Mühlacker Bürger wünschen sich mehr Qualität

Ergebnisse der Einwohnerbefragung vorgestellt – Gastronomie und Angebot im Einzelhandel gelten als Schwachpunkte der Stadt

Von Thomas Eier Erstellt: 26. Oktober 2016, 10:08 Uhr
Mühlacker Bürger wünschen sich mehr Qualität Vier von vielen Themen der Einwohnerbefragung in Mühlacker: der Kulturbetrieb, die Einkaufsmöglichkeiten, die Freizeitangebote und die Verkehrssituation. Fotos: Archiv

Gastronomie und Hotellerie, Vielfalt im Einzelhandel, Aufenthaltsqualität in der Innenstadt – nach den Ergebnissen der Einwohnerbefragung, die am Abend im Gemeinderat erstmals öffentlich vorgestellt wurden, sind das die größten Schwachpunkte der Stadt Mühlacker.

Mühlacker. Von etwa 7250 Fragebogen, die verschickt wurden, kamen am Ende 1368 zurück, und dieser Anteil führte im Gemeinderat zu kritischen Nachfragen nach der Aussagekraft der Erhebung und der Haltung der Verweigerer. Sind sie grundsätzlich desinteressiert oder, wie Rolf Leo mutmaßte, grundsätzlich zufrieden mit Mühlacker ? Wären sie es nicht, spekulierte der Fraktionschef der Freien Wähler, hätten sie sich beteiligt, um ihre Klagen und Beschwerden anzumelden.

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Nicht gebruddelt ist genug gelobt ? Ganz so einfach wollte es Matthias Prüller als Vertreter des Büros Imakomm Akademie, das die Einwohnerbefragung betreut hatte, den Verantwortlichen für die Stadtentwicklung doch nicht machen. Denn auch wenn sich das Teilnehmerfeld, das durchaus repräsentativen Charakter habe, stark mit der Stadt identifiziert und sich wohl fühlt, gibt es Kritikpunkte; zum Beispiel, was das gastronomische Angebot in Mühlacker betrifft oder die Übernachtungsmöglichkeiten. Überraschend sei, so Prüller, dass gerade die Altersgruppe der 30- bis

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64-Jährigen mit der Gastronomie unzufrieden sei, obwohl es eine Vielfalt an Lokalen gebe. Liegt es an der Qualität ?
Passend dazu eine weitere Erkenntnis: Die Atmosphäre in der Innenstadt wird nach wie vor schlecht beurteilt, obwohl die Gartenschau der Stadt einen deutlichen Schub gegeben hat. 53 Prozent meinen, sie habe sich seither gut oder sogar sehr gut entwickelt, und nur sechs Prozent finden, es sei eher schlechter geworden. Ein Problem: Die Innenstadt, wo sich viele mehr (ansprechende) Cafés, Bars und Lokale, weniger Verkehr und zusätzlichen attraktiven Einzelhandel wünschen würden, sehen die wenigsten als Teil des Gartenschauprojekts an. „Vielleicht gibt es noch Ansatzpunkte, was die Aufenthaltsqualität betrifft oder durch Begrünung“, gab Prüller der Kommunalpolitik als Denkanstoß mit. Auch in puncto Sauberkeit sind nicht alle Bürger zufrieden, und insbesondere im Umfeld des Bahnhofs und der Drehscheibe leidet das subjektive Sicherheitsgefühl.

Aber es gibt auch positive Signale aus der Bevölkerung, die sich vor allem auf ein vielfältiges Vereinsleben, gute Sport- und Freizeitangebote und ein sehr attraktives Bildungs- und Betreuungspaket in den Schulen und Kindergärten beziehen. Diese Werte seien sehr positiv, bestätigte Prüller.
Zwiespältig ist die Haltung zum kulturellen Programm, denn vor allem junge Erwachsene bis 29 Jahre nutzen das Angebot eher selten. Dieses Ergebnis, so ein dezenter Fingerzeig der Imakomm-Experten, könnte auch Rückschlüsse auf das städtische Theaterprogramm erlauben.

Die Frage nach Mühlehof oder neuer Stadthalle wurde in dieser Deutlichkeit im Fragebogen nicht aufgeworfen; nichtsdestotrotz ist der Wunsch nach einem entsprechend großen Veranstaltungssaal in der Bevölkerung weit verbreitet. Was aber, fragte sich an dieser Stelle Günter Bächle (CDU), wenn die Bedeutung ins Verhältnis gesetzt werde zum Stellenwert der Schulen oder dem Bau der neuen Feuerwache ?

Gewünscht wird mehr bezahlbarer Wohnraum für junge Familien, und bei den bevorzugten Wohnvierteln in Mühlacker rangiert Dürrmenz noch vor der Kernstadt, was Imakomm „überraschend“ findet. Generell sind die Mühlackerer mit ihrem Wohnumfeld sehr zufrieden, Spitzenreiter sind in dieser Hinsicht die kleinen Stadtteile Mühlhausen und Großglattbach.
Die Stadtverwaltung bekommt im Übrigen für ihre Arbeit bessere Noten als der Gemeinderat, was laut Matthias Prüller auch an strittigen Themen wie dem Mühlehof(-Abriss) liege. Diese würden sich im Resultat der Befragung niederschlagen, die sich außerdem nach den wichtigsten Informationsquellen der Bürger erkundigte. Ergebnis: 81 Prozent informieren sich über die Tageszeitung, die damit deutlich vor dem Internet (48 Prozent) rangiert.

Thomas Eier

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