Alter Herzogstein neu aufpoliert

Das gereinigte Denkmal markiert die ehemalige Grenze zwischen Baden und Württemberg

Von Tobias Rieger Erstellt: 2. August 2013, 00:00 Uhr
Alter Herzogstein neu aufpoliert Frisch hergerichtet: der Herzogstein. Foto: privat

Mühlacker. Witterung und wucherndes Moos hatten dem historischen Herzogstein kräftig zugesetzt und ihm seiner Pracht beraubt. Doch jetzt erstrahlt er wieder in neuem, altem Glanz: Der Bauhof hat ihn im Auftrag des Verschönerungsvereins Mühlacker gereinigt.

Der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Albrecht Münzmay, fand bei einer Wanderung vor drei Wochen den Gedenkstein in bedauernswertem Zustand vor und kontaktierte daraufhin den Bauhof. „Es ist wichtig, auch die kleinen Wahrzeichen Mühlackers zu erhalten“, bemerkt Ewald Scheytt, der Schriftführer des Vereins.

Mittlerweile steht an der Stelle eine Replik. Das zwei Meter hohe Original wurde in den 1980er Jahren durch den Verschönerungsverein ins Heimatmuseum gebracht und ist seitdem dort ausgestellt. Die häufig drohende Beschädigung durch Hochwasser und sauren Regen hatten den Ausschlag dafür gegeben. Auf dem Original steht zusätzlich eine Schale, umgangssprachlich als „Brotlaib“ bezeichnet, rührt die Namensgebung doch aus einer früheren Notzeit, die so groß war, dass der Eigentümer das angrenzende Grundstück für einen Laib Brot veräußern musste.

So unansehnlich wie zuletzt der Stein ist auch das umliegende Gelände, das durch den Einsatz schweren Geräts bei Forstarbeiten in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Der Gedenkstein, der rechtsseitig auf der Markungsgrenze von Enzberg und Niefern steht, erinnert an den 31-tägigen, Herzogsritt (1604) von Friedrich I., Herzog von Württemberg, mit 50-köpfigem Gefolge und markiert die ehemalige Grenze zwischen Baden und Württemberg. Damit unterstrich der Regent die Wichtigkeit der von ihm im Jahr zuvor für alle Ortschaften Württembergs eingeführten Pflicht der jährlichen Markungsumgänge. Anlass dafür waren häufige Grenzstreitigkeiten.

Auf diesem Ereignis fußt auch der Herzogritt, ein Umzug der Reitabteilung des Turnvereins (TV) Mühlacker, der erstmals 2002 und zum dritten Mal zuletzt 2008 stattfand. Damals ritt der seinerzeitige Mühlacker Oberbürgermeister Arno Schütterle in den historischen Gewändern des Herzogs an der Spitze des Umzugs. Das Kostüm wird seither ebenfalls im Heimatmuseum aufbewahrt. Das Museum kann sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden, Führungen sind nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Der Eintritt ist frei.

Neben dem Grenzstein sind auch andere ortsgebundene Denkmäler wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Im Rahmen des alljährlichen Tages des offenen Denkmals bietet der Historisch-Archäologische Verein Mühlacker am 8. September Führungen unter dem Motto „Jenseits des Guten und Schönen: unbequeme Denkmale“ an.

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