Blumenwiese wertet Burganlagen auf

Mit einem ersten Arbeitseinsatz startet die Bürgerstiftung ihr Projekt für einen neuen Naturerlebnisraum mit Baumlehrpfad

Von Thomas Eier Erstellt: 11. Mai 2018, 00:00 Uhr
Blumenwiese wertet Burganlagen auf Einsatz in den Burganlagen: Frank Händle von der Bürgerstiftung (im Vordergrund re.) informiert sich bei Günter Boger, Anleiter der Miteinanderleben Service-gGmbH, über die Arbeiten. Foto: Eier

Mit den Vorbereitungen für eine neue Blumenwiese hat in den Mühlacker Burganlagen das Projekt Baumlehrpfad begonnen. In einer ersten Etappe sollen als Biotop für Bienen und andere Insekten auf rund 1300 Quadratmetern blühende Landschaften entstehen.

Bewusst wird in den Burganlagen Saatgut aus der Region verwendet, das bei der Miteinanderleben Service-gGmbH aus Wiesendrusch aufbereitet und für Neuanpflanzungen angeboten wird.Bewusst wird in den Burganlagen Saatgut aus der Region verwendet, das bei der Miteinanderleben Service-gGmbH aus Wiesendrusch aufbereitet und für Neuanpflanzungen angeboten wird.

Mühlacker. Wie berichtet, will die Bürgerstiftung, die schon den Denkpfad eingerichtet hat, die reizvolle Umgebung der Löffelstelz ökologisch aufwerten und sie gleichzeitig als wichtigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen für Ausflügler und Schülergruppen erlebbar machen.

Kernstück der Pläne ist ein Arboretum, eine besondere Form eines Baumlehrpfads, für den der wertvolle Bestand durch neue Pflanzungen ergänzt wird. Mit alten und neuen Bäumen, Sträuchern, Stauden und Blumenwiesen und ausgestattet mit Infotafeln soll sich das Areal in ein Refugium für Naturerlebnis, Erholung und, gegebenenfalls, Spaß für Kinder auf einem Spielplatz verwandeln. Den Großteil der Kosten, die nach ersten Schätzungen bei etwa 60000 Euro liegen, will die Bürgerstiftung mit Hilfe von Sponsoren selbst aufbringen, während Bauhof und Stadtgärtnerei bei den Arbeiten mit anpacken und danach die Pflege der Anlagen übernehmen sollen.

Mittlerweile wird die Idee in die Tat umgesetzt, indem auf einem ersten Abschnitt eine neue Blumenwiese angelegt wird. Nachdem örtliche Firmen den Untergrund vorbereitet hatten, rückte Mitte der Woche ein Team der Miteinanderleben Service gGmbH an, um den Boden aufzulockern und das Saatgut auszubringen.

Ein Arbeitseinsatz, der sich perfekt einfügt in den besonderen Charakter des Gemeinschaftsprojekts, waren doch unter Regie von Anleiter Günter Boger, der ganz in der Nähe auf einem landwirtschaftlichen Anwesen am Senderhang wohnt, vier Mitarbeiter im Alter von 16 bis 30 Jahren im Einsatz, die wegen diverser Handicaps auf eine Beschäftigung bei der gemeinnützigen GmbH des Vereins Miteinanderleben angewiesen sind – womit das bürgerschaftliche Engagement in den Burganlagen gleich noch eine soziale Komponente erhält. Vermittelt hatte den Kontakt zur Service gGmbH der Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Enzkreis, Thomas Köberle, der als alter Mühlackerer eine besondere Verbundenheit zur Umgebung der Löffelstelz hat und als Fachmann für die heimische Natur mit im Boot ist.

Weil der ökologische Aspekt ein wichtiger Faktor in allen Überlegungen ist – unter anderem sollen die neuen Wiesen die Bemühungen im Rahmen der Initiative „Mühlacker summt!“ unterstützen –, wird großer Wert auf die passende Auswahl an Pflanzen gelegt. Das von Thomas Köberle ausgewählte Saatgut, das Günter Boger und seine Mannschaft mitgebracht hatten, stammt aus der Region und ist als Wiesendrusch aus verschiedenen Gebieten wie der Gemarkung Neuhausen, aus Lienzingen und dem Kraichgau, der bei der Miteinanderleben Service-gGmbH aufbereitet und für Neupflanzungen vermarktet wird, besonders gut für Trockenwiesen geeignet.

Frank Händle, der als Mitglied der Bürgerstiftung das Projekt betreut, machte sich am Mittwochmorgen ein Bild von den Arbeiten, die einen Einstieg bedeuten. Als nächste größere Etappen stünden im Herbst die Baumpflanzungen an, beschrieb er den Zeitplan für dieses Jahr. Dankbar sei die Bürgerstiftung für das Interesse und den Rat verschiedener Experten wie Thomas Köberle, den Stadträten Dr. Ulrike Fuchs und Guido Wölfle sowie Dr. Martin Hasselmann, Professor an der Uni Hohenheim und Fürsprecher der Aktion „Mühlacker summt!“. Sie alle hätten das Gelände begutachtet und Tipps gegeben.

Für Günter Boger, der mit seinen jungen Mitarbeitern schwerpunktmäßig im Bereich der Landschaftspflege tätig ist, bedeutete der Auftrag bei der Burg einen Einsatz vor der eigenen Haustür. Ansonsten bestehen die Aufgaben seiner Mannschaft vor allem darin, sich um die Häckselplätze zu kümmern und die Anlagen des Enzkreises, zum Beispiel rund um die Berufsschulen, zu pflegen. Schon in einer Woche, schätzte Günter Boger, als sich ein Ende der Trockenheit ankündigte, könnte auf der neuen Wiese in den Burganlagen das erste Grün sprießen. Bis es auf der Blumenwiese wirklich blüht, werde es allerdings noch ein wenig länger dauern.

Thomas Eier

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