Anfangs feucht, aber immer fröhlich

Zum 41. Mal pilgern Tausende Besucher aus Mühlacker und der Umgebung aufs Straßenfest – Rund 50 Gäste aus Bassano feiern mit

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 15. September 2014, 00:00 Uhr
Anfangs feucht, aber immer fröhlich Zünftig: Die Damen der Line-Dance-Gruppe von Gym and Dance freuen sich trotz anfänglichen Regens auf das Straßenfest. Foto: Stahlfeld

Wetter hin oder her: Mühlacker hat sich am Wochenende die gute Laune beim 41. Straßenfest nicht verregnen lassen. Tausende Besucher flanierten durch die Straßen von Dürrmenz und erlebten ein Straßenfest, das inmitten der Gassen seinem Namen alle Ehre machte.

Mühlacker. Jochen Schray ist ein Routinier in Sachen Straßenfest, doch eins hat der Cheforganisator in 16 Jahren noch nicht erlebt: eine Eröffnung in strömendem Regen. Der Schuldige war am Samstag schnell gefunden: In Vaihingen müsse er sitzen, war sich die Festgemeinde einig.

„Des isch Vaihinger Wetter“, erklärte Oberbürgermeister Frank Schneider noch vor dem Fassanstich, dass man ihn zwar für vieles verantwortlich machen könne, nicht aber für den Regen zum Auftakt. Wenn man den Nachbarn schlechtes Wetter für deren Straßenfest wünsche, dann müsse man das eben auch in Mühlacker ausbaden, stellte ein Besucher fest und machte damit deutlich, dass sich die Mühlackerer wohl noch immer darüber ärgern, dass in Vaihingen zeitgleich gefeiert wird.

Alles kein Problem, denn im Laufe des Sonntags strahlte – in Mühlacker und in Vaihingen – die Sonne. „Nach Hause, nach Hause, nach Hause gehn wir nicht ..!“, sangen zum Start gut gelaunte Besucher lautstark unterm Regenschirm mit, als das Sender-Brass-Quintett des Musikvereins das Straßenfest mit Schunkelliedern eröffnete. Aber auch rockige Töne wurden angeschlagen. Die Jugendband „Dark Passenger“ aus der Partnerstadt Bassano del Grappa ließ es krachen. „Wir wollen damit zeigen, dass die Partnerschaft gerade durch die Jugend weiterlebt“, betonte Herta Gutmann, Vorsitzende des Mühlacker Partnerschaftskomitees. Musik sei die Sprache der Welt, die verstehe jeder.

Zuvor hatte sie einen Geschenkkorb von den Gästen aus Italien entgegengenommen: „Wir pflegen die Freundschaft mit vollem Herzblut“, so Gutmann. Der Korb wandere hin und her. Im Herbst werde ein neu gefüllter Freundschaftskorb zur Fiera nach Italien mitgenommen.

Eine Ehre, beim

Straßenfest dabei zu sein

Rund 50 Gäste waren aus Bassano nach Mühlacker gereist, um beim Straßenfest mitzufeiern. Unter ihnen war neben Mühlackers Ehrenbürger Pietro Fabris auch der neue Bürgermeister von Bassano, Riccardo Poletto. Es sei für ihn eine Ehre, dabei zu sein, betonte er. Mit das Schönste sei, dass man an den Ständen Menschen unterschiedlicher Nationen treffe: „Mühlacker zeigt, wie Integration funktioniert.“

Auch Oberbürgermeister Schneider zeigte sich stolz auf das Straßenfest: „Es ist das Größte in der Region.“ Sein Dank ging zuerst an die Organisatoren und die Vereine. Zur Eröffnung begrüßte er unter anderem die Bundestagsabgeordneten Gunther Krichbaum (CDU) und Katja Mast (SPD) sowie die Landtagsabgeordneten Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP) und Viktoria Schmid (CDU). Aus Schmölln war der Beigeordnete Klaus Hübschmann angereist. „Es ist ein Fest der ganzen Stadt“, appellierte der OB an die Vereine in den Stadtteilen, 2016 wieder teilzunehmen: „Das Jahr ist wie ein Neustart zu begreifen.“

Seit 16 Jahren sei er nun bei der Eröffnung dabei, „aber nasse Füße hatte ich noch nie“, meinte Jochen Schray über das „tempo brutto“, wie Dolmetscherin Maren Recken den italienischen Gästen das „scheußliche Wetter“ übersetzte. Schray lobte vor allem die 33 Vereine, die das Fest mit großem Einsatz erhalten wollten. „Haltet weiterhin so zur Stange!“, warb er bei der Eröffnungsfeier, die vom ASV Mühlacker und dem FSV Enztal organisiert wurde. Und weil der ASV heuer 60 Jahre alt wird, überreichte FSV-Vorsitzender Uwe Müller einen Ehrenteller an den ASV-Vorsitzenden Hermann Fasching.

Beim Stand der Line-Dance-Gruppe von Gym and Dance gaben sich die Gäste zünftig mit Tracht und Dirndl. „Wir bereiten uns stimmungsmäßig auf den Ausflug zum Cannstatter Wasen mit dem Mühlacker Tagblatt vor“, hatten die Damen schon die nächste Gaudi im Visier.

„Hier trifft man Leute, die man das ganze Jahr über nicht sieht“, genoss Bruno Musdo derweil die gute Stimmung in Mühlacker – oder genauer: in Dürrmenz.

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