Im Video: Altes Knittlinger Feuerwehrhaus wird zum Café

Von Maren Recken Erstellt: 14. März 2017, 00:01 Uhr
Im Video: Altes Knittlinger Feuerwehrhaus wird zum Café Bis 2013 war im Haus an der Brettener Straße noch die Feuerwehr untergebracht. Nun wird das Gebäude komplett umgebaut und fit für eine neue Nutzung gemacht. Fotos: Recken

Im Stadtkern von Knittlingen tut sich derzeit einiges. Nicht nur der Busbahnhof kommt in neuem Gewand daher. Auch das am Busbahnhof gelegene ehemalige Feuerwehrhaus erhält derzeit äußerlich ein Facelifting und wird im Gebäudeinneren komplett neu gestaltet.

Knittlingen. Neuer Eigentümer und Bauherr der Umbauarbeiten ist der Knittlinger Bäckermeister und Stadtrat Martin Reinhardt. Er hat das ehemalige Feuerwehrhaus erworben und möchte im April dort ein Café eröffnen, vier Fremdenzimmer inklusive.

Dass das ehemalige Feuerwehrhaus nochmals mit Leben erfüllt wird, schien gar nicht mehr so selbstverständlich. Immerhin ist die Knittlinger Feuerwehr bereits Mitte 2013 dort aus- und in ein moderneres Feuerwehrhaus eingezogen. Das ehemalige Feuerwehrhaus, das 1902 erbaut worden war, stand seitdem leer, was für den Bauzustand nicht unbedingt förderlich war. „Die alten Feuerwehrleute haben gesagt, wie kannst Du sowas kaufen, so ein Abbruchgebäude“, erinnert sich Martin Reinhardt an die ersten Reaktionen, nachdem er das gegenüber seiner Bäckerei gelegene Gebäude erstanden hatte. Erst langsam, so Reinhardt, mit dem sichtbaren Fortschritt der Um- und Ausbauarbeiten sei vielen klar geworden, welches Schmuckstück sich hinter dem in die Jahre gekommenen Feuerwehrhaus verberge.

Die Idee, ein Café zu eröffnen, hätten er und seine Frau bereits vor langem gehabt, erzählt Reinhardt. Als dann zur Debatte gestanden habe, dass das ehemalige Feuerwehrhaus eventuell abgerissen werden würde, sei klar gewesen, dass der Traum vom Café nur an diesem Ort verwirklicht werden könne. Damit war das alte Feuerwehrhaus vor der Abrissbirne gerettet.

Bereits im April sollen nun Kaffee und Kuchen serviert werden, wo einst Schläuche getrocknet wurden und Feuerwehrzubehör aufbewahrt wurde. Die großen Tore, aus denen im Einsatzfall die Löschfahrzeuge mit Blaulicht ausrückten, sind zu großen Terrassentüren umgebaut, damit die Gäste an schönen Tagen auch draußen sitzen können.

Während im Gebäudeinneren nichts mehr so ist, wie es war, als die Feuerwehr dort noch ein und ausging, hat Reinhardt die Außenfassade bewusst nur minimal verändert. Instand gesetzt wurde, was notwendig war, und ansonsten lautete das Ziel, den Charakter des Gebäudes zu erhalten. Dieses sei ursprünglich als Elektrizitätswerk erbaut worden, erzählt Martin Reinhardt, dann als Poststation und schließlich als Feuerwehrhaus genutzt worden. „Weil das ehemalige Feuerwehrhaus im Sanierungsgebiet liegt, müssen schon von daher bestimmte Richtlinien eingehalten werden, was die Außensanierung betrifft“, weiß der Bäckermeister. Er wolle beispielsweise die Sandsteinumrandung unter dem Dach zumindest optisch dem Original nachempfinden. „Das ehemalige Feuerwehrhaus ist ein sogenannter wilhelminischer Bau, die Giebel, die jetzt gerade verlaufen, waren früher geschwungen“, erklärt Reinhardt den Hintergrund dieser Baumaßnahme. Durch eine Verblendung am Giebel solle an die einstigen Formen aus der Bauzeit des Gebäudes erinnert werden.

Für den Laien scheint beim Gang durch das Gebäude, die geplante Caféeröffnung noch in weiter Ferne zu liegen. Denn noch führt eine Bautreppe ins Obergeschoss, wo die vier Gästezimmer im Entstehen sind. Die Bäder sind zwar bereits gekachelt und die Wände verputzt, ansonsten dominiert aber eindeutig die Baustellenatmosphäre. Im Erdgeschoss sieht es ähnlich aus. Wo einmal in einem offenen Kamin ein Feuer brennen soll, steht ein Baugerüst, und zahlreiche Kabelstränge sind auf dem Boden verteilt. Für Martin Reinhardt dagegen ist es keine Frage, dass der Zeitplan eingehalten wird. Im April möchte er eröffnen und das ehemalige Feuerwehrhaus seiner neuen Bestimmung übergeben.

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