Besiegelt: Neue Stadthalle ersetzt den Mühlehof

Gemeinderat beschließt einstimmig einen Neuanfang am Kelterplatz – und drückt beim Zeitplan gleich mächtig aufs Tempo

Von Thomas Eier und Thomas Sadler Erstellt: 5. Juli 2017, 00:00 Uhr
Besiegelt: Neue Stadthalle ersetzt den Mühlehof Einigkeit: Mit seinem Beschluss für den Bau einer neuen Stadthalle am Kelterplatz beendet der Gemeinderat eine jahrelange Debatte. Foto: Fotomoment

Einstimmig hat sich der Mühlacker Gemeinderat am Abend für den Bau einer neuen Stadthalle am Kelterplatz ausgesprochen und damit das Aus für den Mühlehof besiegelt. Das Gebäude soll möglichst bis zum Jahresende 2018 abgerissen sein, damit sich nahtlos der Neubau anschließen kann.

Mühlacker. Nachdem in der Vergangenheit heftig gestritten und gerungen wurde, sind sich inzwischen alle einig: Der Mühlehof ist nicht zu halten, eine Sanierung macht keinen Sinn mehr. Mit seinem einmütigen Votum setzte der Gemeinderat einen Schlussstrich unter einen jahrelangen Streitfall und stellte gleichzeitig die Weichen für die Zukunft des städtischen Kulturbetriebs. Eine „multifunktionale Stadthalle“, die auch Rockkonzerte und ähnliche Veranstaltungen für junge Leute zulässt, soll den Mühlehof ersetzen. Es falle nicht leicht, gestand Oberbürgermeister Frank Schneider ein, sich vom gewohnten Saal zu verabschieden, doch angesichts der Sachlage sei kein anderer Entschluss möglich. „Die Bevölkerung will sehen, dass wir vorankommen wollen.“

Erst kürzlich hat der Gemeinderat den Mühlehof besichtigt. Schauen Sie sich ein Video dazu an.

Und das, wenn es nach dem Gemeinderat geht, schneller als von der Rathausmannschaft gedacht. Während das Amt für Gebäude- und Grundstücksmanagement als möglichen Baubeginn für die neue Halle den September 2019 anvisiert hatte, wollen die Stadträte zügiger Fortschritte sehen. Entsprechend breit war die Rückendeckung für einen Antrag von CDU-Chef Günter Bächle, der forderte, den Terminplan zu überarbeiten und den Mühlehof deutlich früher abzubrechen.

Nachdem die Sprecher aller Fraktionen ihre Zustimmung zu dieser Position signalisiert hatten, einigte man sich am Ende auf die Formel, wonach der Mühlehof „möglichst“ bis 31. Dezember 2018 Geschichte sein soll, so dass der Baubeginn für die neue Stadthalle vom Herbst 2019 auf den Jahresanfang 2019 vorverlegt werden könnte. Wie berichtet, ist ein reibungsloser Übergang auch aus technischen Gründen wichtig, weil die Tiefgarage ohne das Gewicht eines Gebäudes beziehungsweise einer Baustelle durch das Grundwasser aufgeschwemmt würde und, um sie zu sichern, aufwendig befüllt werden müsste. Im Übrigen kalkuliert der Gemeinderat mit den derzeit günstigen Zinsen für Kredite.

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Auf zwölf Millionen Euro schätzt die Stadtverwaltung die Kosten für eine ebenerdige Halle mit bis zu 1000 Sitzplätzen ohne Empore, Orchestergraben oder andere Zusatzwünsche. Der LMU-Fraktion, die im Grundsatz zustimmte, ist das zu viel, wie Sprecherin Dr. Ulrike Fuchs sagte, die im Zuge einer Klausurtagung ein Konzept für den Kulturbetrieb und für die dazu passende Ausstattung erwartet. „Bis die neue Halle steht, ist noch ein Weg zurückzulegen“, bestätigte im Namen der FDP-Fraktionssprecher Dr. Jens-Christian Hanf, der an die teils erbittert geführten Diskussionen rund um den Mühlehof erinnerte und unter dem zustimmenden Beifall der Kollegen feststellte, „dass wir uns noch in die Augen sehen können“. Karin Münzmay signalisierte die Unterstützung der SPD für die Neubaupläne: „Der Mühlehof ist nicht mehr zu retten.“

Noch vor einem halben Jahr haben Mühlehof-Befürworter einen Umbau gefordert. Lesen Sie einen Artikel dazu.

Am Ende standen auch die Freien Wähler um Rolf Leo, die sich lange für das Gebäude und den Gottlob-Frick-Saal verkämpft hatten und vehement gegen ein letztlich gescheitertes Einkaufszentrum ins Feld gezogen waren, zu einem Neuanfang in der Stadtmitte. Für die Fraktion sei das Ja zum Beschlussvorschlag ein großer Schritt, ließ er durchblicken, aber man sei zu der Erkenntnis gelangt, dass eine Sanierung teurer sei als ein Neubau. Sein Vorschlag, den Mühlehof bis zum Abriss weiterhin zum Beispiel für Ausstellungen zu nutzen, stieß auf spontane Zustimmung.

Derweil sollen die Vorbereitungen des Abbruchs, der auf 1,2 Millionen Euro geschätzt wird, einhergehen mit den Planungen für eine neue Halle, die wohl mit einem städtebaulichen Wettbewerbsverfahren verbunden sein werden. Nach der Sommerpause werde die Stadtverwaltung einen neuen, konkreten Terminplan vorlegen, sicherte Amtsleiter Konrad Teufel zu.

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