Schnelle Hilfe für Hochwasseropfer

Solidaritätskonto bei der Diakonischen Bezirksstelle für Flutopfer aus Illingen und Schützingen – Gemeinde spendet 10000 Euro

Von Frank Goertz Erstellt: 6. Juni 2013, 11:36 Uhr
Schnelle Hilfe für Hochwasseropfer Illingen spendet 10000 Euro für die Opfer des Hochwassers in der Gemeinde (v. li.): UBL-Sprecherin Ingeborg Beller, Grünen-Chef Peter Pförsich, Bürgermeister Harald Eiberger, Pfarrer Wolfgang Schlecht, SPD-Rätin Katharina Steffan und ihr CDU-Kollege Winfried Scheuermann. Foto: Goertz

„Illingen ist eine der Kommunen im Enzkreis, die vom Hochwasser am schlimmsten getroffen wurden“, sagt Bürgermeister Harald Eiberger. Die Gemeinde spendet 10000 Euro als Soforthilfe für Hochwasseropfer.

Illingen. Auf Anregung des Gewerbevereins und mit Unterstützung der Kirchengemeinden Illingen und Schützingen sowie der Gemeindeverwaltung ist jetzt bei der Diakonischen Bezirksstelle des Kirchenbezirks Mühlacker ein Spendenkonto für die Hochwasseropfer aus Illingen und Schützingen eingerichtet worden.

„Viele Menschen haben mich angesprochen, wollten irgendwie helfen oder zumindest Anteil nehmen und spenden, wussten aber nicht, wohin überweisen oder was gebraucht wird. Nun, das Spendenkonto haben wir im ersten Schritt organisiert – im Weiteren muss nun ein Arbeitskreis gebildet werden mit den Kirchenvertretern und der Gemeinde und natürlich auch dem Gewerbeverein. Die Diakonie wird uns beraten, wie die Verteilung der Spenden umgesetzt werden kann und uns unterstützen“, sagt Brigitte Grausam, Vorsitzende des Illinger Gewerbevereins.

Die erste namhafte Einzahlung auf dem Spendenkonto stammt von der Gemeinde selbst. „Das Geld soll unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden“, sagt Eiberger, der nicht bis zur nächsten Ratssitzung warten wollte, sondern sich Anfang der Woche unter dem Eindruck der Ereignisse mit den Fraktionsspitzen zusammengesetzt hat, um zu beraten, wie den Menschen jetzt geholfen werden kann.

„Wir hatten alleine in Illingen 66 Feuerwehreinsätze, dazu kamen noch etliche in Schützingen“, berichtet Eiberger, der schätzt, dass 500 Menschen in der Gemeinde vom Hochwasser direkt betroffen waren. Der Sachschaden ließe sich nur schwer abschätzen, könnte sich aber im hohen sechsstelligen, wenn nicht gar im siebenstelligen Bereich bewegen.

„Neben der finanziellen Hilfe ist auch die ideelle Hilfe unheimlich wichtig“, findet Pfarrer Wolfgang Schlecht. Und an der – das habe er deutlich gespürt – herrsche kein Mangel. „Im ersten Moment war Hilflosigkeit, dann war es aber beeindruckend, wie schnell die Menschen aufeinander zugegangen sind und sich unterstützen.“

„Ich kenne alleine drei Illinger Feuerwehrleute, die selbst heftig vom Hochwasser betroffen waren, und sie haben bis an den Rand der Erschöpfung anderen geholfen. Das sind alles Freiwillige“, betont UBL-Sprecherin Ingeborg Beller, die hofft, dass sich solch ein Szenario wie am Wochenende nicht wiederholt. „Die Gemeinde hat ein Hochwasserschutzkonzept in der Schublade. Das müssen wir jetzt schleunigst umsetzen.“

„Das Konzept ist stimmig“, stimmt ihr CDU-Gemeinderat Winfried Scheuermann zu, der sich selbst im Ort umgesehen hat, wo die wunden Punkte sind. „Vor allem die Aufweitung der Schmie vor der Vaihinger Straße macht Sinn“, sagt Scheuermann, der sich aber gleichzeitig darüber wundert, mit welcher „affenartigen Geschwindigkeit“ der Pegel am Samstag in die Höhe geschossen ist, obwohl er am Freitagabend erst noch leicht gesunken sei.

Eins habe das Hochwasser aber auch gezeigt, darin waren sich gestern Vertreter aller Fraktionen, der Bürgermeister und der Pfarrer einig: Wenn es hart kommt, rücken die Menschen in Illingen und Schützingen zusammen. Dabei können sie sich auch auf ihre Jugendfeuerwehr verlassen, die kräftig angepackt hat. Wie Bürgermeister Eiberger berichtet, habe die Gemeinde auch große Unterstützung von den Feuerwehren aus Nachbarkommunen erhalten. Was aber bei vielen Hochwasseropfern in Illingen und Schützingen bleibt, ist der Schaden, den sie erlitten haben.

Damit den Hochwasseropfern unbürokratisch geholfen werden kann, gibt es jetzt ein Spendenkonto für Hochwasseropfer aus Illingen und Schützingen. Empfänger: Kirchenbezirk Diakonie. Kontonummer 977802, Sparkasse Pforzheim-Calw. Bankleitzahl 66650085. Stichwort: Hochwasser Illingen/Schützingen.

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