Narretei im Sündenpfuhl

Veranstaltungen in Zaisersweiher und Illingen eröffnen heiße Phase der Faschingszeit

Von Ulrike Stahlfeld Erstellt: 9. Februar 2015, 00:00 Uhr
Narretei im Sündenpfuhl Ein Leben in Pink: Beim St.Pauli-Fasching in Zaisersweiher wird die sündige Meile in den Maulbronner Stadtteil verlegt. Foto: Stahlfeld

Narren, wohin das Auge schaut: Am Wochenende haben in der Region die ersten Faschingsveranstaltungen stattgefunden, bevor in der kommenden Woche die heiße Phase der Kampagne 2015 eingeleitet wird. In Illingen und Zaisersweiher wurde schon ausgiebig gefeiert.

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Illingen/Maulbronn. Über 100 Reservierungen hatte es schon im Vorfeld des Faschingstanzes gegeben, zu dem wieder der Illinger Schützenverein einlud. Im Schützenhaus herrschte bis weit nach Mitternacht beste Stimmung.

Das Trio „Musikuss“ löste in diesem Jahr die Band „Top 3“ ab, die in den letzten Jahren ein echter Stimmungsgarant war. Doch Werner Wolff, Damiano Carrapa und Giovanni Carrapa von „Musikuss“ wussten auch, die Gäste gleich mit dem ersten Hit auf die Tanzfläche zu locken.

Sinnigerweise eröffneten sie die erste Tanzrunde mit dem bekannten Titel „Schützenliesel“. Beim Schützenverein indes wurde kräftig geschafft: Vorsitzender Edgar Benz und ein Dutzend Mitglieder waren im Dauereinsatz, um die Gästeschar zu verköstigen. Die durften sich über eine nicht alltägliche Bewirtung freuen, denn mit Thomas Schulz bediente sie immerhin ein Deutscher Meisterschütze.

„Weil’s gemütlich ist, man kennt die Leute, und ganz wichtig ist der Heimbring-Dienst“, outeten sich Urban Klose und Eli Klose als Stammgäste. Mit einem kleinen Unterschied: Vor zwei Jahren hatte Urban Klose noch die Niederlage des VfB die Stimmung ein bisschen verhagelt, dieses Jahr war ihm die Pleite gegen die Bayern keine Bemerkung wert. Ob er sich an Rückschläge mittlerweile gewöhnt hat?

500 St.Pauli-Fans tummeln sich in der Festhalle Zaisersweiher

Während in Illingen im besten Sinne von einer „Ü40-Party“ die Rede sein konnte, war Zaisersweiher am Samstag das Eldorado der jüngeren Generation. Über 500 Narren drängten sich in die Festhalle, wo unter dem Motto „St. Pauli“ ausgelassen gefeiert wurde.

Schon vor Beginn der Veranstaltung hatten sich lange Schlangen am Einlass gebildet. Die vom Förderverein der Spielvereinigung Zaisersweiher zum neunten Mal organisierte Party hat sich längst zu einer der großen Faschingsveranstaltungen in der Region gemausert.

Angekündigt war Guggenmusik mit der Gruppe Obergrombacher Nashörner. Ansonsten gab mit der Band „milesTone“ eine in Sachen Party- und Stimmungsmusik erfahrene Formation den Ton an. „Helden deiner Jugend“ lautete das Motto im vergangenen Jahr. Auch dieses Jahr hatten Stefan Frommer, Jürgen Bregler und Timo König vom Förderverein die Köpfe rauchen lassen und forderten die Narren auf, sich entsprechend dem Thema St. Pauli zu kostümieren.

Den Schriftzug St. Pauli auf der Brust und den Punk-Look auf dem Kopf – so sah man etliche Narren in der Festhalle feiern. Doch auch einschlägige Bardamen und Animiermädchen, Polizisten von der Davidwache sowie Matrosen und Kapitäne sah man „einlaufen“. Gefeiert wurde aber nicht nur stilecht, was das Kostüm anging. An der Bar wurde das Original Alster-Bier ausgeschenkt, Sponsor des kultigen Fußballvereins FC St. Pauli.

Bereits am Nachmittag war die Festhalle fest in der Hand des Narren-Nachwuchses gewesen. Rund 150 Kinder feierten in Begleitung von Eltern oder Verwandten als Feen, Königinnen, Frösche, Hexen, Superman oder Indianer. Das Faschingsteam mit dem neuen Maskottchen, einem rosa Affen (Rafael Dehez), hatte jede Menge Spiele vorbereitet. Dazwischen wurde kräftig getanzt.

Kinderfasching wurde am gestrigen Sonntag auch traditionell beim SV Illingen gefeiert. Die Gesamtjugend des Vereins lud zum närrischen Nachmittag in das Nebenzimmer des Vereinsheims, das schier aus allen Nähten platzte. Um die 200 kleine und große Narren feierten bei bester Stimmung. Die Eintrittserlöse flossen in die Kasse der Gesamtjugend. Die Fußballjugend besserte ihre Kasse zudem mit Kuchen- und Waffelverkauf auf.

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