„Schlimm! Jeder ist betroffen“

Unfall vom Dienstagnachmittag ist Thema Nummer eins in Schmie – Verbindungsstraße gilt im Ort nicht als gefährliche Strecke

Von Thomas Eier / Thomas Sadler Erstellt: 14. Juni 2013, 00:00 Uhr
„Schlimm! Jeder ist betroffen“ Die Unfallstelle: Nach einer Kurve hat der Wagen der 44-Jährigen, die in Richtung Schmie fuhr, die Fußgänger erfasst. Wie es dazu kommen konnte, ist laut Polizei noch unklar. Foto: Franz, Sadler

Der schwere Unfall vom Dienstagnachmittag ist auch Tage danach das Gesprächsthema Nummer eins in Schmie. Eine gewisse Besorgnis sei zu spüren, berichten örtliche Stadträte, nachdem auf dem schmalen Verbindungssträßchen nach Maulbronn ein Auto in eine Gruppe Spaziergänger gefahren ist.

Maulbronn-Schmie. Drei Schwerverletzte, darunter ein einjähriger Junge, ein getöteter und ein verletzter Hund – die schlimmen Folgen des Unfalls sind ein großes Thema im 700-Einwohner-Ort. „Natürlich fragt man sich, wie es den Verletzten geht“, schildert Stadträtin Karin Bohn-Abt ihre Eindrücke. „Es ist schlimm, und natürlich ist jeder betroffen, auch weil man die Leute persönlich kennt“, sagt ihr Gemeinderatskollege Friedrich Luz. „Aber ich könnte mir vorstellen, dass auch die Verursacherin sehr darunter leidet.“

Unmittelbar nach dem Unfall, der ein Großaufgebot der Rettungskräfte auf den Plan rief, hat in Schmie die Ursachenforschung begonnen. Wie konnte das passieren? Ist die Strecke doch gefährlich?

Wie berichtet, hatte gegen 16.45 Uhr am Dienstagabend ein Wagen die kleine Gruppe am Straßenrand – eine 26-jährige Frau aus dem Ort, ihren 47 Jahre alten Freund und das einjährige Kind – erfasst, die auf ihrem Spaziergang von drei Hunden begleitet wurden. Wie die Polizei inzwischen mitteilte, sei der VW Golf, der von einer 44-Jährigen gesteuert wurde, von hinten in die Fußgänger gefahren.

Die Frau, die aus Maulbronn stammen soll, habe zunächst ihre Fahrt fortgesetzt, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. An ihrem Arbeitsplatz habe sie dann, so wurde im Rundfunk berichtet, von dem Unfall berichtet, außerdem sei das Kennzeichen des Wagens am Unfallort zurückgeblieben. Ihr drohe ein Verfahren wegen Unfallflucht, unterlassender Hilfeleistung und fahrlässiger Körperverletzung.

„Das wäre vermeidbar

gewesen“

Feuerwehrkommandant Martin Gerst

Etliche wichtige Fragen sind noch unbeantwortet. „Die Unfallursache ist noch nicht ermittelt“, sagte Polizeisprecherin Anna-Katrin Müller gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Zum Hergang sagte sie, die Fußgänger seien auf der linken Seite der Verbindungsstraße, also der richtigen Seite, in Richtung Schmie unterwegs gewesen, als sie von dem Wagen, der in dieselbe Richtung fuhr, erfasst wurden.

Die drei Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht, schweben nach Polizeiangaben aber nicht in Lebensgefahr. Wie Helfer berichten, hätten die Erwachsenen unter anderem Frakturen erlitten. Als die Feuerwehren Maulbronn und Schmie mit vier Fahrzeugen und 20 Helfern an der Unfallstelle eintrafen, kümmerte sich, wie Kommandant Martin Gerst erzählt, bereits eine hilfreiche Zeugin um das Kind, das beim Spaziergang seinen Puppenwagen geschoben hatte. „Tragisch, dass so etwas passiert ist“, sagt der Feuerwehrchef. „Das wäre vermeidbar gewesen.“

Sein Eindruck deckt sich mit dem der Stadträte aus Schmie: Halte sich jeder an die Regeln, und dies betreffe insbesondere die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h, sei die Verbindungsstraße trotz ihrer schmalen Fahrbahn keine Gefahrenstelle im eigentlichen Sinn. „Es ist ein Unglück“, stellt Friedrich Luz fest. „Und ob sich das mit Verschärfungen verhindern ließe …“

Wichtig sei, merkt Karin Bohn-Abt an, dass Fußgänger, wie für Straßen außerhalb der Ortschaft vorgegeben, die richtige Straßenseite – jeweils die linke – wählten. Genau in diesem Punkt sieht Helmut Willenbrock, der 16 Jahre lang die öffentliche Bücherei der evangelischen Kirchengemeinde betreute, ein Manko. Die unterschiedlichen Markierungen auf der Fahrbahn könnten die Fußgänger dazu verleiten, die falsche Seite zu wählen, merkt er in einem Schreiben an die Redaktion an.

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