Erste Anfragen liegen auf dem Tisch

Familienherberge Lebensweg nimmt immer mehr Gestalt an – Mitarbeiter gesucht – Einweihung verschiebt sich wohl auf das Frühjahr

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 5. September 2017, 00:00 Uhr
Erste Anfragen liegen auf dem Tisch Die Arbeiten an der Familienherberge Lebensweg in Schützingen sind in vollem Gange. Doch nicht nur der Bau beschäftigt die Verantwortlichen. Foto: Stahlfeld

Der Bau der Familienherberge Lebensweg in Schützingen schreitet voran. Damit im Frühjahr 2018 die ersten Familien mit schwerstkranken und –behinderten Kindern einziehen können, sind neben den Baumaßnahmen viele weitere Vorbereitungen zu treffen. Derzeit wird unter anderem nach Mitarbeitern gesucht.

Blick ins Innere: Wo jetzt noch Baustellenatmosphäre herrscht, soll im Frühjahr der Betrieb losgehen.Blick ins Innere: Wo jetzt noch Baustellenatmosphäre herrscht, soll im Frühjahr der Betrieb losgehen.

Illingen-Schützingen. „Im Moment wird die Außenfassade gerichtet“, berichtet Karin Eckstein, Initiatorin und neben Martin Mörmann Geschäftsführerin der Trägergesellschaft Familienherberge Lebensweg gGmbH. Zudem arbeiteten die Wasser- und Heizungsbauer im Gebäude und nach den Ferien seien die Trockenbauer an der Reihe, um die Zwischenwände hochzuziehen. Es folgen der Estrich und die Fußbodenheizung. „Leider sind wir etwas aus dem Zeitplan rausgefallen“, so Karin Eckstein weiter. Gründe seien Terminverzögerungen oder zum Beispiel kleinere Bauplanänderungen: „Das ist der normale Baualltag.“ Wegen dieser Verzögerung könne die offizielle Einweihung nicht wie geplant im Dezember stattfinden, sondern erst im Frühjahr. Dann sollen auch die ersten Familien einziehen, erklärt Karin Eckstein im Gespräch, zu dem sie mit ihrer Assistentin Veronika Househam und weiteren Mitarbeiterinnen an zentralen Stellen im Haus gekommen ist.

Mit Ute Kohler wurde bereits die Pflegedienstleiterin eingestellt, und auch die Leiterin der Hauswirtschaft ist mit Ellen Riexinger gefunden. Für Karin Eckstein sind diese beiden Fachkräfte wichtige Ratgeber bei den nun anstehenden Entscheidungen.

Da geht es um die Einrichtung der Küche, den Kauf der Wäsche für das Haus und sonstige ganz praktische Fragen wie zum Beispiel jene, ob die Reinigung fremdvergeben wird oder mit eigenen Kräften erfolgt. Ellen Riexinger war zuletzt für die Mobile Küche des Enzkreises tätig. Bei Ute Kohler gehen indes die ersten Anfragen von Familien ein. Fragen gibt es da genug, „weil die Familien so selten die Möglichkeit für eine Auszeit haben, das ist etwas ganz Besonderes für sie“, so Ute Kohler, die 20 Jahre in der ambulanten Kinderkrankenpflege tätig war. Insgesamt 19 Stellen sind im Pflegebereich zum Teil auch durch Teilzeitkräfte zu besetzen. Einen Pool von Interessenten gibt es bereits, so dass knapp die Hälfte der Stellen besetzt wäre. Gesucht werden nun vor allem Heilerziehungspflegerinnen und –pfleger. Ute Kohler: „Erfahrung im Bereich Kinder wären sehr gut.“ Außerdem müsse eine Offenheit dafür bestehen, sich auch auf die Belange der Familie einzulassen.

„Wir brauchen für den Betrieb aber auch viele Ehrenamtliche“, betont Karin Eckstein. Deshalb habe es bereits zwei Infoabende für Interessenten gegeben. Am 29. September starte dann die Ausbildung der Ehrenamtlichen.

Karin Eckstein ist es wichtig, im Haus eine besondere Betriebsphilosophie zu leben. Ihrer Meinung nach wird der allgemeine Pflegenotstand vor allem dadurch verursacht, dass viele Beschäftigte den Pflegeberuf wieder aufgeben. „Was brauchen Pflegende, um gute Arbeit leisten zu können?“, laute deshalb die Frage, der unter anderem bei einem Fortbildungstag am 28. Oktober unter dem Titel „Forum Gute Pflege“ nachgegangen wird. Es handle sich um eine öffentliche Veranstaltung, zu der alle Interessierten eingeladen sind.

„Was brauchen Menschen, um mit Freude, Kreativität und Achtsamkeit arbeiten zu können?“, formuliert Ute Kohler eine weitere Frage und ist sich ziemlich sicher, dass in der Familienherberge auch aufgrund der Größe gerade dieses erfüllende Arbeiten möglich sein wird. Die Familienherberge Lebensweg bietet zwölf Kurzzeitwohnplätze für schwerstkranke Kinder. Eltern und Geschwister können in den Angehörigenzimmern Quartier beziehen.

Für das Projekt wurden bereits rund 2,5 Millionen Euro Spenden gesammelt. Karin Eckstein: „Auch für den laufenden Betrieb sind wir auf Spenden angewiesen.“ Die nächste Möglichkeit, sich die Familienherberge in Schützingen anzusehen, gibt es am 14. Oktober. Dann wird zur Hausmesse mit dem Thema Gesundheit geladen.

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