SV Illingen kündigt Pachtvertrag

Verein kann die hohen Kosten für die Pflege der Sportplätze nicht mehr stemmen – Gemeinde findet eine neue Lösung

Von Frank Goertz Erstellt: 19. Dezember 2019, 00:00 Uhr
SV Illingen kündigt Pachtvertrag Die Sportplätze des SV Illingen aus der Luftperspektive. Künftig bezahlt der Verein eine Nutzungsgebühr anstelle von Pacht. Orthofoto: Gemeinde Illingen

Der SV Illingen (SVI) hat zum Jahresende den Pachtvertrag mit der Gemeinde für das Sportgelände im Eichwald gekündigt, weil – trotz Unterstützung der Kommune – die Unterhaltskosten für die Rasenflächen die finanzielle Leistungsfähigkeit des Vereins übersteigen.

Illingen. Nicht betroffen von der Kündigung ist der Erbbaurechtsvertrag für das Vereinsheim. Hier bleibt alles beim Alten. Und auch bei den Spiel- und Trainingsflächen gibt es für den SV Illingen angesichts der Kündigung des Pachtvertrags keine Hängepartie. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend einstimmig beschlossen, für die Sportplätze alternativ zum Pachtverhältnis eine Nutzungsgebühr zu kalkulieren und eine Gebührensatzung vorzubereiten. Mit anderen Worten: Der Ball rollt beim SVI auf jeden Fall weiter.

Allerdings konnte die Verwaltung am Dienstag noch keine Gebührensatzung aus dem Hut zaubern. Zumal in ihr auch die politische Entscheidung getroffen werden muss, wie hoch der Deckungsgrad für die Gemeinde sein soll, beziehungsweise, wie sehr sie den SV Illingen bei den Kosten für die Pflege des Geländes entlasten will. Bislang hat die Gemeinde schon die Wasserkosten für die Rasenpflege übernommen, was immerhin auch rund 26000 bis 32000 Euro pro Jahr waren.

Bis die neue Gebührensatzung steht, soll die Gemeinde einen neuen, befristeten Pachtvertrag mit dem Verein schließen, der maximal ein Jahr laufen soll. Der Sportverein soll in diesem Übergangsvertrag deutlich günstigere Konditionen als bislang erhalten. Diese Regelung – ein neuer befristeter Pachtvertrag als Übergangslösung und im Anschluss eine Nutzungsgebühr für die Sportplätze – trifft auf Zustimmung im Verein, dessen Vertreter sich in der Ratssitzung für das Entgegenkommen der Gemeinde bedankten.

In vielen Kommunen verursacht die Pflege der Rasenflächen von Sportplätzen hohe Kosten. Eine Alternative wären Kunstrasenplätze. Allerdings rät der Gemeindetag davon ab, weiter in diese Plätze zu investieren. Denn hier wird Granulat auf den Rasen gestreut, um Verletzungen zu vermeiden. Dieses Granulat wird bei Niederschlägen ausgespült, gelangt in Flüsse und Bäche und trägt so zur Belastung der Weltmeere mit Mikroplastik bei. Laut Stuttgarter Nachrichten könnten 5000 Sportplätze mit Kunstrasen in Deutschland von einem drohenden Verbot eines Granulats aus Plastik betroffen sein, das die EU von 2022 erlassen könnte.

Frank Goertz

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