Alte Tradition des ,,Gautschens“ lebt auf

Erstellt: 23. Mai 2019, 09:16 Uhr
Alte Tradition des ,,Gautschens“ lebt auf Alte Tradition des ,,Gautschens“ lebt auf

Mühlacker (lh). Bewölkter Himmel und knapp 14 Grad auf dem Thermometer – optimales Badewetter herrschte in Mühlacker am gestrigen Vormittag nicht gerade.

Trotzdem hatte Oliver Böhringer, Leiter von Elser Druck, für drei junge Mitarbeiter eine Kunststoffbox, randvoll mit kühlem Wasser, bereitgestellt. Gegen 11.30 Uhr wurden Daniel Burns (rechtes Foto, v. re.), Lukas Falk und Raphael Bauer von ihren Kollegen geschnappt und durften vor nahezu der ganzen Belegschaft der Elser Gruppe eine unfreiwillige Erfrischung nehmen.

Was hinter dem Badespaß steckt, erklärte Böhringer beim kleinen Umtrunk danach: Beim „Gautschen“, wie die Aktion genannt wird, handle es sich um eine alte Tradition bei Druckern, Buchbindern und Schriftsetzern – heute Mediengestalter. Sie geht bis ins 16. Jahrhundert in die Zeit von Johannes Gutenberg zurück, der den modernen Buchdruck erfunden hat. Mit dem nassen Brauch würden die Gesellen nach ihrer Ausbildung von den Lehrlingssünden „reingewaschen“.

Dass alles andere als Freibadwetter herrschte und die kühle Lufttemperatur nach dem Bad für etwas Frösteln sorgte, störte eher weniger. Das Trio hatte sichtlich Spaß und darf sich jetzt über ein besonderes Zertifikat freuen. Mit dem „Gautschbrief“ können sie die Tradition, die es heute laut Böhringer „leider“ in vielen Betrieben nicht mehr gibt, fortführen. Nur diejenigen, die einen solchen besitzen, dürften künftige Gesellen „taufen“.Fotos: Huber

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