Auto schanzt über Zaun in die Tiefe

Ungewöhnlicher Unfall in Enzberg – 83-Jähriger in ein Krankenhaus gebracht – Aufwendige Bergung des Fahrzeugs

Von Thomas Sadler Erstellt: 14. August 2018, 00:00 Uhr
Auto schanzt über Zaun in die Tiefe Auto schanzt über Zaun in die Tiefe

Ein außergewöhnlicher Verkehrsunfall hat sich am Montagmorgen in Enzberg ereignet. Ein 83-jähriger Mann ist mit seinem Auto über einen Zaun geschanzt und in einem tiefer liegenden Gartengrundstück gelandet. Er kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus.

Mühlacker-Enzberg. Der spektakulär verlaufene Vorfall ereignete sich um 8.50 Uhr. Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe später mitteilte, sei der 83-Jährige mit seinem Suzuki aus seiner Garage an der Burgfeldstraße herausgefahren. Vermutlich habe er zu stark aufs Gas getreten. Ungebremst, so ein Polizist, sei er über die schmale Straße und weiter in Richtung einer Böschung gefahren. Danach flog er einen circa 25 Meter langen Abhang hinunter und schanzte dabei sogar, quasi wie ein Skispringer, über einen hölzernen Gartenzaun, ehe er schließlich in einem tiefer liegenden Gartengrundstück aufkam.

Dort landete der Senior mit seinem Wagen laut Polizei letztlich „in einer Wäscheleine“. Dies bestätigte Einsatzleiter Matthias Donath, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Mühlacker. „Die Wäscheleine hat ihn gehalten.“ Ohne diese, so Donath, hätte das Auto vermutlich auch den in der Nähe befindlichen Maschendrahtzaun umgedrückt. So aber sei der Suzuki gestoppt worden.

Der Verunglückte hatte offensichtlich Glück im Unglück. Er erlitt zwar schwerere Blessuren, doch sei er „glücklicherweise ansprechbar“ gewesen, vermeldete die Polizei noch am Montagvormittag. Nachdem der nach Angaben des Präsidiums und des Roten Kreuzes nicht angeschnallte Fahrer von der dreiköpfigen Besatzung eines DRK-Rettungswagens und dem Notarztteam eines DRF-Rettungshubschraubers aus Leonberg medizinisch erstversorgt worden war, wurde er zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Der Senior habe Verletzungen am Oberkörper erlitten, habe aber wohl „einen Schutzengel“ gehabt, meinte Daniela Kneis, Sprecherin des DRK-Kreisverbands Pforzheim zum Mühlacker Tagblatt.

Doch bevor das Unfallopfer, dessen besorgte Ehefrau die Rettungsaktionen mitverfolgte, behandelt werden konnte, war die Feuerwehr gefordert, die mit 25 Kräften der Abteilungen Mühlacker und Enzberg und sechs Fahrzeugen angerückt war. „Wir hatten die Meldung erhalten, dass eine Person mehrere Meter tief abgestürzt und im Fahrzeug eingeklemmt sei“, berichtete Einsatzleiter Matthias Donath vor Ort. Glücklicherweise habe sich dann aber herausgestellt, dass der Mann nicht eingeklemmt, sondern lediglich eingeschlossen gewesen sei.

In einem ersten Schritt habe die Wehr das Auto mit einer Seilwinde gesichert, um zu verhindern, dass es weiter abrutscht. Außerdem galt es, den Wagen aufzuspreizen, um den Verletzten über die Beifahrerseite zu bergen und zusammen mit Helfern des Rettungsdienstes auf einer Schleifkorbtrage zu transportieren. Anschließend versuchte die Feuerwehr, das Auto ein Stück weit auf dem abfallenden Grundstück nach oben zu ziehen. Da es während des Einsatzes zu regnen begann, war Eile geboten. Bevor der Untergrund durch das Niederschlagswasser schlammig und rutschig werde, müsse der Suzuki-Pkw gesichert werden, machte Einsatzleiter Matthias Donath Tempo.

Die Bergung des Wagens gestaltete sich nach dem außergewöhnlichen Unfall, bei dem ein Sachschaden von circa 4000 Euro entstand, indes äußerst aufwendig. Nach der Vorarbeit durch die Feuerwehr, die den Suzuki mit einem an einem Einsatzwagen befestigten Seil schon mal ein Stück weit aus der abrutschgefährdeten Zone am Hang gebracht hatte, traf ein Erkundungsfahrzeug mit einem Experten des inzwischen benachrichtigten Abschleppunternehmens ein, der sich ein Bild von den gegebenen Umständen machte. Zunächst ging der Fachmann davon aus, dass die endgültige Sicherung des Autos möglich sei, ohne dass der Holzzaun abgebaut werden muss. Doch dann hat sich sich herausgestellt, dass dem nicht so war. Die Feuerwehr, so Matthias Donath am Nachmittag, habe den Jägerzaun zum Teil beseitigen müssen, um dem Abschleppwagen den Weg frei zu machen.

Die einige Zeit in Anspruch nehmende Aktion am Montagvormittag weckte das Interesse einiger Anwohner. Selbst von der dem Unfallort gegenüberliegenden Hangseite Enzbergs aus wurden die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen beobachtet.

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