Schwarze Figur steht in den Startlöchern

Im November werden in Maulbronn zwei weitere Werke des Skulpturenwegs vor dem Kloster eingeweiht

Von Carolin Becker Erstellt: 14. August 2013, 11:00 Uhr
Schwarze Figur steht in den Startlöchern „Haus am Rad“ (v.re.) von Werner Pokorny, eine Skulptur ohne Titel von Andrea Zaumseil und „Dyrill“ von Robert Schad ziehen bisher die Blicke der Klosterbesucher auf sich. Foto: Fotomoment

Noch bevor der Besucher einen Fuß in den Klosterhof setzt, begegnet ihm in Maulbronn Hochkultur. Dafür sorgt der 2011 mit zunächst drei Werken namhafter Künstler eröffnete Skulpturenweg. Das ehrgeizige Kunstprojekt wächst noch in diesem Jahr um „Schwarze Figur“ und „Kopf schwebend“.

und Maik Disselhoff

Maulbronn. Wenn am 9. November um 11 Uhr die offizielle Einweihung zweier weiterer Objekte über die Bühne, sprich: das Gelände zwischen dem Parkplatz in der Talaue und der Klosteranlage, geht, können sich die Verantwortlichen des Enzkreises und der Stadt Maulbronn im Wissen auf die Schulter klopfen, bereits fünf der acht im Konzept enthaltenen Kunstwerke auf der größeren der beiden zur Verfügung stehenden Flächen ins Licht der Öffentlichkeit gerückt zu haben.

Dabei war der Weg zum Skulpturenweg keineswegs frei von Stolpersteinen, galt und gilt es doch zum einen, Sponsoren für die Realisierung zu begeistern. Zum anderen entpuppte sich eines der bestellten Werke als wenig deckungsgleich mit den Vorgaben, so dass es nicht auf der Ausstellungsfläche, sondern auf dem Gelände des Maulbronner Bauhofs landete. Mittlerweile ist nicht nur Ersatz für dieses Objekt in Sicht. Auch zwei weitere Werke warten auf die recht aufwendige Montage vor den Toren des Klosters. Die „Schwarze Figur“ des Baden-Badener Bildhauers Karl Manfred Rennertz sei ebenso fertiggestellt wie die Skulptur des mittlerweile leider verstorbenen Künstlers Franz Bernhard, berichtet der beim Enzkreis für Kultur zuständige Dezernent Roland Hübner.

Holzstamm von der Elfenbeinküste

Die „Schwarze Figur“, die inzwischen im Maulbronner Bauhof angekommen ist, habe er im Atelier ihres Schöpfers persönlich in Augenschein genommen, und er sei von ihr „sehr angetan“, sagt Hübner. Finanziert werde das aus einem 600 Kilogramm schweren Exotenholzstamm von der Elfenbeinküste geschaffene Stück von der Stadt Maulbronn und durch einige von der Kommune akquirierte Spender. Auf die Klosterstadt werden in Sachen Skulpturenpfad laut Bürgermeister Andreas Felchle am Ende Kosten zwischen 15000 und 20000 Euro zukommen.

Den Beitrag Franz Bernhards, der zur Zeit in einer Schiffswerft in Speyer auf die Reise nach Maulbronn warte, bezahle der Enzkreis. „Die Mittel waren schon 2012 im Etat eingestellt, aber dann hat sich die Sache verzögert“, sagt Roland Hübner.

Für einige Aufregung hatte, wie mehrfach berichtet, die so ganz anders ausgefallene Skulptur „Dismantling a column“ gesorgt. Bruchstücke des Objekts liegen immer noch auf dem Bauhofgelände. Noch ein strenger Winter, und die Steinskulptur wird vollends zerfallen.

An die Stelle des verworfenen Werks soll eine Kreation Axel Anklams treten. „Anklam ist einer der aufstrebenden Künstler, er vertritt Deutschland gerade auf der Biennale in Venedig“, verdeutlicht Dezernent Hübner die Bedeutung des unter anderem mit dem Gerlinde-Beck-Preis ausgezeichneten Berliners.

Dessen Bekanntheit in Kunstkreisen könne, hofft Hübner, dazu beitragen, unter Umständen schneller Sponsoren von der raschen Umsetzung des ausgesuchten Entwurfs zu überzeugen.

Auch am exzellenten Niveau der bereits installierten Werke bestehe kein Zweifel, verweist er auf eine Auszeichnung, die Werner Pokorny erst am vergangenen Wochenende entgegengenommen hat. Der in Maulbronn mit „Haus am Rad“ aus Cortenstahl vertretene Bildhauer habe den Hans-Thoma-Preis, den mit 10000 Euro dotierten baden-württembergischen Landespreis für Bildende Kunst, erhalten, was nicht hoch genug einzustufen sei.

„Den Klosterbesuchern wird Hochkarätiges geboten“, unterstreicht Roland Hübner – und würde am liebsten morgen das unter den Titel „Annäherung“ gestellte Projekt weiter vorantreiben. Doch zunächst gilt es, noch mehr Sponsorengelder zu sammeln. „Die Zusage für eine kleinere Spende liegt vor“, vermeldet der Kulturdezernent einen kleinen Schritt auf dem Weg zum vollendeten Weg, der in diesem Fall das Ziel ist – nicht nur für ausgewiesene Freunde der modernen Kunst, sondern auch für neugierige Klosterbesucher.

Carolin Becker

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