Die Luft ist rein

Von Thomas Eier Erstellt: 13. Juni 2018, 00:00 Uhr

Eine Vollsperrung und ihre
positiven Nebeneffekte

Die Bilanz der ersten Tage mit Vollsperrung: Das Leben in Mühlacker geht, ohne die Begleiterscheinungen verharmlosen zu wollen, auch ohne B10 weiter. So wird, während vorab die Angst vor dem Verkehrskollaps grassierte, am Morgen von Tag zwei an der Ziegeleistraße – einer offiziellen Umleitungsstrecke – das Gehölz am Straßenrand gestutzt, was kurzzeitig den Verkehrsfluss hemmt. Muss das gerade jetzt sein?, fragt sich der Autofahrer, aber schließlich gilt (siehe oben): Das Leben geht weiter.

Der Durchgangsverkehr sucht sich zwangsläufig andere Wege, während an der Stuttgarter Straße – jenem Abschnitt mit erhöhten Schadstoffwerten – die Messstationen nur mehr den Abgasausstoß der Baumaschinen registrieren. Die Stickstoffdioxid-Bilanz 2018 dürfte deutlich besser ausfallen als zuletzt, und das liegt weder am mitleidig belächelten Modellversuch, bei dem die Fahrbahn mit Warnbaken provisorisch verschmälert und dadurch von den Häusern abgerückt wurde, noch an etwaigen Diesel-Fahrverboten, die auch in Mühlacker drohen. Für die nächsten Wochen und Monate greift an der Stuttgarter Straße ein konsequentes und umfassendes Luftreinhalteprogramm.

Als ein weiterer positiver Nebeneffekt der Sperrung wird in Mühlacker der Umstand angeführt, dass die Abbrucharbeiten am Mühlehof dank B10-Baustelle in einer verkehrsberuhigten Zone in Angriff genommen werden können. Dafür wird voraussichtlich ab Anfang August für etwa vier Wochen die direkt am Gebäude liegende, in Fahrtrichtung Pforzheim rechte Fahrspur der innerstädtischen B10 gesperrt, während die linke – mit der Abbiegespur zum Gymnasium und Käppele – offenbleibt. In der Ferienzeit erscheinen die Auswirkungen dieser hausgemachten zusätzlichen Einschränkung kalkulierbar.

Alles fließt – hoffentlich! Und während auf und an der B10 irgendwann wieder der Alltag einkehrt – dicke Luft inklusive –, gilt diese Prognose auch für die bevorstehende Großbaustelle in der Stadtmitte. Wobei Stockungen und unvorhersehbare Tücken weder auf den aktuellen Umleitungsrouten noch bei den weiteren Etappen im Zentrum ausgeschlossen sind. Und wenn wir uns schon bemühen, den Bogen zu schlagen: Während manche die teure Reparatur der Ortsdurchfahrt für reine Geldverschwendung halten – so schlecht sei die Straße doch gar nicht –, hätten sie stattdessen lieber für teures Geld den Mühlehof saniert, weil dessen Zustand, wie sie meinen, ebenfalls viel zu gut sei, um hier ein neues Loch aufzureißen …

Fazit: Die Mühlacker Baustellen sind ein Thema für sich. Doch bange machen gilt nicht – denn das Leben geht weiter.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

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