Bewegender Abschied von Flippers-Schlagzeuger Manfred Durban

Rund 700 Trauergäste auf dem Knittlinger Friedhof

Von Thomas Eier Erstellt: 29. Oktober 2016, 00:04 Uhr
Bewegender Abschied von Flippers-Schlagzeuger Manfred Durban Bewegende Feier: Eine große Trauergemeinde begleitet den Schlagzeuger der Schlagerband „Die Flippers“, Manfred Durban, auf seinem letzten Weg. Foto: Huber

In einer bewegenden Zeremonie haben rund 700 Trauergäste auf dem Knittlinger Friedhof Abschied von Manfred Durban genommen, der am Donnerstag vergangener Woche im Alter von 74 Jahren verstorben war. „Danke Manfred“, sagte am Grab der langjährige Weggefährte bei den „Flippers“ Bernd Hengst.

Knittlingen. Promiauflauf und Hunderte Schaulustige, wehmütige „Flippers“-Melodien und Fanrummel – all das gab es nicht. Er wolle kein „Staatsbegräbnis“, hatte Manfred Durban gegenüber Pfarrer Hans Veit geäußert, sondern eine schlichte, „ganz normale“ Beisetzung, wie sie zur Region und zum Menschen Manfred Durban passt. Sein Wunsch erfüllte sich, die Atmosphäre war friedlich und feierlich, und die Polizeistreifen, Feuerwehrleute und DRK-Helfer, die in Erwartung eines Ansturms Posten bezogen hatten, erlebten einen entspannten Bereitschaftsdienst.

Am Ende war es das Herz, das er gemeinsam mit Bernd Hengst und Olaf Malolpeski so oft besungen hatte. Mit Manfred Durban, der um seine schwere Erkrankung wusste und am Ende friedlich eingeschlafen war, betrauert die Schlagerszene das Mitglied einer der erfolgreichsten Formationen aller Zeiten. Doch die Millionen verkaufter Tonträger, die Gold- und Platinauszeichnungen, die umjubelten Konzerte und unzähligen Fernsehauftritte traten in den Hintergrund, als Familie und Freunde, treue Fans, Musikerkollegen und Musikproduzenten fünfeinhalb Jahre nach dem Abschied der „Flippers“ von der Bühne dem Schlagzeuger das letzte Geleit gaben. Als ihn der Anruf von Helene Durban erreicht habe, so Bernd Hengst, sei ihm zweierlei bewusst worden: „Es wird nie mehr Manfred geben und nie mehr die ,Flippers‘. Eine Ära ist unwiderruflich zu Ende gegangen. Aber seine Lieder werden überdauern, und wir werden bei jedem Lied der „Flippers“ an ihn denken.“

Während laut Pfarrer Hans Veit der Dritte im Bunde, Olaf Malolepski, beim anschließenden Beisammensein in der Festhalle noch einige Worte an die Trauergemeinde richten wollte, hatte zuvor schon die Ansprache von Bürgermeister Heinz-Peter Hopp deutlich gemacht, dass die Stadt und alle Weggefährten nicht nur um ein prominentes Aushängeschild und einen musikalischen Botschafter trauern, sondern vor allem um einen guten Freund. Der Rathauschef hob die lebensfrohe, humorvolle und hintersinnige Art des Verstorbenen hervor, mit dem er schon im Wahlkampf 1997 Freundschaft geschlossen habe. Hopp beschrieb, wie Manfred Durban, der 1994 mit der Bürgermedaille der Stadt geehrt worden war, regelmäßig mit seinem Motorrad vor dem Rathaus vorgefahren sei, unter seinem Bürofenster kräftig Gas gegeben und zu ihm, dem Bürgermeister, hinaufgerufen habe: „Bist du da?!“

Per Du war Manfred Durban auch mit Pfarrer Veit, der in seiner Trauerrede ebenfalls auf den besonderen Charakter und die Persönlichkeit des Verstorbenen abhob, der zwar mit seiner Musik Millionen von Fans glücklich gemacht habe, dabei aber immer besonders menschlich und bodenständig geblieben sei und sich dem Zeitungsausträger und dem Müllmann ebenso verbunden gefühlt habe wie dem Pfarrer, dem Bürgermeister oder den VIPs. „Er blieb sich auf der Bühne und bei der Begegnung nach den Konzerten treu.“

Die Neffen Andreas und Thomas Brandt kamen in Motorradkluft mit einem Dutzend Mitgliedern des Harley-Clubs Pforzheim vorgefahren, und passend zur unprätentiösen Attitüde des leidenschaftlichen Bikers Manfred Durban umrahmten zwei heimische Vereine – die Stadtkapelle Knittlingen und der Musikverein aus der alten Heimat Ölbronn – die Zeremonie. Am E-Piano spielte mit Ludwig Oettinger, dessen Familie der Stadt über das Modehaus Scholl eng verbunden ist, ein Knittlinger Urgestein – und als solches galt in Knittlingen und Ölbronn auch der Verstorbene. Der Abschied kam für viele viel zu früh.

Thomas Eier

Redaktionsleiter E-Mail: redaktion@muehlacker-tagblatt.de Telefon: (07041) 805-27

Thomas.Eier@muehlacker-tagblatt.de

Weiterlesen

Leopoldo Lipstein spielt in Knittlingen

Knittlingen (pm). In der vom Knittlinger Forum Bau und Kultur (FBK) veranstalteten Reihe „Meisterwerke der Musik“ gastiert am Samstag, 3. Juni, der renommierte Pianist Leopoldo Lipstein im evangelischen Gemeindehaus im… »