Schweinedame Rosa ist der Star

250 Kilo schweres Tier zeigt keine Berührungsängste – Das Herbstfest auf dem Illinger Gnadenhof zieht viele Besucher an

Erstellt: 30. September 2014, 00:00 Uhr
Schweinedame Rosa ist der Star Sich suhlen im Matsch: Da fühlt sich ein Schwein erst so richtig wohl – und empfindet das überhaupt nicht als eine Sauerei. Foto: privat

Bei schönstem Spätsommerwetter hat der Illinger Gnadenhof animal hope am Sonntag sein Herbstfest gefeiert. Fazit: viele Besucher und jede Menge tierischer Begegnungen.

Illingen (pm). „So ein dickes Schwein habe ich noch nie gesehen.“ Emily, sechs Jahre alt, beginnt zu kichern. Das Mädchen aus Sachsenheim kann die Augen nicht von der Schweinedame Rosa lassen. Die suhlt sich entspannt im kühlen Matsch, schließt die Augen und sieht auf einmal gar nicht mehr rosa aus.

Wie Emily geht es am Sonntag vielen der zahlreichen Besucher des Illinger Gnadenhofs. Es wird gestaunt, gelacht und geherzt. Wenn Chefin Felicia Ruhland zum Herbstfest lädt, kommen die Gäste nicht nur zum Essen und Trinken ins Grüne. Im Mittelpunkt stehen stets die rund 60 tierischen Bewohner, die – oft nach einer schlimmer Vorgeschichte – auf dem Hof ein liebevolles Zuhause gefunden haben.

„Bei uns können sich Mensch und Tier intensiv beschnuppern, so sind schon Freundschaften für die Ewigkeit entstanden“, sagt Ruhland gut gelaunt, während sie Interessierte übers Gelände führt und Anekdoten erzählt.

Der Star am Sonntag ist eindeutig Rosa. Das Hausschwein, das 250 Kilo auf die Waage bringt und in seinem früheren Leben einem Bauernhof als Maskottchen diente, zeigt keinerlei Berührungsängste gegenüber den Besuchern. Die halten den seltenen Anblick begeistert mit ihren Handykameras fest. So ein ausgewachsenes Schwein, das sich völlig frei bewegen kann, sieht man schließlich nicht alle Tage.

Auch den Ponys und Eseln scheint der Herbstfest-Trubel zu gefallen. Streicheleinheiten gibt’s am Sonntag quasi rund um die Uhr – und so manchen knackigen Apfel frisch vom Baum noch dazu.

Anita und Albrecht Wentz stehen am Zaun und genießen die fordernden Nasenstupser der Herde. „Wenn wir genug Platz hätten, würden, wir in unserem Garten auch Esel halten“, sagt das Bietigheimer Ehepaar, das Hündin Trixi mitgebracht hat. Sie seien nicht zum ersten und ganz sicher nicht zum letzten Mal auf dem Gnadenhof, sind beide überzeugt.

Nicht nur in den Ställen und auf den Koppeln ist am Sonntag was geboten. Auch das Drumherum überlassen Felicia Ruhland und ihre Helfer nicht dem Zufall. Das Duo „Meine Frau und ich“ schmettert Ohrwürmer ins Mikrofon, während sich die Plätze vor der Hofküche immer mehr füllen. Im Katzenhaus stapeln sich die Flohmarktschätze, und in der Scheune animieren Jugendliche vom Kinderzirkus Ballessa die jungen Besucher, sich als Artisten zu versuchen.

Martin Radauer ist aus Stuttgart gekommen, sieht sich alles genau an und nickt anerkennend. Dass man die Tiere hier nicht nur aus der Ferne zu Gesicht bekommt, sondern sie hautnah erleben kann, beeindruckt den jungen Familienvater. „Ich verfolge schon länger das Konzept von animal hope und halte es für sehr unterstützenswert“, sagt er. „Was Felicia Ruhland im Laufe der Jahre aufgebaut hat, ist beachtlich. Es gibt nicht viele Menschen, die so selbstlos anpacken wie sie, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen.“

Wer weiß, vielleicht hat Rosa am Sonntag einen neuen Paten gewonnen?

Weiterlesen

Zahlen und Fakten zur Illinger Westtangente

Am 11. Mai wurden die Bauarbeiten an der Westtangente, der neuen Kreisstraße 4574 westlich von Illingen, abgeschlossen. Als Lückenschluss im Straßennetz stellt sie eine direkte Anbindung des Verkehrs aus Richtung… »