Bauernmarkt wirbt für regionale Erzeugnisse

Rund 5000 Menschen kommen nach Schützingen, um sich zu informieren und von den heimischen Spezialitäten zu kosten

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 10. September 2018, 00:00 Uhr
Bauernmarkt wirbt für regionale Erzeugnisse Der Bauernmarkt in Schützingen trifft offenbar den Nerv der Zeit und lockt 5000 Besucher an. Fotos: Stahlfeld

Illingen-Schützingen. Rund 5000 Menschen sind am Wochenende zum neunten Schützinger Bauernmarkt gekommen, um sich vor der malerischen Fachwerk-Kulisse über die Vielfalt der regionalen Produkte nicht nur zu informieren. Bei strahlendem Sonnenschein ließen sich viele Besucher die regionalen Genüsse buchstäblich auf der Zunge vergehen.

Maya, Luke und Christina haben die Hühner gleich mitgebracht.Maya, Luke und Christina haben die Hühner gleich mitgebracht.

In der Küche von Familie Straßer dampfte es aus dem überdimensionalen Kochtopf, und Liebhaber der „Schwaben-Pasta“ waren hier goldrichtig. Die guten, traditionellen Spätzle waren einmal mehr gefragt. „Einmal Spätzle mit Linsen und Saitenwurst bitte“, war die Nachfrage nach dem Klassiker der schwäbischen Küche groß. Zum guten Essen kam das gute Trinken. Die Apfelwinzer Irmgard Rapp und Achim Mayer waren aus Mühlacker gekommen und hatten Wein, Secco und Destillate mitgebracht.

„Köstliches aus den Streuobstwiesen“, betonte Irmgard Rapp und erklärte, wie hier durch die Pflege der Wiesen und Obstbäume aktiver und ganz praktischer Landschaftsschutz funktioniert. Ein paar Meter weiter schenkte Rainer Glaser neben Obstbränden eine Haselnuss-Spirituose in die Gläser seiner Gäste. Glasers Obst wächst vor allem auf dem Gausberg („Geischdberg“) in Schützingen. Regionalität wird auch bei ihm groß geschrieben, ebenso wie bei den Organisatoren des Bauernmarktes, den Wengertern Johannes Häge und Sascha Reich.

Knapp 30 Teilnehmer hatten bei der neunten Auflage entlang der Illinger Straße ihre Stände aufgeschlagen, um einen Einblick in die regionale Produktion zu geben. Man wolle zeigen, dass es auch jenseits von Aldi und Lidl noch Lebensmittel gibt, sagte bei der Eröffnung Johannes Häge. Viele Leuten kauften mittlerweile bewusst in Hofläden ein. Die große Masse aber gehe noch immer dain, wo es am günstigsten sei, bedauerte Häge, der den Markt mit Ehefrau Ilse 2001 ins Leben gerufen hat. Dabei müsse der Einkauf direkt beim Landwirt nicht unbedingt teurer sein. Außerdem könne man dann auch direkt mit dem Produzenten reden.

Märkte wie die in Schützingen lenkten den Blick des Konsumenten auf die Region. „Wir wollen das Verständnis für die Produktion der heimischen Landwirtschaft wecken“, sagte Häge, und Illingens Bürgermeister Harald Eiberger freute sich bei der offiziellen Markteröffnung über das breite Spektrum der Teilnehmer.

Zu ihnen gehörte auch Josef Perkmann, dessen Schläge auf das Metall der Sichel schon von weitem zu hören war. „Das heißt dengeln“, klärte er die Zuschauer auf und erzählte, warum manchmal der Einsatz von Sichel und Sense dem des Rasenmähers vorzuziehen sei. Beim Mähen mit der Sense überlebten kleine Tiere wie Eidechse, Frösche und Blindschleichen: „Der Rasenmäher schlägt alles kaputt.“ Zudem könne das Gras länger stehenbleiben. Und dann freuen sich vielleicht die Bienen von Margarete Jung über eine blühende Wiese. Die Illingerin verkaufte beim Bauernmarkt Honig und der war natürlich auch „made in der Region“.

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