„Das Unterrichten macht mir viel Spaß“

Fabian Öhler macht ein freiwilliges soziales Jahr in Tansania – Der Maulbronner zieht eine Zwischenbilanz

Erstellt: 9. März 2016, 00:00 Uhr
„Das Unterrichten macht mir viel Spaß“ Fabian Öhler beim Mathematikunterricht in der tansanischen Schule. Foto: privat

Seit August 2015 ist Fabian Öhler aus Maulbronn im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres im Norden Tansanias, wo er an einer Schule unterrichtet, die auch von behinderten Kindern und Kindern mit Albinismus besucht wird. Jetzt zieht Öhler eine Zwischenbilanz.

Maulbronn/Bukoba (pm). „An meinen Arbeitsstellen an den Schulen habe ich Fortschritte gemacht. Die Kennenlernphase ist vorüber, und die Kommunikation klappt inzwischen relativ gut. Das Unterrichten macht mir viel Spaß, auch wenn es ab und an anstrengend ist – nun weiß ich, wie sich meine Lehrer manchmal gefühlt haben müssen“, berichtet Fabian Öhler. Es sei schön, die Fortschritte der Kinder beim Erlernen des Einmaleins oder des schriftlichen Dividierens zu sehen. So habe seine Klasse bei den Abschlussprüfungen (Examinations) in Mathematik recht gut abgeschnitten, und keiner habe wegen Mathe die Klasse wiederholen müssen.

An der Mugeza Mseto, der Inklusionsschule für Behinderte und Albnios, hätten seine Projektpartnerin und er nun einen geregelten Plan für ihre Nachmittagsbetreuungen. Dank eines engagierten deutschen Lehrers habe die Schule neue Computer bekommen, und so sei der Computerunterricht das wöchentliche Highlight. „Wir versuchen dort, den Kindern spielerisch den Computer, aber auch gleichzeitig Englisch beizubringen. Besonders in den Zeichenstunden bin ich immer wieder vom künstlerischen Potenzial der Kinder begeistert. Die restlichen Tage verbringen wir mit Sport, was meistens Fußball ist, Basteln, Malen und Tanzen.“, berichtet er.

Anfang Dezember hatten dann die großen Weihnachtsferien begonnen. Für die meisten Kinder bedeutete dies, dass sie über die Ferien nach Hause zu ihren Eltern fahren durften. Da viele der Kinder jedoch eine längere Heimreise hätten und diese für die Albinos gefährlich sei, seien etliche in der Schule geblieben. „Wir haben uns ein Ferienprogramm überlegt und versucht, für die Kinder eine abwechslungsreiche Woche zu gestalten“, so der Maulbronner. „Bei unserem anderen Projekt mit den Straßenkindern hatten wir uns vorgenommen, ein Krippenspiel auf Swahili einzuüben. Es hat super viel Spaß gemacht, und die Kinder hatten bei anfänglichen Schwierigkeiten nach einiger Zeit ihre Rollen gut drauf.“

Und dann stand auch schon Weihnachten vor der Tür. Es sei ein komisches Gefühl gewesen, den 24. Dezember in kurzen Hosen und T-Shirt zu verbringen. Doch Öhlers WG hat sich einiges einfallen lassen, um ein wenig Weihnachtsflair in die Wohnung zu bringen, und so hatten die Bewohner eine weihnachtliche Dekoration, Plätzchen und sogar einen Weihnachtsbaum. Das Fest am Abend genossen sie mit ihren Freunden bei einem leckeren Essen. Am darauffolgenden Tag waren sie bei einem afrikanischen Freund eingeladen, dessen Familie ein tansanisches Weihnachtsessen zubereitet hatte.

Inzwischen sei es fast schon eine Tradition der Freiwilligen in Tansania, Silvester am Traumstrand von Sansibar zu verbringen. „Deshalb haben wir uns kurz nach Weihnachten auf den Weg gemacht, um dort gemeinsam mit unseren Freiwilligen aus Uganda eine schöne Woche zu verbringen und die traumhaften weißen Sandstrände zu genießen. Anschließend haben wir einen Zwischenstopp auf den Mafia Islands südlich von Sansibar eingelegt.“ Sowohl die Anreise als auch die Insel selber war ein richtiges Abenteuer. Walhaischwimmen, Schnorcheln und das Besichtigen von Flughunden machten diese Woche zu einem Erlebnis. „Da die Regenzeit im Januar eine kleine Pause macht, hatten wir uns dazu entschlossen, auf dem Rückweg noch eine Safari zu machen. So besichtigten wir den Tarangire und Lake Manyara Nationalpark sowie den Ngorogoro-Krater. Zu unserem Glück konnten wir in diesen drei Nationalparks die „Big Five“ – Büffel, Elefant, Leopard, Löwe und Nashorn – sehen und jede Menge andere Tiere.“ Wieder zurück in Bukoba, hatte das neue Schuljahr begonnen, und so sind Fabian Öhler und seine Kollegen wieder im normalen Alltag zurück. „Es ist richtig schön, wieder zu unterrichten und mit den Kindern die Zeit zu verbringen.“

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