Dürrmenzer Geschichte auf der Spur

18 Text- und Fototafeln informieren Passanten über historisch Bedeutsames

Von Thomas Sadler Erstellt: 21. April 2015, 00:00 Uhr
Dürrmenzer Geschichte auf der Spur Start an Infotafeln auf dem Marktplatz zu einem historischen Rundgang durch Dürrmenz: Aktive des Bürgerprojekts mit Projektsprecher Ewald Scheytt (4. v. re.) und Stadtführerin Sonngard Bodner als „Wirtin Pauline“ in einem Kostüm aus der Zeit um 1890 (re.). Foto: Sadler

Mühlacker. Auf den Spuren der Dürrmenzer Geschichte wandelte gestern Nachmittag ein größerer Tross, bestehend aus Mitgliedern des Bürgerprojekts „Mühlacker sehen“, Bürgermeister Winfried Abicht und Vertretern des Gemeinderats. Grund war die offizielle Einweihung des historischen Rundgangs, bei dem 18 Text- und Bildtafeln Passanten einen Blick in die Vergangenheit von Dürrmenz gewähren. Ebenfalls teilgenommen an der Tour, auf der „Tafelkümmerer“ mit interessanten Informationen aufwarteten, haben Sponsoren und Bürger, an deren Häusern die Tafeln befestigt wurden.

„Zeit und Mühe“ habe das Projekt die Gruppe engagierter Bürger gekostet, sagte Projektsprecher Ewald Scheytt, der der Stadtarchivarin Marlis Lippik, die die Texte auf ihre Korrektheit hin überprüfte, und der Grafikerin Karin Weiß, die die Tafeln gestaltete, für ihre Arbeit dankte. Voll des Lobes war Mühlackers Bürgermeister Abicht, der begeistert von einem „supertollen Projekt“ für Dürrmenz sprach.

In der Tat haben Fußgänger von nun an die Gelegenheit, sozusagen im Vorbeigehen Wissenswertes über Dürrmenz, das historische Zentrum Mühlackers, zu erfahren – zum Beispiel, dass auf dem Marktplatz einst große Viehmärkte stattfanden, dass die Reichmannstraße nach dem Arzt und Ehrenbürger Dr. Viktor Reichmann benannt ist und dass in Dürrmenz schon im Jahr 1599 ein Schulhaus stand. Klar, dass auch die Waldenser nicht vergessen sind, die zusammen mit Hugenotten einst in einer Siedlung an der heutigen Waldenserstraße nach ihrer Vertreibung aus Frankreich eine neue Heimat fanden. Nicht minder von Interesse sind Auskünfte über die ehemalige Brauerei Leo, der in Mühlacker zahlreiche Gaststätten gehörten, und Informationen zum Bischof-Wurm-Platz. Dieser Platz erhielt 1948 seinen heutigen Namen in Würdigung von Landesbischof Wurm, der sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzte, wie die Hobby-Historiker recherchiert haben.

Weitere Stationen des Rundgangs sind die Hofstraße, frühere Hauptstraße des Ortes, die 1152 zum ersten Mal erwähnte, später abgebrochene und neu errichtete Andreaskirche, der Biedermeier-Friedhof hinter der Andreaskirche mit einer Anzahl ortsgeschichtlich bedeutsamer Grabsteine, die Brunnengasse, wo es einen Tabakhandel und eine Bijouteriefabrik gab, die Wiernsheimer Straße, eine der Hauptschlagadern von Dürrmenz, und die Enzstraße, die im frühen Mittelalter Teil einer wichtigen Handelsstraße war. Freilich fehlen auch die Obere Königstraße, in der der bekannte Heimatforscher Karl Knöller wohnte, und die Untere Königstraße, deren Bild das Gasthaus „Zur Blume“ prägte, nicht auf dem Rundkurs.

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