Der Mythos einer (Mühlacker) Ikone

Stardesigner Harald Glööckler stellt gemeinsam mit Starfotograf Udo Spreitzenbarth seinen neu erschienenen Bildband vor

Von Thomas Eier Erstellt: 16. November 2018, 00:00 Uhr
Der Mythos einer (Mühlacker) Ikone Ansturm: Beim vom Modehaus Sämann, dem Mühlacker Tagblatt, der Buchhandlung Elser und der Sparkasse Pforzheim-Calw gemeinsam organisierten Besuch von Mode-Ikone Harald Glööckler und Starfotograf Udo Spreitzenbarth zeigt eine Autogrammstunde mit mehr als 400 Gästen das große Interesse an den beiden Protagonisten, die ihren Bildband „Myth of an Icon“ präsentieren. Foto: Fotomoment

Harald Glööckler und Udo Spreitzenbarth – der gemeinsame Auftritt des Stardesigners und des Starfotografen hat im Mühlacker Modehaus Sämann, wo Hunderte Fans nach Büchern, Autogrammen und Handyfotos verlangen, kurzzeitig den Ausnahmezustand ausgelöst. Zuvor, beim Redaktionsbesuch, gab das prominente Duo in sympathischer Weise sehr persönliche Einblicke.

Mühlacker. Ein altes, etwas unscharfes Foto, das mutmaßlich aus den 1980er Jahren stammt, zeigt den jungen, adretten und aufstrebenden Harald Glö(ö)ckler als nebenberufliches Model auf dem Laufsteg einer Sämann-Modenschau. Etwa drei Jahrzehnte später füllt der Modeschöpfer und Designer, der mit seinem Label „Pompöös“ internationale Bekanntheit erreichte, einen eigenen, neu erschienenen Bildband – perfekt in Szene gesetzt vom New Yorker Fotokünstler Udo Spreitzenbarth, der sich auskennt mit prominenten Motiven.

„Myth of an Icon – Mythos einer Ikone“ setzt dem Aufstieg des einstigen Mühlacker Realschülers und Auszubildenden im Einzelhandel ein eindrucksvolles Denkmal, die Bilder zeigen Glööckler bei verschiedenen Anlässen und in unterschiedlichsten Posen, mal mehr, mal weniger bekleidet, mal schillernd beim Wiener Opernball und manchmal nachdenklich in sich versunken in seinem kleinen Palast „Château Pompöös“ im pfälzischen Kirchheim, wo er seit dem Umzug aus Berlin vor drei Jahren lebt. Die Zusammenarbeit für das Projekt lief, wie beide betonen, sehr harmonisch. Harald Glööckler, meint anerkennend Udo Spreitzenbarth, versprühe als Model vor der Kamera mehr Energie als mancher Profi, den er für exklusive Modemagazine ins Bild gerückt hat. „Das Grundvertrauen war sofort da“, gibt Harald Glööckler beim Redaktionsgespräch das Kompliment umgehend zurück. Die Chemie stimmt, seit sich Fotograf und Designer bei der Gala zum Goldstadt-Jubiläum 2017 erstmals begegnet waren.

Wie sie bei ihrem Besuch im Verlagshaus erklären, war während der Arbeit am Bildband die gemeinsame Mühlacker Vergangenheit – Udo Spreitzenbarth hat hier die Kindheit bis zum Abitur verbracht, während Harald Glööckler nach seinem Abschied aus dem Heimatort Zaisersweiher am Senderhang wohnte – kein Thema, weil sie beide, wie sie glaubhaft versichern, zu fokussiert auf das gemeinsame Projekt gewesen seien. Überhaupt könnte Harald Glööckler, der 2011 in Mühlacker seine Biografie vorgestellt und darin von seiner schwierigen Kindheit berichtet hatte, auf manche Erinnerungen gerne verzichten, hatte er doch erst unlängst öffentlich gemacht, als Kind von einem Bekannten des verhassten Vaters sexuell missbraucht worden zu sein. Um keine alten Wunden aufzureißen, meide er – nichts gegen den Ort – Zaisersweiher „ein bisschen“, während das Verhältnis zu Mühlacker „unbelastet“ sei. Hier spürt man bis heute die tiefe Verbundenheit zur Familie Sämann, dem früheren Arbeitgeber, wenn er Anekdoten erzählt mit Werner und Gerda, Herbert, Resi. Ulrich und Karin. Und wie er dennoch den Absprung suchte und fand. „Mühlacker ist das Tor zur Welt, du musst nur durchgehen“, sagt er schmunzelnd.

„New York ist meine Heimat, in Mühlacker sind meine Wurzeln“, drückt es Udo Spreitzenbarth aus, der nach eigenem Bekunden immer gerne für Besuche zurückkehrt. Insbesondere dann, wenn der Empfang so warm und herzlich ausfällt wie an diesem Donnerstagnachmittag im November. Nach einer netten, ungezwungenen Gesprächsrunde beim Mühlacker Tagblatt und einem kurzen Abstecher in die Buchhandlung Elser, wo ein großformatiges Foto und ein Büchertisch Appetit auf den Kauf des Bildbands machen, werden Glööckler und Spreitzenbarth im Modehaus Sämann tatsächlich wie Stars empfangen – mit Applaus der Menge auf offener Straße und einem riesigen Pulk von Menschen, der sich hinter den Beiden über die Rolltreppe hinauf zum Schauplatz der Autogrammstunde schiebt.

Anderthalb Stunden lang glühen anschließend die Finger, während das altersmäßig bunt gemischte, jedoch mehrheitlich weibliche Publikum – darunter echte Verehrerinnen im Pompöös-Outfit mit Krönchen-Emblem – immer neue Autogramme und Handyfotos will, um den Moment der Begegnung dauerhaft einzufrieren. Wären die beiden Protagonisten des Abends nicht von Haus aus bodenständige Charaktere, der Trubel könnte ihnen zu Kopf steigen.

Etwas im Hintergrund verfolgt der 83-jährige Peter Meyer, einst Harald Glööcklers Ausbilder in der Herrenabteilung, das Geschehen, lobt seinen Lehrling von damals, während Ehefrau Waltraud, die ebenfalls bei Sämann beschäftigt war, ein Buch mit Widmung abholt. Auf sein Aussehen bedacht und sehr höflich sei der junge Harald Glöckler – damals noch mit einem „ö“ – gewesen, sagt das Ehepaar.

Stets nett und freundlich ist er, obgleich er mit einer lästigen Erkältung zu kämpfen hat, auch an diesem besonderen Tag, der mit zwei prominenten Rückkehrern erfolgreich ausklingt – mit einer exklusiven Benefizveranstaltung zugunsten des Kinderzentrums Maulbronn in der Sparkasse (Bericht folgt in der Samstagausgabe).

 

Zum Video geht es hier.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

Thomas.Eier@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen
Commerzbank-Filiale unter neuer Leitung

Commerzbank-Filiale unter neuer Leitung

Mühlacker (pm). Die Commerzbank Mühlacker hat eine neue Leiterin: Dagmar Heinrich ist seit Beginn des Monats Filialdirektorin, wie das Kreditinstitut in einer Pressemitteilung erklärt. Sie übernehme die Position SIE MÖCHTEN… »