Mobilitätstag Mühlacker lenkt Blick in die Zukunft

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 7. Mai 2018, 10:39 Uhr
Mobilitätstag Mühlacker lenkt Blick in die Zukunft Hunderte von Menschen schlendern am Sonntag über den Parkplatz am Lienzinger Tor, wo über die Zukunft der Mobiltät aufgeklärt wird. Fotos: Stahlfeld

Das große Interesse am ersten Mobilitätstag in Mühlacker am Sonntag hat gezeigt, dass sich die Menschen mit der Mobilität der Zukunft auseinandersetzen. Bei der Veranstaltung wurde umfassend informiert, außerdem gab es die Möglichkeit für Testfahrten.

Mühlacker. Ins Leben gerufen worden ist der Mobilitätstag auf Initiative des Mühlacker Tagblatt, und so freute sich Verleger Hans-Ulrich Wetzel bei der offiziellen Eröffnung am Vormittag über die große Bereitschaft der zehn Aussteller, gemeinsam das Thema Mobilität in ganz unterschiedlichen Facetten zu präsentieren. Wetzel begrüßte unter anderem den Ersten Landesbeamten Wolfgang Herz, Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider und die Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann. Derzeit sei in der breiten Gesellschaft in Deutschland und der Welt eine Diskussion darüber im Gange, wie die Menschen sich in Zukunft fortbewegen werden.

Zugleich stellten sich den Menschen viele Fragen, machte Wetzel deutlich, dass Informationsveranstaltungen wie der Mobilitätstag wichtig seien, damit die Debatte nicht verbissen und ideologisch werde. Gerade im Land Baden-Württemberg mit seiner starken Automobilindustrie nehme das Thema einen besonderen Stellenwert ein. „Eine Tageszeitung ist prädestiniert als unabhängige Plattform“, schlug Wetzel den Bogen zum Mühlacker Tagblatt, das auch bereits über die von Thomas Knapp organisierte Vorgängerveranstaltung berichtete. Knapp habe „tolle Pionierarbeit“ geleistet.

Oberbürgermeister Frank Schneider, der zugleich im Namen von Wolfgang Herz das Wort an die Besucher ergriff, betonte ebenfalls die hohe Bedeutung der Mobilität und nannte Schlagworte wie Erderwärmung, Endlichkeit fossiler Brennstoffe, Abgasskandal oder drohende Fahrverbote, die in aller Munde seien. „In Politik, Öffentlichkeit und Gesellschaft setzt ein Umdenken ein.“ Auch die Stadt Mühlacker und die Stadtwerke beschäftigten sich schon länger mit dem Thema, sagte Schneider und erinnerte an die Inbetriebnahme der zweiten Erdgastankstelle in Enzberg. Insgesamt würden rund 1000 Tankungen im Monat gezählt. Und auch das Thema Elektromobilität werde durch die Installation weiterer Ladestationen vorangetrieben. Eine echte Alternative sei zudem der Stadtbus. Der Mobilitätstag sei eine hervorragende Möglichkeit, sich praktisch mit der Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte zu beschäftigen, bilanzierte Schneider. „Besser als jede Theorie ist es, sich mit Experten auszutauschen und Dinge einfach auszuprobieren.“

Auch der OB würdigte den langjährigen SPD-Gemeinderat Knapp als Praktiker und Vorreiter auf dem Gebiet der Elektromobilität. Und der wurde diesem Anspruch gestern einmal mehr gerecht. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Walter Franz von der Unomondo Knapp GmbH präsentierte er erstmals in der Öffentlichkeit die Pläne für das erste E-Car-Sharing in Mühlacker und Umgebung, das voraussichtlich im Sommer starten soll.

Als weitere Teilnehmer standen die Experten von den Stadtwerken Mühlacker, dem Ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), der AHG Mühlacker, dem Autohaus Metzger, dem Autozentrum Dobler, dem Autozentrum Walter, dem Tretlager, der TRI AG und von Zweirad W. Fischer den Besuchern Rede und Antwort. Gefragt waren aber nicht nur die Informationen. Tatsächlich nutzten viele Besucher die Möglichkeit zur Testfahrt. „Der Fahrkomfort ist super“, lautet das Testurteil eines Fahrers. Doch längst nicht alle waren wegen der Autos mit alternativen Antriebstechniken gekommen.

Karin Fischenbeck aus Illingen fuhr mit dem Zug an, und dem öffentlichen Personennahverkehr galt auch ihr Interesse. Sie fahre jeden Tag mit der Eisenbahn zur Arbeit nach Walldorf, schloss sie aber auch ein Auto mit Elektroantrieb nicht völlig aus. Vorausgesetzt die Reichweite stimme. Die Frage nach Reichweite und Lademöglichkeiten waren auch die Fragen, die den meisten Besuchern auf den Nägeln brannten. Klaus Hötz und Dieter Roller etwa waren mit dem Fahrrad aus Zaisersweiher hergeradelt. Auch sie könnten sich einen „Umstieg“ von Diesel und Benzin – zum Beispiel auf ein Hybridfahrzeug – vorstellen. Hötz: „Wenn die Autos preislich interessanter werden.“

Tatsächlich ist der Markt in Bewegung. In naher Zukunft werde eine enorme Vielfalt neuer Modelle kommen, blickte Verleger Wetzel schon mal in die Zukunft. Für ihn ein Grund mehr, den Mobilitätstag auch im kommenden Jahr zu wiederholen.

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