Busfahrer lassen Schüler stehen

Linie 700 von Bretten nach Maulbronn regelmäßig überfüllt – Schüler ergreift Initiative

Von Theresa Mammel Erstellt: 5. Februar 2019, 00:00 Uhr
Busfahrer lassen Schüler stehen Ruben Keitel kämpft dafür, dass der Bus keine Schüler mehr stehen lässt. Foto: Mammel

Bretten/Maulbronn. „Gerade jüngeren Schülern ist es nicht zuzumuten, dass der Bus einfach ohne sie weiterfährt!“ Der 15-jährige Ruben Keitel macht auf die Situation aufmerksam, dass in Bretten regelmäßig Schüler an einer Bushaltestelle stehen gelassen werden, weil der Bus überfüllt ist. Konkret handele es sich um die Linie 700 von Bretten nach Mühlacker, in die der Maulbronner jeden Donnerstag um 15.12 Uhr an der Derdinger Straße einsteigen möchte, um nach Hause zu fahren. Doch fast jede Woche sei der Bus so voll, dass man sich nicht einmal mehr hineinquetschen könne.

Die Folge: Mehrere Schüler, an manchen Tagen bis zu zehn, müssen auf den nächsten Bus warten. Dieser fahre erst eine Stunde später. „Für mich ist es superärgerlich, eine Stunde in der Kälte zu warten. Aber wenn jüngere Schüler nach der Schule nicht nach Hause fahren können, geht für sie eine Welt unter.“

Das Problem bestehe, erzählt der 15-Jährige, schon mehrere Jahre. Seit fast einem Jahr setze er sich nun dafür ein, dass das Bus-Problem behoben wird – bisher ohne Erfolg. „Ich habe schon viele Telefonate geführt und E-Mails geschrieben. Mir wird immer gesagt, dass mein Anliegen an die entsprechende Abteilung weitergeleitet wird. Getan hat sich bisher gar nichts.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte ein Sprecher des Verkehrsverbunds Pforzheim-Enzkreis (VPE) mit, dass in diesem Fall ein Verteilungsproblem bestehe. „Unsere Planungsabteilung wird dies in die nächste Fahrplanbesprechung miteinfließen lassen, um den Fahrplan im Juli 2019 eventuell anzupassen.“ Ruben Keitel habe Mitte Januar die Information erhalten, dass geprüft werde, ob der Streckenverlauf und die Fahrzeugverfügbarkeit es zuließen, dass bis dahin zumindest ein Gelenkbus eingesetzt werden könne.

Offenbar ohne Wirkung, bemerkt Ruben Keitel: „Letzten Donnerstag sind erneut vier Schüler an der Bushaltestelle in Bretten sitzengeblieben.“ Besonders absurd finde er dabei die Regelung, dass ein Erwachsener in einem solchen Fall Anspruch auf ein Taxi habe, während Schüler von dieser Mobilitätsgarantie ausgenommen seien. „Wir haben auch teure Monatskarten, daher verstehe ich diese Regelung nicht.“ Dass eine Buslinie, auch wegen der Anknüpfung an die Bahn in Mühlacker und Bretten, nicht einfach so geändert werden könne, sei dem Schüler bewusst. „Aber das Problem ist schon lange bekannt, und bisher ist nichts passiert.“ Die Zusicherung, dass entsprechende Maßnahmen in die Wege geleitet worden seien, hilft Keitel und den anderen Betroffenen im Akutfall nicht weiter. „Man stellt sich mittlerweile leider schon auf Fahrgemeinschaften ein“, sagt Rubens Vater Gerhard Keitel. Ruben Keitel indes werde den VPE weiterhin kontaktieren, wenn Schüler an der Bushaltestelle stehenbleiben, und den Jugendgemeinderat mit ins Boot holen.

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