Enzkreis will Unterkunft aufgeben

Wohnheim an der Hauffstraße in Enzberg werde sukzessive geräumt – Dezernentin bezieht Stellung

Erstellt: 5. August 2019, 00:00 Uhr
Enzkreis will Unterkunft aufgeben Die Flüchtlingsunterkunft an der Hauffstraße in Enzberg: Geht es nach dem Enzkreis, wird sie geschlossen. Foto: mt

Mühlacker-Enzberg (pm/the). Nach den derzeitigen Planungen des Landratsamts Enzkreis könnte die Flüchtlingsunterkunft in Enzberg bis zum Beginn des nächsten Jahres aufgegeben werden. Bedingung dafür sei allerdings, so die zuständige Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt, dass die Zugangszahlen konstant bleiben.

Mit dieser Aussage reagiert Neidhardt auf eine erneute Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag und im Mühlacker Gemeinderat, Günter Bächle, der nach Beschwerden von Anwohnern schon im Frühjahr darum gebeten hatte, das Wohnheim im Stadtteil, nachdem der Bedarf an Plätzen insgesamt gesunken sei, zu schließen. Hintergrund waren Klagen aus der Nachbarschaft, die sich im Mai auf Ruhestörungen wegen einer lautstarken Geburtstagsfeier bezogen.

Wie berichtet, musste dann Anfang der vergangenen Woche erneut – und wiederum gleich mehrfach am selben Abend – die Polizei anrücken, weil ein Streit unter Bewohnern eskaliert war. Zuletzt mussten, weil sie sich nicht beruhigen konnten, zwei 26 und 28 Jahre alte Männer und eine 21 Jahre alte Frau in Gewahrsam genommen werden, wobei sie Widerstand leisteten. „Der bedauerliche Vorfall am vergangenen Montagabend beruhte offensichtlich auf Spannungen, die sich dort im Laufe der Monate des Zusammenlebens auf engem Raum zwischen einzelnen Familien entwickelt hatten, die die Gemeinschaftsbereiche gemeinsam nutzen“, teilte Dezernentin zu dem Polizeieinsatz mit. Zwei der beteiligten Familien, so Neidhardt, seien bereits verlegt worden, eine weitere Familie werde folgen, außerdem werde wegen der Beteiligung an den Streitigkeiten gegen sie ein Hausverbot für die Hauffstraße ausgesprochen. „Wir gehen davon aus, dass sich damit auch die aufgestauten Spannungen im Hause auflösen werden und wieder Ruhe einkehren wird“, machte die Dezernentin klar. Generell, informierte sie gegenüber Günter Bächle, sei zwischenzeitlich bereits mit der sukzessiven Leerung der Unterkunft begonnen worden, berichtete Neidhardt auch an die Adresse jener Anwohner, die sich belästigt fühlen und sich teilweise schon mehrfach beschwert hatten.

„Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Neidhardt, „sind täglich nach Kräften bemüht, für eine angemessene Unterbringung und Versorgung der bei uns um Asyl nachsuchenden Menschen zu sorgen, Störungen und Belastungen, die von solchen Gemeinschaftsunterkünften und deren Enge ausgehen können, zu minimieren, eine gerechte Verteilung geflüchteter Menschen zwischen den Städten und Gemeinden im Enzkreis zu erzielen und dabei auch den Vorgaben des Landes zur Wirtschaftlichkeit unseres Verwaltungshandelns Geltung zu verschaffen.“ Angesichts dieser Vielzahl unterschiedlicher Belange, die es gelte, unter einen Hut zu bringen, seien die Behörden bei allen Beteiligten „auf ein gewisses Maß an Toleranz, Verständnis und letztlich auch Vertrauen darin, dass ein für alle tragfähiger Ausgleich und damit auch das gute Zusammenleben mit den hier aufgenommenen Menschen gelingen kann, angewiesen“.

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