Bijouterie-Projekt ist Geschichte

Investor legt keine Nachweise über Baufortschritte vor – Erlenbach Center: Mietverträge fehlen

Von Thomas Eier Erstellt: 3. Januar 2017, 00:00 Uhr
Bijouterie-Projekt ist Geschichte Das Bijouterie-Projekt in Dürrmenz ist Geschichte. Foto: Deeg

Mühlacker. Mit Beginn des neuen Jahres ist in Mühlacker, was zwei wichtige Projekte betrifft, eine Entscheidung und eine Vorentscheidung gefallen. Weder die Investoren für das Projekt Wohnen in der Bijouterie in Dürrmenz noch die Erlenbach Center GmbH, hinter der die Krause-Gruppe und Ten Brinke stehen, haben bis zum Ende der Frist die geforderten Unterlagen vorgelegt.

Im Fall Dürrmenz ist die Konsequenz klar: Weil die Bijouterie Wohnmanufaktur GmbH keine Architektenbestätigung beigebracht hat, wonach – wie von der Stadt gefordert – mindestens 300000 Euro verbaut sind, ist das Projekt vom Tisch. „Da der Vertrag damit nicht erfüllt ist, wird die Stadt unverzüglich die Rückübertragung des Geländes auf die Stadt veranlassen“, hieß es in einer kurzen Mitteilung aus dem Rathaus. Dabei hatte der Investor Dolphin Trust, der hinter der Bijouterie Wohnmanufaktur GmbH steht, kurz vor Weihnachten noch für einen Überraschungseffekt gesorgt, als auf dem Gelände an der Brunnengasse plötzlich Bauarbeiten begonnen hatten. Welches Ziel mit dem Spätstart verfolgt wurde, ist unklar; am Montag kündigte das Unternehmen mit Sitz in Hannover zunächst schriftlich nähere Auskünfte bis Ende der Woche an.

Mitte 2013 wurde das Bijouterie-Projekt vorgestellt. Lesen Sie einen Artikel dazu.

Wirklich überrascht darüber, dass die Nachweise fehlen, ist Oberbürgermeister Frank Schneider nach eigenem Bekunden nicht. „Ich bin aber Jurist genug, um zu warten, bis die Fristen abgelaufen sind“, bezog er sich auf die Vereinbarungen. Mit den zeitlichen Vorgaben hatte die Stadt auf eine jahrelange Hängepartie im Dürrmenzer Ortskern reagiert, nachdem zunächst die Tübinger SAX-Gruppe und anschließend – nach dem Verkauf der Projektgesellschaft an Dolphin Trust – auch der neue Investor keine Anstalten gemacht hatten, den Neuanfang voranzutreiben.

Die Pläne für eine Sanierung im Bestand, die nach dem alten SAX-Konzept mit einem Neubau kombiniert werden sollte, um rund 30 Wohnungen zu schaffen, sind damit hinfällig. Die Stadt plant, die Gebäude der ehemaligen Schmuckfabrik abzureißen und das Grundstück dann für eine neue Wohnbebauung anzubieten. „Die Stadt hat das Heft des Handels wieder in der Hand“, fasst OB Schneider zusammen.

Das Projekt hätte bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein müssen. Lesen Sie einen Artikel dazu.

Auch hinsichtlich des Erlenbach Centers, das den Mühlehof ersetzen sollte, hat sich über den Jahreswechsel keine sensationelle Wendung mehr ergeben. Wie berichtet, hatten die Investoren, die bis zum Jahresende unterschriebene Mietverträge mit Ankermietern vorlegen sollten, kurz vor Weihnachten um mehr Zeit für die Suche nach Mietern gebeten. Nachdem bislang nur eine Zusage der Drogeriemarktkette Rossmann vorliegt, deuteten die ersten Reaktionen aus dem Gemeinderat schon darauf hin, dass es keine Mehrheit für eine Fristverlängerung geben dürfte. Das Thema soll im Januar zunächst intern und dann, Ende des Monats, öffentlich beraten werden. Die endgültige Entscheidung könnte in der Sitzung des Gemeinderats am 31. Januar fallen.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

Thomas.Eier@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen
Jubiläum im Zeichen von Corona

Jubiläum im Zeichen von Corona

Mühlacker (pm). Die Corona-Pandemie hat auch Folgen für die Arbeit der Stiftung St. Franziskus, die in diesen Tagen ihr 35-jähriges Bestehen feiert. In diesem Jahr sei es nicht möglich, einen… »