Haus nach Feuer vorerst unbewohnbar

Der Brand eines Autos in einem Carport in Knittlingen weitet sich auf ein Gebäude aus – Sachschaden rund 140 000 Euro

Von Lukas Huber Erstellt: 29. August 2015, 01:00 Uhr
Haus nach Feuer vorerst unbewohnbar Die Flammen hinterlassen nach dem Feuer an der Knittlinger Bahnhofstraße ihre Spuren: Der Pkw in dem Carport ist sichtbar ausgebrannt. Fotos: Süddeutsche Mediengesellschaft (DMG/Gress), privat

Ein brennender Carport mitsamt Auto hat am Donnerstag die Knittlinger Feuerwehr auf den Plan gerufen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, hatten sich die Flammen bereits durch die Fenster ins angrenzende Reihenhaus gefressen.

Knittlingen. Wegen eines schweren Brandes an der Knittlinger Bahnhofstraße musste die Feuerwehr am späten Donnerstagabend zu einem Großeinsatz ausrücken. „Als wir gegen 23.20 Uhr an der Einsatzstelle eintrafen, standen ein Carport aus Holz und das darunterstehende Auto voll in Flammen“, berichtet der Knittlinger Kommandant Markus Haberstroh.

Dadurch habe sich eine so große Hitze entwickelt, dass die Fenster im Keller, im ersten und im zweiten Obergeschoss des direkt angrenzenden dreistöckigen Reihenhauses geplatzt seien. „Das Feuer konnte so schnell auf das Wohngebäude übergreifen“, so Haberstroh. Im Inneren habe große Hitze geherrscht, und auch Ruß habe sich bereits gebildet.

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Während sich ein Teil der Einsatzkräfte das lodernde Auto und den Carport vornahm, drangen andere mit Atemschutzmasken in das Gebäude ein, um sämtliche Räume nach Menschen abzusuchen. „Das Kritische in solchen Situationen ist, dass wir beim Eintreffen nicht wissen, ob sich in einem Raum vielleicht noch eine Person befindet“, erklärt der Einsatzleiter. „Und weil das Haus sehr viele Räume hat, hat diese Maßnahme viel Zeit gekostet.“ Der starke Rauch habe die Arbeit dabei noch erschwert. „Man sieht nichts, kann sich nur auf allen Vieren fortbewegen“, macht der Kommandant deutlich.

Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat, war zum Zeitpunkt des Brandes kein Bewohner zu Hause. „Die sind erst im Laufe des Einsatzes heimgekommen“, berichtet Haberstroh. Demnach sei auch niemand ernsthaft zu Schaden gekommen.

Eine Person habe sich allerdings leichte Schnittverletzungen zugezogen und sei vom DRK an Ort und Stelle verarztet worden, so der Einsatzleiter. Sie habe noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr eine Scheibe eingeschlagen und in das Gebäude hineingerufen, um sich zu vergewissern, ob jemand zu Hause sei.
„Es ist sehr schwer zu beurteilen, ob das Handeln der Person richtig oder falsch war“, ist sich Haberstroh unsicher. „Ich persönlich hätte geklingelt oder am Fenster geklopft.“ Das solle aber nicht als Vorwurf zu verstehen sein. „Ein Brand ist für die meisten eine Ausnahmesituation.“ Eines sei aber sicher: „In ein brennendes Haus ohne Atemschutz hineinzugehen, um eventuell Personen zu retten, ist falsch.“ Denn der starke Rauch könne rasch zu schlimmen Vergiftungen führen.

„Um 23.36 Uhr hatten wir den Brand unter Kontrolle, aber bis wir jedes Glutnest beseitigt und die Fenster mit Brettern vernagelt hatten und abrücken konnten, wurde es letztendlich 3 Uhr“, sagt der Kommandant. Gelöscht wurde sowohl von außen als auch im Inneren des Hauses. 56 Feuerwehrleute, sechs Polizeibeamte, ein Notarztteam mit dem organisatorischen Leiter des Rettungsdienstes des DRK sowie die ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“ des DRK-Ortsvereins Knittlingen waren bis spät in die Nacht im Einsatz. „Im Gebäude verlief die Brandbekämpfung optimal, so dass es keine nennenswerten Wasserschäden gab.“ Eine größere Herausforderung für die Einsatzkräfte sei aufgrund einiger Rückzündungen und Verpuffungen der in Flammen stehende Pkw gewesen.

„Bewohner sind zwischenzeitlich privat untergekommen“

Laut Polizei entstand ein Schaden von rund 140 000 Euro. „Das Haus wird sicherlich über einen langen Zeitraum nicht bewohnbar sein“, sagt Markus Haberstroh. Es stünden große Sanierungsarbeiten an. „Die Bewohner sind zwischenzeitlich privat untergekommen.“
Wie es zu dem Brand kommen konnte, ist derzeit noch unklar. „Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zur Brandursache dauern an“, heißt es seitens des Präsidiums in Karlsruhe. Wie Haberstroh betont, gebe es viele Möglichkeiten, wie der Brand entstanden sein könnte. Auslöser könnte zum Beispiel eine defekte Elektrik am Wagen oder ein Marder gewesen sein.

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