Luthers Namen in Musik übersetzt

Mit seiner „Very little bigband“ begeistert der US-amerikanische Posaunist Richard Roblee die Zuhörer in der Schützinger Ulrichskirche

Von Laura Weinert Erstellt: 15. November 2017, 00:00 Uhr
Luthers Namen in Musik übersetzt Richard Roblee (v.li.) mit Jürgen Hahn (Trompete) und Mathias Grabisch (Bassposaune). Foto: Weinert

Illingen-Schützingen. Am vergangenen Sonntag hat der Posaunenchor Schützingen zu einem Konzert mit dem bekannten Posaunisten und Musikprofessor Richard Roblee eingeladen. Gemeinsam mit den beiden Mitgliedern des Ensembles „Very little bigband“ Jürgen Hahn (Trompete) und Mathias Grabisch (Bassposaune) sorgte der Musiker für ein abwechslungsreiches Programm in der Schützinger Ulrichskirche.

Kerzenschein, die Akustik der Kirche, und ihre Instrumente – mehr benötigte das Trio nicht, um das Publikum in der voll besetzten Kirche zu begeistern. Neben einigen bekannten Liedern brachten die Musiker auch zahlreiche Eigenkompositionen zu Gehör – beispielsweise das Lied „On the beach at Rota“. Durch eine Reise durch Spanien wurde Roblee zu dieser Komposition inspiriert, wie er den Zuhörern berichtete. Auch Choräle im Zusammenhang mit Martin Luther motivierten ihn dazu, seine Kreativität auszuleben. „Ich war schon immer begeistert von den Liedern über Martin Luther“, so der Posaunist. „Also wollte ich selbst eines schreiben.“ Wichtig dabei war Roblee insbesondere, die Atmosphäre des 16. Jahrhunderts aufzugreifen. Auch die innere Unruhe Luthers wollte er durch seine Komposition ausdrücken. Aus jenen Buchstaben aus Martin Luthers Namen, die Tönen entsprechen, also a, h und e, entstand kurzerhand das Motiv seines Liedes „Fantasy on Martin Luther“. Neben seiner instrumentalen Gestaltung konnte Richard Roblee auch mit seinem Gesang begeistern.

Der hawaiianische Musiker zog Ende der 1980er Jahre nach Würzburg. Als er einen kurzfristigen Termin für eine Beerdigung bekam, bat er spontan seine Kollegen Mathias Grabisch und Jürgen Hahn um Unterstützung. Trotz fehlender Zeit für eine Probe meisterte das Trio den Auftritt. Schnell merkten die drei Musiker, dass diese Besetzung hervorragend funktionierte. Seitdem hatte die „Very little bigband“ Hunderte von Auftritten. Auch mehrere CDs haben die drei Mitglieder der Gruppe bereits veröffentlicht.

Die Verbindung zu Schützingen entstand 2012, als Emil Faigle, Leiter des Schützinger Posaunenchors, aus Anlass seines 25-Jahr-Jubiläums als Chorleiter bei Richard Roblee nach einer Auftragskomposition fragte. Dadurch kam es zu einem regelmäßigen Kontakt. Seitdem ist nicht nur Richard Roblee gern gesehener Gast in der Region. Auch seine Werke wurden des Öfteren vom Schützinger Posaunenchor musiziert.

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