„Müssen Suche intensivieren“

Von fragen Maik Disselhoff Erstellt: 5. September 2018, 00:00 Uhr
„Müssen Suche intensivieren“ Die Maulbronner Stadträtin Karin Bohn-Abt ist Kassiererin im Bürgerverein Schmie

Karin Bohn-Abt
Die Zukunft des Dorfladens in Schmie ist weiter ungewiss, das Ringen um eine nachhaltige Lösung dauert an

Nur wenn sich ein neuer Betreiber für den Dorfladen in Schmie findet, kann das Geschäft längerfristig überleben. Was ist mit dem Interessenten, der sich ins Spiel gebracht hatte?

Daraus ist leider nichts geworden. Ein kleiner Trost ist, dass der aktuelle Betreiber, Bäcker Ulrich Schmid, die Türen des Geschäfts immerhin nicht wie geplant bereits Ende Juli zugesperrt hat. Allerdings hört Schmid zum Jahresende definitiv auf. Insofern müssen wir die Suche nach einem neuen Betreiber noch einmal intensivieren.

Der Vorsitzende des Bürgervereins Schmie, Ulrich Klotz, äußerte sich im Gespräch mit unserer Zeitung optimistisch, was den Erhalt der Einrichtung angeht. Sind Sie auch optimistisch?

Optimismus stellt sich bei mir in Anbetracht der derzeitigen Situation nicht ein. Natürlich wäre es am besten, wenn sich jemand finden würde, der den Laden mit regionalen Produkten im Sortiment weiterbetreibt – schon deshalb, weil ich an eine rein genossenschaftliche Lösung aus der Bürgerschaft heraus nicht glaube. Sicher würden sich Leute aus dem Dorf finden, die beim Verkauf helfen, aber für das Management – etwa den Wareneinkauf und die Steuerung des Betriebs – braucht es einen Menschen, der einen entsprechenden professionellen Hintergrund mitbringt.

Manch einer könnte auf die Idee kommen, die Stadt solle sich verstärkt engagieren?

Die Stadt Maulbronn engagiert sich in Zusammenarbeit mit unserem Bürgerverein bereits sehr. Durch die Spendenbereitschaft der Dorfbewohner und der Unterstützung durch die Stadt kann die Ladenfläche dem Betreiber kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Viele sagen, der Dorfladen erfülle auch eine wichtige Funktion als sozialer Treffpunkt. Sie leben in Schmie, sehen Sie das genauso?

Das ist zweifellos so. Würde der Laden wegfallen, wäre dies ein herber Einschnitt für das Dorf mit seinen rund 650 Einwohnern.

Wie soll es jetzt weitergehen?

Zwar passiert aktuell wegen der Sommerferien wenig, was aber nicht heißt, dass sich die Bürger in Schmie keine Gedanken machen. Viele von uns waren im Urlaub in ländlichen Regionen unterwegs und haben dabei gesehen, wie solche Projekte anderswo gestemmt werden. Wir müssen jetzt im Rahmen des Bürgervereins darüber nachdenken, wie die nächsten Schritte bei der Suche nach einem neuen Betreiber aussehen könnten. Wir werden uns als Verein nach Kräften einbringen, wobei wir den Dorfladen alleine natürlich nicht retten können. Dazu braucht es die Anstrengung möglichst vieler im Dorf.

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