Böller zerfetzt Finger eines Schülers

Kracher ist in der Hand explodiert – 15-Jähriger wird zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik nach Stuttgart geflogen

Von Thomas Sadler Erstellt: 7. Januar 2019, 17:14 Uhr
Böller zerfetzt Finger eines Schülers Rettungskräfte während des Einsatzes in der Mörike-Realschule. Foto: Sadler

Ein Unfall hat am Montagvormittag in der Mörike-Realschule von Mühlacker für Aufregung gesorgt. Grund: Einem Schüler ist in der Hand ein Böller explodiert. Der 15-jährige Jugendliche erlitt dabei schwere Verletzungen.

Mühlacker. Der Vorfall, der an Unfälle erinnert, wie sie typischerweise immer wieder in der Silvesternacht vorkommen, habe sich gegen 10.15 Uhr während einer kleinen Pause ereignet, wie Konrektorin Andrea Maisel berichtete. Ein „Jugendlicher“ – nach späteren Angaben des Polizeipräsidiums Karlsruhe handelt es sich um einen 15-Jährigen – habe im Klassenzimmer einen Böller gezündet, um ihn aus dem Fenster nach draußen zu werfen.

Doch das endete übel. Wie die Polizei mitteilte, explodierte der Knaller noch in der Hand. Zwar erlitt der Schüler keine lebensgefährlichen Verletzungen, doch wurde die betroffene Hand schwer in Mitleidenschaft gezogen. Wie Daniela Kneis, Pressesprecherin des DRK-Kreisverbands sagte, seien Teile mehrerer Finger abgerissen worden. Diese Fingerteile seien glücklicherweise aufgefunden worden. In einer Stuttgarter Spezialklinik, zu der der Verwundete in einem Rettungshubschrauber geflogen wurde, werde versucht, sie wieder anzunähen, so Kneis.

Direkt nach dem Unfall, berichtet Konrektorin Maisel, hätten sich zwei Lehrer um die Erstversorgung gekümmert. Danach übernahmen Kräfte des Roten Kreuzes. Insgesamt waren drei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes, eine Einsatzführungsunterstützung sowie Ehrenamtliche der DRK-Ortsvereine Mühlacker, Wiernsheim und Tiefenbronn im Einsatz. Ebenfalls vor Ort waren die Feuerwehr Mühlacker und die Polizei, die ermittelt, ob es sich bei dem Knaller um einen verbotenen Böller gehandelt hat.

Bei dem Unfall kam nicht nur der 15-Jährige zu Schaden, wobei die Angaben über die genaue Zahl der Verletzten auseinander gehen. Die Polizei spricht von zwölf Mitschülerinnen und Mitschülern, die jeweils ein Knalltrauma davongetragen hätten. Einer der Betroffenen sei wegen des Knalltraumas und Augenproblemen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht worden. Das DRK berichtet neben den zwölf Opfern von zwei weiteren Jugendlichen, die darüber hinaus auch noch Augenverletzungen erlitten hätten.

Insgesamt, so das Präsidium, hätten sich während des Vorfalls 22 Schülerinnen und Schüler einer neunten Klasse ohne Lehrer in dem Klassenzimmer, in dem es passierte, aufgehalten. Ein nennenswerter Sachschaden ist laut Konrektorin Andrea Maisel nicht entstanden. Auch eine Evakuierung, so Schulleiter Dr. Hans-Joachim Blum, sei nicht erforderlich gewesen.

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