Ausschuss gibt grünes Licht für Freilichttheater

Stadt unterstützt Projekt auf Löffelstelz mit bis zu 20000 Euro

Von Thomas Sadler Erstellt: 4. April 2019, 00:00 Uhr

Mühlacker. Bürger machen für Bürger vom 11. Juni bis zum 24. Juli 2020 Freilichttheater auf der Burgruine Löffelstelz. Die Stadt Mühlacker unterstützt das Projekt der Kulturenmühle Schönaich, das zehn Vorstellungen umfasst, mit Barmitteln und Sachleistungen von maximal 20000 Euro. Dies hat der Verwaltungsausschuss beschlossen. Das Gros der Ausgaben, die auch durch Eintrittspreise finanziert werden, soll der Bund mit einem Zuschuss von 95000 Euro übernehmen.

Was sich Bärbl Kehrer von der Kulturenmühle vorstelle, „klingt nicht schlecht“, lobte FW-Fraktionsvorsitzender Rolf Leo. Allerdings dürfe es sich nicht um ein „08/15-Programm“ handeln, sondern um Veranstaltungen mit „Lokalkolorit“.

Die in der Sitzung informierende Bärbl Kehrer akzeptierte diesen Wunsch. Sie werde versuchen, so viel örtliche Geschichte, gerade aus dem zur Löffelstelz passenden Mittelalter, wie möglich reinzubringen, versprach die Expertin, die selbst Schauspielunterricht gibt. Auf Mühlacker sei sie gestoßen, als sie beruflich in Pforzheim gewesen sei und auch in die Große Kreisstadt kam. Angesichts der historischen Stätten in Mühlacker habe sie sich „ein bisschen in Mühlacker verliebt“, bekannte sie, was die Ausschussmitglieder freilich gerne hörten.

Das Projekt, zu dem sich schon 20 Personen als potenzielle Schauspieler gemeldet haben und Kehrer verstärkt noch Vereine ansprechen möchte, sei ein „gutes Marketinginstrument“, meinte CDU-Stadtrat Matthias Trück. LMU-Stadträtin Stefanie Seemann geriet sogar nachgerade ins Schwärmen: „Etwas Besseres kann Mühlacker – Akteuren und Publikum – nicht passieren.“ Ebenso begeistert zeigte sich Wilhelm Heidinger (FDP), der mit Blick aufs Stadtimage nachschob: „Ich wünsche mir Burgfestspiele jedes Jahr.“

Die Befürchtung von SPD-Chef Jürgen Metzger, das Freilichttheater könnte sich als Konkurrenz für Veranstaltungen von Vereinen im Sommer erweisen, wurde von der Verwaltung als „Luxusproblem“ eingestuft. Letztlich würden sich die negativen Auswirkungen in Grenzen halten.

Wolfgang Schreiber (CDU) „fände es positiv, wenn’s klappen würde“, hatte aber „etwas Bauchweh“, was vor allem an den Kosten lag, die insgesamt auf ungefähr 120000 Euro geschätzt werden. Um sicherzugehen, dass die Stadt nicht über die Maßen subventionieren muss, deckelte der Ausschuss den kommunalen Zuschuss auf Antrag von Elli Marx (SPD) auf höchstens 20000 Euro. Vielleicht benötige sie sogar weniger, keinesfalls jedoch mehr, machte Bärbl Kehrer schon mal Hoffnung.

Thomas Sadler

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