Beschwerden über Sinti und Roma reißen nicht ab

Enzberger ärgern sich über Lärm am Feiertag – Verband Deutscher Sinti und Roma soll vermitteln

Von Lukas Huber Erstellt: 17. Mai 2018, 00:00 Uhr
Beschwerden über Sinti und Roma reißen nicht ab Die Beschwerden über Roma in Enzberg reißen nicht ab. Zuletzt gab es Ärger, weil Rumänischstämmige feiertags an der Dr.-Simons-Straße Reparaturarbeiten durchgeführt haben.Foto: Huber

Allen Bemühungen zum Trotz reißen die Beschwerden aus der Bevölkerung über das Verhalten der Roma-Familien im Enzberger Ortskern nicht ab. Lautstarke Autoreparaturen am Himmelfahrtsfeiertag sorgen für neuen Ärger.

Mühlacker-Enzberg. Der Konflikt schwelt schon seit rund zwei Jahren, und zwischenzeitlich hatte sich eine Besserung eingestellt. Doch laut einer aktuellen Mitteilung der CDU-Gemeinderatsfraktion brechen die Konflikte „trotz aller Zusagen und Maßnahmen wie Citystreife, Sozialarbeit und Kontrollen“ immer wieder auf. Konkret geht es um nächtliche Ruhestörungen durch die rumänischstämmigen Familien, um Versäumnisse bei der Mülltrennung, falsch abgestellte und nicht angemeldete Autos und Kinder, die immer wieder die Schule schwänzen.

Wie Nadja Scheible-Termini, Sachgebietsleiterin der Ortspolizeibehörde der Stadt Mühlacker berichtet, sei es in der kalten Jahreszeit etwas ruhiger gewesen, was sicherlich auch damit zusammenhänge, dass sich wetterbedingt weniger im Freien abspiele. Auch die Beschwerden unter der Woche hätten insgesamt abgenommen. Dafür hätten sich Anwohner zuletzt daran gestört, dass Roma, die an der Dr.- Simons-Straße wohnten, an Sonn- und Feiertagen lautstarke Reparaturarbeiten an Autos durchgeführt hätten. „Gerade an solchen Tagen wollen die meisten Menschen ihre Ruhe haben, weshalb solche Arbeiten auch verboten sind.“

Angesichts der jüngsten Klagen erkundigte sich die CDU-Gemeinderatsfraktion in einer Anfrage an die Stadtverwaltung danach, ob die verschiedenen Maßnahmen mit dem Ziel einer Beruhigung in der Zwischenzeit womöglich wieder zurückgefahren worden seien. Oberbürgermeister Frank Schneider gab laut dem Vorsitzenden Günter Bächle die Antwort, dass sowohl die Citystreife als auch der Gemeindevollzugsdienst nach wie vor Kontrollen durchführten. Diese seien, wie Nadja Scheible-Termini ergänzt, auch nicht eingeschränkt worden. „Die Citystreife, die Ortspolizeibehörde und die Polizei sind immer noch in unregelmäßigen Abständen vor Ort unterwegs.“ Letztere wurde, wie der OB laut CDU-Mitteilung erklärt, gerade wegen der jüngsten Vorfälle gebeten, speziell an Sonn- und Feiertagen „eine hohe Präsenz zu zeigen und Ordnungswidrigkeiten zur Anzeige zu bringen“. Allerdings müssten Anlieger Verstöße wie Ruhestörungen oder Sonn- und Feiertagsarbeit beim Revier melden und anzeigen.

Aus aktuellem Anlass war an diesem Mittwochnachmittag ein Treffen angesetzt, an dem die Vertreter des Verbandes Deutscher Sinti und Roma, die sich um die Familien in Enzberg kümmern, Vertreter der Stadtverwaltung, betroffene Anwohner und ein Dolmetscher teilnahmen. Ziel sei gewesen, dass ein erster Austausch stattfinde, erklärt die Sachgebietsleiterin der Ortspolizeibehörde. Es seien immerhin einige Bewohner der betroffenen Häuser – darunter ein Mann und zwei Frauen rumänischer Staatsangehörigkeit – dabei gewesen. „Ihnen wurde mit Hilfe des Dolmetschers in ihrer Sprache vermittelt, wo die Probleme liegen“, fasst Scheible-Termini das etwa halbstündige Gespräch zusammen. „Ich denke, sie haben dadurch verstanden, worum es geht.“ Sie seien auch gebeten worden, die Erkenntnisse unter ihren Landsleuten weiterzuverbreiten.

Ob der Termin letztlich dazu beiträgt, dass die Konflikte in Zukunft gelöst werden, bleibt unklar. Gebe es weiterhin Probleme, könnten Bürger aller Staatsangehörigkeiten aber zu der regelmäßigen Sprechstunde kommen, die ein- bis zweimal pro Monat stattfinde, so die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Außerdem werde auch der Verband Deutscher Sinti und Roma künftig immer wieder vermitteln.

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