einsatz.

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