Lese beginnt so früh wie noch nie

Weingut Herzog von Württemberg hat am Elfinger Berg die ersten Trauben geerntet und erwartet einen sehr guten Jahrgang

Von Lukas Huber Erstellt: 24. August 2018, 00:00 Uhr
Lese beginnt so früh wie noch nie Michael Baumgärtner und sein Sohn Jakob haben gemeinsam mit weiteren Helfern am Elfinger Berg in Maulbronn mit der Weinlese begonnen. Sie freuen sich auf einen „mehr als überdurchschnittlich guten“ Jahrgang – und zwar qualitativ und quantitativ. Fotos: Huber

Mutmaßlich so früh wie noch nie hat in diesen Tagen die Weinlese begonnen. Am Elfinger Berg in Maulbronn ist für die Helfer des Weinguts Herzog von Württemberg am Donnerstag mit der Sorte Muscaris der Startschuss gefallen.

 

Maulbronn. Weinliebhaber dürfen sich, obwohl die Trauben größtenteils noch an den Reben hängen, schon auf den Jahrgang 2018 freuen. Denn wie Michael Baumgärtner, Außenbetriebsleiter des Weinguts Herzog von Württemberg, sagt, falle sowohl die Menge als auch die Qualität der Trauben in diesem Jahr „mehr als überdurchschnittlich gut“ aus. Er und seine Helfer haben an diesem Donnerstag begonnen, die Früchte ihrer Arbeit am Elfinger Berg in Maulbronn, wo das Weingut etwa 15 Hektar – eine Fläche von knapp 20 Fußballfeldern – bewirtschaftet, zu ernten. Bei der ersten Sorte, die eingebracht wurde, handelt es sich um Muscaris, die als Weißwein laut Baumgärtner „blumig“ schmeckt und „eine Muskatnote trägt“.

„So früh wie in diesem Jahr hat die Ernte noch nie begonnen“, vermutet der Weinbautechniker. In normalen Jahren falle der Startschuss etwa drei Wochen später. An der Dauer der Weinlese von ungefähr fünf Wochen ändere sich aber nichts: „Es hat sich nur alles nach vorne geschoben.“ Länger zu warten, sei auch keine Alternative, weil der Wein sonst später zu alkohollastig werde, was nicht gewünscht sei, informiert Fachmann Baumgärtner.

Der Grund für den frühen Start hängt stark mit dem langanhaltenden warmen Wetter zusammen. „Je milder es ist, desto aktiver sind Pflanzen im Allgemeinen, die Rebstöcke sind aber ganz besonders wärmeliebend.“ Die Hitze in Verbindung mit einer langen Dürrephase ohne wirklichen Niederschlag sei allerdings nicht gerade förderlich gewesen. „Da mussten wir entgegensteuern.“ Beispielsweise hätten die Helfer nicht, wie sonst üblich, das Blattwerk entfernt, um zusätzlich die Sonneneinstrahlung zu fördern. Stattdessen hätten die Trauben Schatten gebraucht, „weil sie sonst einen Sonnenbrand bekommen würden“. Dadurch könnten sich unerwünschte Aromen entwickeln oder aber die Trauben komplett austrocknen.

Außerdem sei es notwendig gewesen, zu bewässern, erklärt Baumgärtner, der in diesem Zusammenhang von einer „gezielten Tröpfchenbewässerung“ spricht. Auf den 15 Hektar seien insgesamt rund eine Million Liter Wasser verteilt worden. „Das hört sich zwar nach extrem viel an, aber auf dieser Fläche entspricht dies einem Landregen und war mehr ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Die Wurzeln der Pflanzen gingen zwar bis zu sechs Meter in die Tiefe und erreichten Stellen, die nicht so schnell austrockneten. Allerdings nutze die Rebe diesen Mechanismus nur im Notfall und „zum Überleben“, nicht aber, um vernünftige Früchte zu produzieren.

Die Dauerhitze in den vergangenen Wochen und der damit verbundene Frühstart wirken sich nicht nur auf Quantität und Qualität aus, sondern auch auf die Einteilung der Mannschaft. „Als im Juni die Blüte bereits drei Wochen früher als sonst ausgeprägt war, sind wir schon von einem früheren Startschuss ausgegangen und haben dementsprechend mit den Helfern gesprochen“, berichtet der Weinbautechniker, der selbst seinen Urlaub um drei Wochen vorverlegen musste. „Wir hatten für diese Woche einen Urlaub in der Schweiz gebucht gehabt.“ Die Hoteliers hätten für die Situation aber viel Verständnis gezeigt.

Mit der Lese soll es ab sofort Schlag auf Schlag gehen, als nächste Etappe stehen laut Baumgärtner beispielsweise die weißen Sorten Silvaner und Weißburgunder an, ehe in drei Wochen der Riesling an der Reihe sei. Mit dem Burgunder kämen vermutlich in der kommenden Woche auch schon die ersten roten Trauben dran.

Was das weitere Wetter betrifft, so hofft er im nächsten Monat auf „kühle Nächte und moderat warme“ Tage. „Das wäre optimal für das spätere Aroma der Weine.“

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