Pfefferspray-Attacke in der Stadtbahn

Vier Fahrgäste erleiden „mittelschwere Verletzungen“ – 20-jähriger Tatverdächtiger festgenommen – Bundespolizei ermittelt

Von Thomas Sadler Erstellt: 4. August 2018, 00:00 Uhr
Pfefferspray-Attacke in der Stadtbahn Einsatz in Enzberg: Angesichts der zunächst unbestimmten Zahl von Verletzten war das DRK Mühlacker unter anderem mit dem sogenannten Gerätewagen Sanität angerückt, der mit seiner Ausrüstung an Bord darauf ausgerichtet ist, im Zweifelsfall rasch bis zu 25 Opfer zu versorgen. Foto: Eier

Eine Attacke in einer Stadtbahn, die danach im Bahnhof Enzberg gestoppt wurde, hat am Freitagnachmittag für Aufregung gesorgt. Ein Mann hatte mit Pfefferspray mehrere Fahrgäste verletzt.

Mühlacker. Kurz vor 15 Uhr sei durch die Notfallleitstelle der Bahn eine Meldung eingegangen, dass in einem Zug der S5 zwischen Pforzheim und Mühlacker Pfefferspray zum Einsatz gekommen sei, berichtete Jan Döring, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Karlsruhe, nachdem die Situation wieder bereinigt war und alle Fahrgäste, die in Mitleidenschaft gezogen wurden, medizinisch versorgt waren.

Nach der alarmierenden Nachricht „kam der Zug in Enzberg zum Halten“, so Döring. Daraufhin hätten Kräfte von Bundes- und Landespolizei, Feuerwehr und Rettungsdienst den Zug geräumt. Insgesamt 17 Personen, die sich in unmittelbarer Nähe des Sprayers befunden hatten, seien von dem Vorfall betroffen gewesen. Vier von ihnen, darunter ein Säugling, seien „mittelschwer verletzt“ worden. „Die unter Atemwegsreizungen Leidenden wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert“, so der Sprecher der Bundespolizei.

Danach sei der Zug von der Feuerwehr – im Einsatz seien die Berufsfeuerwehr Pforzheim und die Freiwillige Feuerwehr Mühlacker gewesen – durch Luftmessungen auf Schadstoffe überprüft worden. Nach ungefähr einer Stunde sei er nach Absprache mit der Deutschen Bahn wieder für den Verkehr freigegeben worden. „Es kam zu keinen bahnbetrieblichen Auswirkungen“, meldete Döring.

Noch vor Ort stellte die Polizei einen Tatverdächtigen fest. Details zur Person wollte die Bundespolizei, die die Ermittlungen übernommen hat, zunächst nicht herausgeben. Später teilte sie mit, es handle sich um einen 20-Jährigen aus Mühlacker. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Erste Informationen, nach denen der mutmaßliche Sprayer  ein Syrer sein soll, wurden nicht bestätigt.

Vor Ort im Einsatz war auch das Rote Kreuz. Wie Oliver Schurlik, Bereitschaftsleiter des DRK Mühlacker, am Freitag in Enzberg sagte, seien der organisatorische Leiter Rettungsdienst, ein leitender Notarzt und ein weiterer Notarzt, fünf Rettungswagen und ein Gerätewagen Sanität des DRK Mühlacker eingesetzt gewesen. Der personelle Aufwand war erheblich: 14 hauptamtliche und zwölf ehrenamtliche Kräfte des Roten Kreuzes kümmerten sich um die Verletzten. Pfefferspray-Opfer, die über Atemnot klagten, seien mit einer Sauerstoffmaske behandelt worden. Bei manchen betroffenen Fahrgästen wurden die entzündeten Augen gespült und mit einer speziellen Flüssigkeit gereinigt. Bei anderen wiederum habe es ausgereicht, die brennende Haut oberflächlich zu behandeln, erläuterte Oliver Schurlik.

Weiterlesen

Fahrradfahrer bei Unfall im Kreisverkehr schwer verletzt

Mühlacker-Enzberg (pol). Bei einem Zusammenstoß im Kreisverkehr auf der Kanalstraße in Enzberg hat ein Radfahrer schwere Verletzungen erlitten. Wie die Polizei am Wochenende mitteilte, hat sich SIE MÖCHTEN DEN KOMPLETTEN… »