„Ein Stück Deutsche Einheit“

Verbindung zwischen Mühlacker und Schmölln erneut besiegelt – Neues Partnerschaftsschild ziert den Ortseingang

Von Ulrike Stahlfeld und Volker Henkel Erstellt: 15. Mai 2017, 00:00 Uhr
„Ein Stück Deutsche Einheit“ „Ein Stück Deutsche Einheit“

Es war ein Festwochenende der Partnerschaft, das mit einem Festakt in der historischen Kelter seinen Höhepunkt fand. Feierlich wurde dort am Samstagabend die im September 2016 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Mühlacker und Schmölln besiegelt.

Mühlacker. Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider begrüßte rund 100 Gäste in der historischen Kelter, dem ehemaligen Fruchtkasten des Klosters Maulbronn, das die rund 30 Gäste aus Schmölln am Nachmittag besucht hatten. „Die Bezeichnung Fruchtkasten passt sehr gut zu diesem Festakt heute“, fand Schneider. Schließlich sei die Partnerschaft Frucht von jahrzehntelangen Kontakten der Bürgerschaft.

Diese wurden einst zwischen den evangelischen Kirchengemeinden begründet und reichen 60 Jahre zurück in die Vergangenheit. Schneider, der neben Ehrenbürger Gerhard Knapp auch seinen Bürgermeister-Kollegen Sven Schrade aus Schmölln und Wolfgang Scholz aus Gößnitz sowie Mühlacker Stadträte, Vertreter der Kirchengemeinden und die Delegationsmitglieder begrüßt hatte, blickte noch einmal zurück. Zur Zeit der Wiedervereinigung hätten Mühlacker und der Enzkreis mit Rat und Tat zur Seite gestanden, als es um den Umbau der kommunalen und regionalen Verwaltung gegangen sei. „Inzwischen ist es so, dass Mühlacker von Schmölln lernen kann, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Gewerbegebiete auszuweisen“, staunte Schneider über den Industrieverbundstandort Schmölln-Gößnitz mit 74 Hektar. Zum Vergleich: Beim Bürgerentscheid in Mühlacker im Herbst 2016 sei es um 25 Hektar gegangen.

„Wir wollen die Beziehungen beider Städte, die auf dem Gebiet von Politik, Verwaltung, Kirchen, Feuerwehren, Vereinen und der Kultur basieren, weiter ausbauen, aber möglichst auch neue Verbindungen knüpfen“, so Schneider. Dies umfasse die Bereiche Kultur, Bildung, Sport, Sozialwesen und Wirtschaft, einschließlich Tourismus: „Den Grad der Intensität bestimmen die Handelnden selbst.“

Diesen Gedanken griff auch Schrade auf. Die unterzeichnete Partnerschaftsurkunde sei Anspruch und Selbstverpflichtung, neue Projekte zu stemmen und diese Verbindung auch in anderen Bereichen zu leben. Schrade dachte da ebenfalls an einen Austausch der Verwaltungen. Nach 27 Jahren könne man sich einiges voneinander abschauen. „Was wir gesehen haben, war atemberaubend“, lobte er das Festprogramm und dankte unter anderem den Stadträten Günter Bächle, Heidemarie Roller, Karin Münzmay und Susanne Haas sowie Johanna Bächle, Leiterin des Amts für Bildung und Kultur, und deren Mitarbeiterin Rita Schray.

Der Schmöllner Rathauschef hatte mit einer Gruppe per Rad die 450 Kilometer von Schmölln nach Mühlacker zurückgelegt. Gemeinsam mit den Radlern überreichte er ein T-Shirt mit den Unterschriften der Teilnehmer. Einzelne Radler fehlten bei der Übergabe. Einer liege mit Schlüsselbeinbruch im Krankenhaus. Ein anderer, der Pfarrer, habe zurück in seine Kirche gemusst.

Am Abend herrschte eine freundliche wie festliche Stimmung in der Kelter, auch als Schrade als offizielles Gastgeschenk ein Bild des Schmöllner Malers Jürgen Spahr mit einer Stadtansicht überreichte. Festlichen Glanz verliehen dem Abend die beiden Musikerinnen Marie Scheffel (Violine) und Karin Oehler (Gesang und Klavier) von der Musikschule Gutmann. Noch einmal hatte Oberbürgermeister Schneider die unterzeichnete Partnerschaftsurkunde mitgebracht. Die war bei interessanten Begegnungen in den Stunden zuvor im besten Sinne mit Leben erfüllt worden.

Feierlich enthüllt wurde am Samstag auch ein neues Partnerschaftsschild, das nun die Ortseinfahrt von Illingen nach Mühlacker ziert. Klaus Hübschmann, der Erste Beigeordnete aus Schmölln, sprach von einer „großer Freude“. Für ihn stelle die Hinweistafel „ein Stück Deutsche Einheit“ dar. Es sei aber, wie Bildungs- und Kulturamtsleiterin Johanna Bächle hinzufügte, zunächst nur ein Provisorium. Es werde in den kommenden vier Wochen erneuert. Nach und nach sollten außerdem an den Ortseingängen aus Richtung Enzberg, Ötisheim und Wiernsheim weitere Tafeln aufgestellt werden.

Als die 26-köpfige Delegation am gestrigen Morgen ihre Heimreise antrat, durfte sie auf ein buntes Programm am Wochenende zurückblicken. Unter anderem besichtigten die Gäste die Burg Löffelstelz, das Kloster Maulbronn und die Hocketse der Abteilungsfeuerwehr in Lienzingen.

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